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Gewinner und Verlierer in der Krankenvollversicherung

18.5.2020 – Zum Redaktionsschluss lagen die Vollversichertenzahlen von 21 Anbietern vor. Angeführt von der Debeka mit einem Plus von über 41.000 bauten elf davon ihren Bestand aus. Zuwächse im vierstelligen Bereich erzielten Hansemerkur, Axa, Huk-Coburg, Signal Iduna, Concordia und Barmenia. Zehn Gesellschaften hatten Verluste zu verzeichnen. Dabei standen für DKV und Allianz Einbußen im fünfstelligen Bereich zu Buche.

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2019 ist der Bestand an Krankenvollversicherten zum achten Mal in Folge zurückgegangen. Das Minus bezifferte der Verband der Privaten Krankenversicherung e.V. (PVK-Verband) mit „voraussichtlich“ 0,1 Prozent (auf 8,73 Millionen). Dies teilte der Verbandsvorsitzende Dr. Ralf Kantak Ende Januar auf Basis vorläufiger Zahlen mit (VersicherungsJournal 29.1.2020).

Eine erste Übersicht des VersicherungsJournals hatte gezeigt, dass sieben von 17 Anbietern die Vollversichertenzahl ausbauen konnte. Am stärksten legte dabei der Debeka Krankenversicherungs-Verein a.G. zu (plus über 41.000 Personen). Andererseits schrumpfte die DKV Deutsche Krankenversicherung AG mit einem Minus von annähernd 16.500 am stärksten (29.4.2020).

Signal Iduna wächst dank Beihilfe-Tarifen

In der Zwischenzeit haben einige weitere Marktteilnehmer Angaben zur Bestandsentwicklung gemacht. Sie haben auf Nachfrage der Redaktion teilweise auch weitere Details, etwa zum Bruttonneuzugang oder zur Entwicklung im „normalen“ und im Beihilfegeschäft, genannt.

So hat die Signal Iduna Krankenversicherung a.G. im vergangenen Jahr nach eigener Darstellung netto 1.574 Vollversicherte hinzugewonnen. Dadurch erhöhte sich der Bestand um knapp 0,3 Prozent auf 622.985. Im Jahr zuvor war der Versicherer um 0,9 Prozent gewachsen.

Der aktuelle Nettozuwachs erklärt sich nach Unternehmensangaben aus den Beihilfe-Tarifen. Hier ging es auf Jahressicht um 2.353 auf 258.373 Personen aufwärts. Bei den Nicht-Beihilfe-Versicherten hatte die Signal Iduna ein Minus von 779 auf 364.612 Individuen zu verzeichnen.

Den Bruttoneuzugang 2019 bezifferte das Unternehmen auf 27.602 Personen. Davon entfallen 12.017 (plus 4,2 Prozent im Vergleich zu 2018) auf das Restkostensegment. In den Nicht-Beihilfe-Tarifen wurden 15.585 Versicherte akquiriert (minus 12,6 Prozent).

Auch Barmenia und Hansemerkur legen zu

Auch die Barmenia Krankenversicherung AG wuchs im vergangenen Jahr – und zwar um 1.125 auf 300.019 Vollversicherte. Damit gelang ihr nach mehreren Rückgängen der Turnaround.

Die Gesellschaft nannte keine Details zum Bruttoneuzugang oder zur Bestandszusammensetzung. Das Unternehmen teilte mit „dass der stärkste absolute Zugang (Bruttozugang) aus Zugängen aus der GKV resultiert" und circa jeder zehnte Angestellte, der aus der GKV wechselte, zur Barmenia ging.

Die Hansemerkur Krankenversicherung AG legte ebenfalls zu. Nach eigenen Angaben erhöhte sich der Vollversichertenbestand im vergangenen Jahr um 7.728 auf 264.827 Personen. Die Gesellschaft hatte auch in den Vorjahren mindestens im mittleren vierstelligen Bereich zugelegt (18.7.2019, 20.6.2018, 7.7.2017, 9.8.2016). Weitere Details nannte die Gesellschaft nicht.

LVM gewinnt ebenfalls Vollversicherte

Die LVM Krankenversicherungs-AG hat 2019 ebenfalls Krankenvollversicherte hinzugewonnen. Der Bestand erhöhte sich netto um 0,7 Prozent beziehungsweise um 551 Personen auf 75.341. Das Unternehmen ist auch in den beiden Jahren davor netto gewachsen.

Die Gesellschaft gehört zu den wenigen, die auch über die Entwicklung in den Sozialtarifen berichten. Die Zahl der im Notlagentarif Versicherten (§ 153 VAG) betrug zum Ende des vergangenen Jahres 722. Das waren 89 beziehungsweise elf Prozent weniger als im Jahr zuvor.

Branchenweit ging es laut PKV-Verband um etwa fünf Prozent, 97.100, abwärts. Bei der Allianz Privaten Krankenversicherungs-AG fiel die Verminderung mit minus vier Prozent auf 7.453 Personen etwas kleiner aus als insgesamt. Die Hallesche Krankenversicherung a.G. hatte einen leichten Zuwachs auf 3.082 Individuen zu verzeichnen (30.4.2020).

Bestandsentwicklungen von privaten Krankenversicherern im Überblick

Bei Redaktionsschluss lagen demnach von 21 Anbietern aktuelle Daten zu den Vollversicherten vor. Diese repräsentieren knapp 86 Prozent des Gesamtbestandes. Hinter dem Branchenprimus Debeka (18.7.2019), der auch 2019 wieder in einer eigenen Liga spielte und im Berichtsjahr netto über 41.200 neue Vollversicherte akquirierte, reiht sich die Hansemerkur ein.

PKV Vollversicherung Bestandszuwachs absolut (Bild: Wichert)

Sie kommt nach jetzigem Stand auch auf die zweithöchste Wachstumsrate von rund drei Prozent. Noch stärker legte nur die mit einem Bestand von knapp 13.900 vergleichsweise kleine Concordia Krankenversicherungs-AG zu (plus fast zehn Prozent).

PKV Vollversicherung Bestandsveränderung prozentual (Bild: Wichert)

Vergleichsweise hohe Rückgänge zwischen knapp drei und rund zwei Prozent waren bei der Gothaer Krankenversicherung AG, der DKV, der UKV – Union Krankenversicherung AG, der Bayerischen Beamtenkrankenkasse AG (BBKK) und der Central Krankenversicherung AG zu beobachten.

 
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