In der Kraftfahrtversicherung wächst der Wettbewerbsdruck

12.4.2018 – In der Kfz-Sparte droht ein neuer Preiskampf. Das ist für Deutschlands größten Autoversicherer, der mehr als die Hälfte seines Konzerngeschäfts in der Sparte bucht, besonders prägnant. In seiner ersten Bilanzpressekonferenz als Vorstandssprecher konnte Klaus-Jürgen Heitmann Zahlen vorlegen, mit denen man „alle Ziele erfüllt und teils auch die internen Planungen übertroffen“ habe.

WERBUNG

Mit 1,40 (1,38) Millionen neu versicherten Fahrzeugen hat der Huk-Coburg-Konzern 2017 erneut einen Firmenrekord im Kraftfahrt-Neugeschäft aufgestellt. Der Bestand vergrößerte sich damit um 3,8 Prozent beziehungsweise auf rund 20,8 Millionen Verträge. Damit sind 11,7 (11,2) Millionen Fahrzeuge bei der Huk versichert.

Höherer Schadenbedarf

Vorstandssprecher Klaus-Jürgen Heitmann rechnet nicht damit, 2018 wieder ein Rekordneugeschäft einfahren zu können. „Wir sehen eine deutliche Intensivierung des Wettbewerbs“, sagte er in der Bilanzpressekonferenz und bestätigt damit Beobachtungen anderer Marktkenner (VersicherungsJournal 27.2.2018).

Die Absichten der Allianz, verlorengegangene Marktanteile zurückgewinnen zu wollen, nehme er „sehr ernst“. Ob es allerdings zu Preissenkungen kommt, sagte Heitmann nicht. Denn anders als beim letzten Zyklus steigen aktuell die Schadenbedarfe, weil die Fahrzeugteile sich verteuern. Und dies nicht nur bei Elektronik für neuere Modelle, sondern auch bei Karosserieteilen für bereits ausgelaufene Typen. Hier nutzen die Fahrzeughersteller den Designschutz, „um Marge zu machen“.

Unterlassene Preiserhöhungen aufgrund dieses Schadentrends können schon die Margen drücken. Und die sind in Kraftfahrt ohnehin dünn: Die kombinierte Schaden-/Kostenquote (brutto) verbesserte sich 2017 auf 96,0 (101,0) Prozent. Zur Verbesserung trug zum einen die Anpassung des Beitragsniveaus im Bestand und zum anderen ein günstigerer Schadenverlauf bei. Über das gesamte Schadengeschäft kommt die Huk auf eine Quote von 92,6 (97,3) Prozent.

Wir sind beim Preis der führende Autoversicherer und das wollen wir auch bleiben.

Klaus-Jürgen Heitmann, Vorstandssprecher Huk-Coburg

Markt ändert sich

Die Huk hat zum 1. März einen neuen K-Tarif eingeführt, der „sehr wettbewerbsorientiert kalkuliert“ ist. „Wir sind beim Preis der führende Autoversicherer und das wollen wir auch bleiben“, sagte Heitmann. In der Jahreswechselsaison 2017/18 hat die Huk per Saldo rund 15.000 Risiken verloren. Allerdings ändere sich der Markt – es wird nach Beobachtung der Huk mehr unterjährig gewechselt.

Huk-Cuburg Infografik Unfallfahrer (Bild: Huk-Coburg)
Bild: Huk-Coburg. Zur Gesamtansicht Bild klicken.

Per Ende März habe man im Neugeschäft per Saldo mit 50.000 Risiken im Plus gelegen. Heitmann führt dies unter anderem auch auf die starke Markenbekanntheit zurück. Denn die Huk hat sich bekanntlich aus Kostengründen von allen Vergleichsportalen verabschiedet. Trotz des raueren Winds in K erwartet Heitmann hier für 2018 wiederum überdurchschnittliches Wachstum.

Die Kfz-Versicherung, der größte Versicherungszweig der Gruppe, buchte 2017 rund 3,9 (3,6) Milliarden Euro Beitrag und damit fast neun Prozent mehr. Der 2017 gestartete Telematik-Tarif wurde 60.000 Mal an junge Fahrer bis 25 Jahre verkauft.

Hier gibt es bereits die Erkenntnis, dass Telematik entgegen anderer Einschätzung ein zusätzliches Tarifmerkmal ist. Denn eine rasante, zu schnelle Fahrweise führt hier nachweislich zu mehr Unfällen. Bisher setzt die Huk auf eine teure, unpraktische Box-Lösung. Bis spätestens 2019 soll diese durch einen „Aufkleber mit Elektronik“ für das Wageninnere ersetzt werden.

Sichere Arbeitsplätze

Mit dem gesamten Geschäftsjahr 2017 zeigte sich Heitmann „zufrieden“. Während der Markt nur um 1,7 Prozent zulegte, wuchs die Huk-Coburg um 6,2 Prozent auf 7,4 Milliarden Euro Beitrag. Konzernweit sank die Kostenquote nach Unternehmensangaben auf 9,0 (9,4) Prozent; im Schaden- und Unfallgeschäft beträgt sie 10,6 (11,1) Prozent.

Kennzahlen aus dem Huk-Coburg-Konzernbericht 2017
Kennzahlen aus dem Huk-Coburg-Konzernbericht 2017

Wie Wettbewerber hat auch die Huk Digitalisierungs-Projekte aufgelegt. Den Abbau von Arbeitsplätzen plant die Huk eigenen Angaben zufolge aber nicht. 2017 erhöhte sich die Zahl der Mitarbeiter um 2,8 Prozent auf 10.313 Personen. Von der Digitalisierung erhofft sich der Konzern Produktivitätsgewinne, mit denen zusätzliches Wachstum bewältigt werden kann.

Das Kapitalanlagenergebnis sank im Konzern um 8,7 Prozent auf 970,6 Millionen Euro, weil unter anderem weniger Anlagen verkauft wurden. Die Nettoverzinsung der Kapitalanlagen betrug 3,1 (3,6) Prozent. Das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit erreichte mit 513 (516) Millionen Euro knapp das Vorjahresniveau. Infolge von steuerlichen Sondereffekten, die so 2017 nicht mehr eintrafen, ist der Konzernüberschuss allerdings auf rund 358 (411) Millionen Euro gesunken.

Details zum Geschäftsjahr finden sich im Geschäftsbericht unter diesem Link.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Digitalisierung · Geschäftsbericht · Kfz-Versicherung · Mitarbeiter · Schaden-Kosten-Quote · Telematik · Verkauf
 
WERBUNG
WERBUNG
Mehr Umsatz durch professionelle Kundenpflege

Ob Kundenzeitung, Homepage oder Newsletter – durch regelmäßige Fachinformationen bieten Sie Ihren Kunden echten Nutzen.
Sie haben keine Zeit dafür? Die Autoren des VersicherungsJournals nehmen Ihnen das Schreiben ab.

Jetzt auch für Ihren Social Media Auftritt.

Eine Leseprobe und mehr Informationen finden Sie hier...

WERBUNG
VersicherungsJournal in Social Media

Besuchen Sie das VersicherungsJournal auch in den sozialen Medien:

  • Facebook – Ausgewähltes für den Vertrieb
  • Twitter – alle Nachrichten von VersicherungsJournal.de
  • Xing – über den Verlag
  • Xing News – Ausgewähltes zu Karriere und Unternehmen
  • Youtube – Hintergründe zum Buchprogramm
WERBUNG
Werben im Extrablatt

Mit einer Anzeige im Extrablatt erreichen Sie mehr als 14.000 Menschen im Versicherungsvertrieb, überwiegend ungebundene Vermittler. Über die Konditionen informieren die Mediadaten.

Ihr Wissen und Ihre Meinung sind gefragt

Ihre Leserbriefe können für andere Leser eine wesentliche Ergänzung zu unserer Berichterstattung sein. Bitte schreiben Sie Ihre Kommentare unter den Artikel in das dafür vorgesehene Eingabefeld.

Die Redaktion freut sich auch über Hintergrund- und Insiderinformationen, wenn sie nicht zur Veröffentlichung unter dem Namen des Informanten bestimmt ist. Wir sichern unseren Lesern absolute Vertraulichkeit zu. Schreiben Sie bitte an redaktion@versicherungsjournal.de.

Allgemeine Pressemitteilungen erbitten wir an meldungen@versicherungsjournal.de.

WERBUNG
Fonds sind kein Teufelszeug

Von Fonds und Fondspolicen lassen die meisten Deutschen die Finger.
Wie Sie dennoch mit dieser Produktgruppe Vertriebserfolge einfahren, zeigt ein aktuelles Praxisbuch.

Mehr Informationen erhalten Sie hier.

Diese Artikel könnten Sie noch interessieren
4.12.2015 – Mit Blick auf die wachsende Konkurrenz der Fintechs und der Herausforderungen durch die Digitalisierung stellt Vorstandschef Dr. Thomas Buberl das Geschäftsmodell auf den Prüfstand. mehr ...
 
28.5.2015 – Die deutsche Gruppe wächst wieder und hat 2014 auch mehr verdient. Neue Produkte, neue Strukturen und die Digitalisierung sieht Vorstandschef Dr. Thomas Buberl als Basis für weiteres Wachstum. (Bild: Lier) mehr ...
 
3.4.2018 – Die Itzehoer wächst so stark, dass schon wieder ein Erweiterungsbau auf dem Plan steht. Drei weitere Gesellschaften zeigen, dass sich Spezialisierung lohnt. (Bild: Itzehoer) mehr ...
 
10.3.2017 – Die Allianz Deutschland AG hat ihr Geschäftsergebnis 2016 vorgelegt. Die selbst gesteckten Ziele hat sie nach eigener Einschätzung im Berichtsjahr gut erreicht. Einige Bereiche bieten jedoch Anlass zur Sorge. (Bild: Müller) mehr ...
 
17.6.2015 – Der Geschäftsbericht 2014 der Allianz Versicherungs-AG zeigt recht unterschiedliche Entwicklungen in den einzelnen Geschäftssegmenten auf. Dort finden sich auch bemerkenswerte Ausführungen, etwa zum Umgang mit modernen Kommunikationsmitteln. (Bild: Allianz) mehr ...
 
18.6.2013 – Mit welchen Maßnahmen die Versicherungsgruppe Millionenbeträge einsparen, die Produktpalette konkurrenzfähiger machen und den Vertrieb ausbauen will, erläutert Deutschland-Chef Jan De Meulder im Interview. mehr ...
 
20.8.2012 – Direct Line hat 2011 zum zweiten Mal nach harten Jahren des Markteintritts Gewinn in der Autoversicherung gemacht. Dabei blieb man auf Wachstumskurs. Welche Strategie verfolgt wurde, zeigt sich im Geschäftsbericht. mehr ...