Hausratversicherung: Die häufigsten und teuersten Schäden

24.9.2018 – Im vergangenen Jahr verursachte die Gefahr „Einbruchdiebstahl“ die meisten Schäden und war in Summe auch am teuersten für die Hausratversicherer. Dies zeigen aktuelle GDV-Zahlen. Während zwischen 2010 und 2017 die Sturm- und Hagel- sowie Naturgefahrenschäden Elementarschäden immens schwankten, zeigt der Trend bei Einbruchdiebstahl- und Feuerschäden nach unten. Leitungswasserschäden werden hingegen tendenziell immer teurer.

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Die im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) organisierten Anbieter haben 2017 in der verbundenen Hausratversicherung 1,3 Milliarden Euro an Versicherungsleistungen erbracht.

23 Milliarden Euro seit 2000

Dies entspricht einem Rückgang um fast acht Prozent im Vergleich zum Jahr zuvor und zugleich dem niedrigsten Wert seit sechs Jahren. Im Betrachtungszeitraum zeigt sich ein regelrechtes Auf-und-Ab. In der Spitze hatten die Anbieter fast 1,5 Milliarden Euro für Schäden zu bezahlen (2002). Am billigsten kamen die Hausratversicherer von 2006 bis 2008 mit jeweils um die 1,2 Milliarden Euro weg.

Hausrat Versicherungsleistungen (Bild: Wichert)

Zwischen 2000 und 2017 summieren sich die vom GDV genannten Schadenaufwendungen auf über 23 Milliarden Euro.

Einbruchdiebstahl ist häufigste und teuerste Ursache

Häufigste Schadenursache waren 2017 Einbruchdiebstähle. Nach GDV-Angaben hatten die deutschen Hausratversicherer für rund 340.000 Einbruchdiebstähle einzustehen. Auf Rang zwei liegt die Gefahr „Feuer“. In dieser Kategorie waren laut der Verbandsstatistik rund 230.000 Schäden zu verzeichnen.

Dahinter folgt die Gefahr „Leitungswasser“ mit etwa 170.000 Ereignissen vor den Sturm- und Hagelschäden, deren Zahl mit circa 140.000 angegeben wird. Darüber hinaus hatte die Branche rund 50.000 Glas- und etwa 20.000 Elementarschäden zu regulieren. In letzterer Kategorie sind laut GDV die Gefahren Überschwemmung (Ausuferung und Starkregen), Rückstau, Erdbeben, Erdsenkung, Erdrutsch, Schneedruck, Lawinen und Vulkanausbruch subsummiert.

Den größten Posten der Bruttoaufwendungen machten ebenfalls Einbruchdiebstähle aus. 490 Millionen Euro zahlten die Hausratversicherer 2017 dafür an ihre Kunden. Für Feuer betrugen die Versicherungsleistungen 360 Millionen Euro, während Leitungswasserschäden mit 260 Millionen Euro zu Buche schlugen.

Für Sturm- und Hagelschäden waren 60 Millionen Euro zu bezahlen, für Elementarereignisse 30 Millionen Euro und für Glasbrüche 20 Millionen Euro.

Häufigste und teuerste Hausratschäden (Bild: Wichert)

Einbruchdiebstähle bleiben Problemfeld

2017 kamen die Bruttoaufwendungen für Schäden nach Einbruchdiebstählen auf einen Anteil von fast 40 Prozent an den gesamten Aufwendungen. Die 490 Millionen Euro stellen den niedrigsten Wert seit 2011 dar. Der Höchstwert wurde 2015 mit fast 700 Millionen Euro erreicht. Seinerzeit war auch der Anteil an den gesamten Versicherungsleistungen mit fast 50 Prozent am größten.

Während die Schadenzahl zwischen 2011 und 2016 relativ konstant in einem Korridor zwischen 390.000 und 420.000 lag, ging sie im vergangenen Jahr um rund ein Achtel zurück. Der der durchschnittliche Aufwand hat sich ebenfalls zum zweiten Mal in Folge vermindert. Für 2017 weist der GDV hier einen Wert von gut 1.450 Euro aus. Das ist circa ein Zehntel weniger als zwei Jahre zuvor, aber rund ein Achtel mehr als noch 2010.

Hausratschäden Einbruchdiebstahl (Bild: Wichert)

Auffällig ist, dass die Werte bei der Gefahr Einbruchdiebstahl massiv von denen für Wohnungseinbrüche abweichen, wozu der GDV jährlich separate Zahlen veröffentlicht (VersicherungsJournal 8.5.2018).

Dies liege daran, dass unter Einbruchdiebstahl auch Schäden infolge von Raub oder Diebstahls aus Hotelzimmern, Krankenhäusern et cetera erfasst werden, erläuterte der Versichererverband auf Nachfrage.

Feuer: Schadendurchschnitt steigt auf Rekordniveau

Die durchschnittlichen Feuerschäden nahmen in den letzten Jahren deutlich zu. 2017 war ein solcher Fall mit über 1.550 Euro um etwa die Hälfte teurer als noch 2011.

Hausratschäden Feuer (Bild: Wichert)

Die Bruttoaufwendungen verharrten zum zweiten Mal in Folge auf dem Tiefstwert von circa 360 Millionen Euro. 2011 waren noch etwa zehn Prozent höhere Kosten zu verzeichnen. Auch die Schadenzahl ist 2017 auf einen neuen Tiefstand gesunken. Sechs Jahre zuvor gab es noch etwa zwei Drittel mehr Schäden.

Leitungswasserschäden werden immer teurer

Auch Leitungswasserschäden wurden mit durchschnittlich 1.500 Euro zwischen 2011 und 2017 um rund die Hälfte teurer.

Hausratschäden Leitungswasser (Bild: Wichert)

Die Anzahl der Fälle ging dagegen auf Achtjahressicht um über einem Fünftel zurück. Die Versicherungsleistungen sind dagegen im Vergleich zu 2013 um etwa ein Viertel angestiegen.

Große Schwankungen bei Sturm/Hagel- und Naturgefahren-Schäden

Die Sturm- und Hagelschäden schwankten zwischen 70.000 im Jahr 2012 und 140.000 in den Jahren 2015 und 2017 stark.

Hausratschäden Sturm (Bild: Wichert)

Die Versicherungsleistungen bewegten sich zwischen 30 Millionen Euro (2012) und 80 Millionen Euro im Jahr 2013. In letztgenanntem Jahr hatte die Branche mit „Andreas“ einen der teuersten Stürme aller Zeiten zu verkraften (VersicherungsJournal 26.8.2013). Den niedrigsten Schadendurchschnitt gab es der Verbandsstatistik zufolge 2015 mit etwa 350 Euro, den höchsten 2016 mit rund 750 Euro.

Auch die Naturgefahrenschäden schwankten stark. Hier hatten die Hausratversicherer 2013, 2014 und 2016 jeweils etwa 30.000 Schäden zu verzeichnen, 2012 waren es nur rund 10.000. 2013, als neben „Andreas“ auch noch ein „Jahrhundert“-Hochwasserereignis (VersicherungsJournal 3.7.2013) anfiel, betrugen die Bruttoaufwendungen für Versicherungsfälle circa 90 Millionen Euro. 2012 und 2015 waren es hingegen nur jeweils etwa zehn Millionen Euro.

Für rund 40.000 bis 50.000 Glasschäden zahlten die Versicherer im Betrachtungszeitraum zwischen zehn und 20 Millionen Euro an Versicherungsleistungen, geht aus den GDV-Daten weiter hervor.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Berufsverband · Diebstahl · Elementarschaden · Hausratversicherung · Starkregen
 
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