Immobilienmarkt: Preise für Mehrfamilienhäuser steigen am stärksten

11.11.2025 – Der Immobilienpreisindex des Verbands deutscher Pfandbriefbanken erhöhte sich binnen Jahresfrist per Ende September um 3,6 Prozent. Den größten Zuwachs mit 5,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal wiesen abermals die Preise für Mehrfamilienhäuser auf. Die Neuvertragsmieten bei Mietwohnungen erhöhten sich in den letzten zwölf Monaten um 3,7 Prozent und damit wieder etwas stärker als im Vorquartal. Während die Neuvertragsmieten bei Büroimmobilien um 3,2 Prozent zulegten, betrug dieser Wert bei Einzelhandelsobjekten nur 1,9 Prozent. Ob der Bau-Turbo zündet, ist stark von Zusatzmaßnahmen und den Kommunen abhängig.

Die Immobilienpreise steigen weiter. Der Immobilienpreisindex des Verbands deutscher Pfandbriefbanken (VDP) e.V. erhöhte sich binnen Jahresfrist per Ende September um 3,6 Prozent auf 183,7 Punkte. Gegenüber dem direkten Vorquartal betrug das Wachstum 0,7 Prozent. Die Auswertung basiert auf echten Immobilientransaktionsdaten von mehr als 700 Kreditinstituten.

Der Immobilienmarkt erholt sich weiter

„Seit dem Frühjahr 2024 geht es für die Immobilienpreise aufwärts. Die Erholungsphase am Immobilienmarkt verfestigt sich weiter – getragen vor allem von der Entwicklung der Wohnimmobilienpreise“, stellte Jens Tolckmitt, Hauptgeschäftsführer des VDP, heraus. „Die Marktakteure haben sich mit den neuen Rahmenbedingungen arrangiert.“

Den größten Zuwachs mit 5,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal wiesen dabei abermals die Preise für Mehrfamilienhäuser auf. Im selben Zeitraum verteuerte sich das selbst genutzte Wohneigentum, bestehend aus Einfamilienhäusern und Eigentumswohnungen, nur um 2,4 Prozent. Allein im dritten Quartal 2025 stiegen die Preise für Mehrfamilienhäuser um 0,9 Prozent.

Laut dem jüngsten Update des German Real Estate Index (Greix) liegt der Preisindex für Mehrfamilienhäuser gegenwärtig noch 25,2 Prozent unter dem Allzeithoch. (VersicherungsJournal 10.11.2025) Die Renditen, gemessen am vdp-Index für Liegenschaftszinsen, gingen allerdings um 1,4 Prozent zurück, da sich die Mieten bei dieser Objektklasse weniger dynamisch entwickelten als die Preise.

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Mieten und Wohnobjektpreise in Großstädten steigen überdurchschnittlich

Die Neuvertragsmieten bei Mietwohnungen erhöhten sich in den letzten zwölf Monaten um 3,7 Prozent und damit wieder etwas stärker als im Vorquartal (+3,5 Prozent). Dazu trug insbesondere die unverändert hohe Nachfrage nach Wohnraum – besonders in den Ballungsräumen – bei.

In den sieben Metropolen legten die Mieten um durchschnittlich 3,8 Prozent im Vergleich zum dritten Quartal 2024 zu. Die Bandbreite reicht von Berlin mit +3,3 Prozent bis Düsseldorf mit +5,1 Prozent.

Noch stärker als die Neuvertragsmieten stiegen die Preise für Wohnimmobilien in den Top-7-Städten. Im dritten Quartal dieses Jahres erhöhten sie sich um 4,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Die Metropolen, in denen die Preise für Wohnobjekte am geringsten bzw. am stärksten zulegten, waren Stuttgart (+2,4 Prozent) bzw. München (+5,3 Prozent).

Gewerbeimmobilien: Büros dominieren Preisentwicklung weiterhin

Zum Preisanstieg der Gewerbeobjekte um insgesamt 2,8 Prozent im dritten Quartal 2025 trug die Verteuerung der Büros mit 3,0 Prozent im Jahresvergleich stärker bei als die Entwicklung der Einzelhandelsimmobilienpreise (+2,2 Prozent).

Gegenüber dem direkten Vorquartal lag das Plus der Büropreise mit 0,6 Prozent nur unwesentlich höher als die Zunahme der Preise von Handelsobjekten (+0,5 Prozent). Beide Entwicklungen zusammengefasst ergab sich vom zweiten zum dritten Quartal 2025 ein Anstieg der Gewerbeimmobilienpreise um 0,5 Prozent.

Während die Neuvertragsmieten bei Büroimmobilien um 3,2 Prozent zulegten, belief sich das Mietwachstum bei Einzelhandelsobjekten auf 1,9 Prozent – jeweils im Vergleich zum dritten Quartal 2024. Gemessen am vdp-Liegenschaftszinssatzindex nahmen die Renditen bei Büros auf Jahressicht um 0,2 Prozent zu, während sie bei Handelsimmobilien um 0,2 Prozent zurückgingen.

Der Bau-Turbo braucht konkrete Maßnahmen

„Der Bau-Turbo ist gut und begrüßenswert, aber es braucht mehr: Vorschläge für viele weitere zielführende Maßnahmen liegen auf dem Tisch“, meint VDP-Hauptgeschäftsführer Jens Tolckmitt. Finanzierungsseitig beispielsweise kämen staatliche Bürgschaften in Höhe von 80 Prozent für Immobiliendarlehen in Betracht, die großvolumigen Wohnungsneubau ermöglichten.

Auch über eine Senkung der Grunderwerbsteuer für Selbstnutzer, über die allerdings auf Länderebene zu entscheiden sei, könne der Wohnungsmarkt entscheidend angekurbelt werden. Der Erfolg des Bau-Turbo hänge nicht zuletzt stark davon ab, dass die Kommunen die neu geschaffenen Möglichkeiten pragmatisch nutzten.

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