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Generation Mitte ist finanziell stark – hat aber Probleme

13.9.2019 – Der Generation Mitte geht es finanziell heute überwiegend blendend, wie eine Allensbach-Umfrage im Auftrag des Versichererverbands ergeben hat. Die gute finanzielle Lage dürfe aber nicht über die vielen Problemfelder hinwegtäuschen, führte IfD-Geschäftsführerin Professor Dr. Renate Köcher am Donnerstag vor der Presse in Berlin aus. So befürchten 44 Prozent, dass ihre finanzielle Absicherung im Alter unzureichend ist. Gravierend ist auch das Gefühl der Leistungsträger der Gesellschaft, dass der gesellschaftliche Zusammenhalt immer mehr verloren geht.

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Die finanzielle Lage der Generation Mitte, der 30- bis 59-Jährigen, war noch nie so entspannt wie heute. 59 Prozent zogen laut einer Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach (IfD) im Auftrag des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) ein positives Fazit. Nur neun Prozent machten eine negative Bilanz auf.

Renate Köcher (Bild: Brüss)
Renate Köcher (Bild: Brüss)

Mehr Menschen dieser Generation sehen für sich, dass es finanziell bergauf geht. 44 Prozent (Umfrage 2018: 42; VersicherungsJournal 20.9.2018) der Befragten gaben an, dass es ihnen heute besser als vor fünf Jahren geht. Eine Verschlechterung gab es danach nur noch für 16 (18) Prozent.

In Ostdeutschland fällt die Bilanz sogar noch positiver aus. Hier sagen 46 Prozent, dass es ihnen besser geht als vor fünf Jahren. Nur elf Prozent sehen eine Verschlechterung.

Befürchtungen der Befragten

Aber auch wenn es für die Generation Mitte heute finanziell gut läuft, so werden doch konjunkturelle Risiken gesehen. 41 Prozent der Befragten glauben, dass die deutsche Wirtschaft in den kommenden Jahren eher zurückfallen wird.

Bedrohungen werden etwa in der Politik des amerikanischen Präsidenten Donald Trump (66 Prozent) und in Einschränkungen des freien Handels (57 Prozent) gesehen. Ebenso gibt es die Befürchtung, dass Deutschland bei technologischen Entwicklungen den Anschluss verpassen könnte.

Allgemeine Renten-Versicherungspflicht wird begrüßt

Den Umfrageergebnissen zufolge sprachen sich 63 Prozent der Generation Mitte für eine allgemeine Renten-Versicherungspflicht, also auch für Selbstständige und Beamte, aus. Neue staatliche Vorsorgeprodukte oder ein staatlicher Rentenfonds sind dagegen nicht mehrheitsfähig.

Nur 35 Prozent (neue Produkte) und 29 Prozent (Rentenfonds) sehen dies als geeignete politische Maßnahme, um die staatliche Altersvorsorge auch für kommende Generationen zu sichern. „Dieses Votum sollte die Politik ernst nehmen. Wir dürfen in der Altersversorgung das Rad nicht ständig neu erfinden“, sagte GDV-Präsident Wolfgang Weiler am Donnerstag bei der Präsentation der Ergebnisse in Berlin.

GDV-Präsident: Relaunch von Riester wäre richtiger Schritt

Wolfgang Weiler (Bild: Brüss)
Wolfgang Weiler (Bild: Brüss)

Weiler meinte, die Menschen sollten sich auch keinen Illusionen hingeben, wenn sie die Selbstständigen und Beamte in die gesetzliche Rentenversicherung einbeziehen wollten.

Dadurch bekämen die aktuellen Rentner nicht mehr Geld, da dann die beiden Gruppen ebenfalls Rentenansprüche erwerben würden. So sei das Rentensystem ja auch angelegt.

Der GDV-Präsident bekannte sich eindeutig zur Riester-Rente. Auch wenn die Zahl jetzt bei 16 Millionen Riester-Sparer stagniere, gebe es weltweit kein freiwilliges System, das eine weitere Verbreitung habe.

Bei Riester bedürfe es eines Neustarts beim viel zu komplexen Fördersystem. Und trotz der anhaltenden Null-Zins-Politik der Europäischen Zentralbank (EZB), bleibe Riester wegen der staatlichen Zulagen renditestark.

Sorgen um Altersvorsorge

44 Prozent der Generation Mitte machen sich Sorgen, dass ihre Altersvorsorge nicht ausreichen wird. 26 Prozent glauben allerdings, dass sie im Alter genug Geld haben werden und finanziell unabhängig sind.

Differenziert man aber nach dem sozioökonomischen Status, dann haben in den unteren 20 Prozent gerade sechs Prozent ein solches Vertrauen in die Zukunft. In der höchsten Stufe glauben 58 Prozent, dass sie im Alter finanziell abgesichert sind.

Perspektiven fürs Alter (Bild: IfD)
Die finanziellen Perspektiven fürs Alter werden skeptisch eingeschätzt (Bild: IfD-Allensbach)

Problemfelder Aggressivität, Ellenbogen-Gesellschaft, Egoismus

Finanziell können die Leistungsträger der Gesellschaft ja gelassen bleiben, aber es tun sich reichlich Problemfelder auf. „Aggressivität und Egoismus, immer weniger Respekt und auch eine wachsende Fremdenfeindlichkeit bereiten der mittleren Generation Sorgen“, sagte IfD-Geschäftsführerin Professor Dr. Renate Köcher. 81 Prozent der Befragten würden eine zunehmende Aggressivität im gesellschaftlichen Umgang konstatieren.

66 Prozent sehen Deutschland als Ellenbogen-Gesellschaft; in Großstädten glauben dies sogar 72 Prozent und in Ostdeutschland 76 Prozent. Von einem zunehmenden Egoismus sprechen 73 Prozent. Und dass die Menschen immer weniger Respekt voreinander haben, glauben 68 Prozent.

 
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