Gerade Frauen können bei Riester punkten

26.4.2018 – Im Auftrag der Versicherungswirtschaft hat das Prognos-Institut untersucht, wie sich eine höhere Erwerbsbeteiligung von Müttern auf deren Altersvorsorge niederschlagen würde. Die Politik hat bereits durch bessere Rahmenbedingungen dafür gesorgt, dass Mütter Familie und Beruf besser in Einklang bringen können. Auf einer GDV-Veranstaltung unterstrichen Sarah Rössler, Vorstandsmitglied der Huk-Coburg, und GDV-Geschäftsführungs-Mitglied Peter Schwark, dass sich gerade die Riester-Rente für Frauen lohne.

Die Prognos AG hat im Auftrag des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) untersucht, welche Auswirkungen eine höhere Erwerbsbeteiligung von Müttern auf die Altersversorgung und das Rentensystem haben könnte.

Die Studie überprüft am Beispiel von 1983 geborenen Frauen, wie sich deren Beschäftigungsquote bis zum Jahr des Renteneintritts im Jahr 2050 entwickeln könnte, wenn sie im Laufe ihres Lebens zwei Kinder bekommen.

Erwerbsquote bereits erhöht

Durch die verbesserte Vereinbarung von Familie und Beruf hatte sich die Erwerbstätigenquote dieser Mütter zwischen 2005 und 2014 bereits von 60 Prozent auf 67 Prozent erhöht. In dem Referenzszenario gehen die Wissenschaftler davon aus, dass sich die Quote bis zum Jahr 2050 auf 71,3 Prozent weiter erhöhen dürfte, wobei die Mütter auf eine Wochenarbeitszeit von 26,3 Stunden kommen würden.

Bei weiter verbesserten Rahmenbedingungen (Szenario „Chance“) könnte sogar eine Erwerbstätigenquote von 85,5 Prozent erreicht wären, wobei dann die Wochenarbeitszeit bei 39,6 Stunden liegen würde.

Entlastung der Rentenversicherung

Dies sei kein willkürlich herausgegriffenes Ergebnis, versicherte Dr. Oliver Ehrentraut vom Prognos-Institut am Mittwoch vor der Presse in Berlin und auf der anschließenden GDV-Veranstaltung „Gut versorgt oder selbst vorgesorgt“. In Dänemark und Schweden würden solche Werte heute schon erreicht.

Oliver Ehrentraut (Bild: Brüss)
Oliver Ehrentraut (Bild: Brüss)

Eine höhere Erwerbsbeteiligung von Müttern würde dazu führen, dass die gesetzliche Rentenversicherung entlastet wird, wobei ein Absinken des Rentenniveaus gedämpft und der Anstieg des Beitragssatzes gebremst werden könnte.

Versicherungswirtschaft zum Dialog über Riester bereit

Auf der GDV-Veranstaltung unterstrich das Vorstandsmitglied der Huk-Coburg-Versicherungsgruppe Sarah Rössler die Bedeutung von Riester. Die Vorsitzende des Branchenbeirates Frauen in Führung und Dr. Peter Schwark, GDV-Geschäftsführungs-Mitglied, sehen in der Riester-Rente das zentrale Element, um die Lücke in der Altersvorsorge von Frauen zu schließen.

82 Prozent der Riester-Sparerinnen hätten 2016 von der Kinderzulage profitiert. Und von den staatlichen Fördergeldern von knapp 2,9 Milliarden Euro seien rund 1,5 Milliarden Euro in Kinderzulagen geflossen.

Allerdings müsse bei Riester nachgebessert werden. Zum einen sollte Riester für alle, insbesondere auch für Selbstständige geöffnet werden. Zudem müsse das Zulagensystem neu aufgestellt werden. Auch sollte das geförderte Sparvolumen auf vier Prozent der stetig wachsenden Beitragsbemessungs-Grenze angehoben werden. Derzeit gilt eine Obergrenze von 2.100 Euro.

Sarah Rössler (Bild: Brüss)
Sarah Rössler (Bild: Brüss)

Gute Chancen, Riester wieder flottzukriegen

„Wir sind gespannt auf den Dialog mit der Politik“, sagte Rössler mit Blick auf den Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und SPD. Darin wird ein standardisiertes Riester-Produkt angestrebt (VersicherungsJournal 16.3.2018, 5.2.2018). Schwark rechnet damit, dass man im Frühsommer das Gespräch aufnehmen werde.

Skeptisch äußerte sich Schwark zu Vorschlägen, bei Riester das Garantiegebot aufzuweichen, wie es jüngst das Institut für Vorsorge und Finanzplanung GmbH (IVFP) gefordert hat (VersicherungsJournal 24.4.2018). „Ein kompletter Verzicht auf Garantien bei Riester würde bei den Menschen auf Unverständnis und Misstrauen stoßen“, sagte er in der Pressekonferenz.

Insgesamt gebe es gute Chancen, Riester wieder flottzukriegen. Auch wenn die Zahl der Riester-Verträge bei rund 16 Millionen stagniere, ergänzte Ehrentraut. Für ein freiwilliges System sei eine solche Durchdringung beachtlich.

 
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