GDV unterstützt Vermittler gegen den Provisionsdeckel

5.2.2019 – Beim Neujahrsempfang des Bundesverbandes der Assekuranz-Führungskräfte sah GDV-Präsident Dr. Wolfgang Weiler die gemeinsame Zukunft in Europa nicht nur durch den Brexit auf eine harte Probe gestellt. Sorgen bereiten auch die anstehenden Neuwahlen des EU-Parlaments und der Regulierungsaktionismus. Einer verschärften Provisionsdeckelung erteilte er erneut eine klare Absage. Es gäbe keine Anzeichen für Fehlanreize in Sachen Beratung infolge der Provisionierung. Im Zusammenhang mit der Versicherung von Elementarschäden stellte Weiler fest, dass nur wenige Gebäude nicht versicherbar seien. Eine Pflichtversicherung lehnt der GDV weiterhin ab.

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Beim 29. Neujahrsempfang des Bundesverbandes der Assekuranz-Führungskräfte e.V. (VGA), der traditionsgemäß in Frankfurt am Main ausrichtet wird, richtete die Branche am Montag ihren Blick auf Europa. Sie sorgt sich wegen des drohenden Brexit, den Wahlen zum europäischen Parlament und dem Ausmaß der Regulierung.

Ja zu Europa, Nein zu mehr Regulierung

Wolfgang Weiler (Archivbild: Brüss)
Wolfgang Weiler (Archivbild: Brüss)

„Europa ist ein Friedensprojekt“, rief Dr. Wolfgang Weiler, Präsident des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV), am Anfang seines Festvortrags in Erinnerung. „Wir verstehen uns als Teil von Europa“. Die gemeinsame Zukunft würde aber nicht nur durch den Brexit auf eine harte Probe gestellt.

Auf der Agenda stehen unter anderem der Klimawandel und die digitalen Technologien. Anlass zur Sorge dürften auch die im April anstehenden Neuwahlen des EU-Parlaments bereiten. Was, wenn europakritische Parteien deutlich zulegen? Welche Folgen hat es für die Weiterentwicklung, wenn die Volksparteien in ganz Europa an Stärke verlieren?

Weilers Botschaft gen Brüssel und Straßburg: „Wir brauchen im Kern weniger als mehr Regulierung und wenn wir regulieren, dann müssen wir mit Augenmaß regulieren.“ Die drei wichtigsten Regeln dafür seien Flexibilität, Einfachheit und Angemessenheit. Über unverständliche, umständliche oder hinderliche Regelungen ärgerten sich Unternehmen und Bürger gleichermaßen.

Unnötige Pflichten wieder abbauen

Weiler wünscht sich mehr Besonnenheit und weniger Aktionismus, insbesondere im Hinblick auf Solvency II. Innerhalb der letzten zwölf Monate seien 46 Dokumente im Umfang von über 800 Seiten publiziert worden, die Versicherungs-Unternehmen betreffen. Hinzu kämen technische Vorgaben und über 300 neue Fragen und Antworten (Q&A´s).

Wie andere Verbände warnt der GDV vor überbordender Bürokratie. Vor allem kleine und mittlere Unternehmen sollten bei Berichts- und Dokumentationspflichten nicht überfordert werden. Nach der Umsetzung der zahlreichen Anforderungen inklusive Priips und Mifid plädiert die Branche für eine breite Evaluierung der Maßnahmen, um unnötige Vorgaben wieder abzubauen.

Nationales Thema Nummer eins im Jahr 2019: Provisionsdeckelung

Der GDV-Präsident geht davon aus, dass die Bundesregierung bereits mit der konkreten Ausgestaltung des Provisionsdeckels beschäftigt ist. „Klar ist, dass wir einen solchen Eingriff ordnungspolitisch nicht als Mittel der ersten Wahl betrachten“, stellte er dazu klar. Die Branche werde ihre Argumente in den weiteren Prozess einbringen.

Das in Deutschland übliche Provisionssystem setze oft erst den ersten Impuls, dass sich Bürger mit ihrer Alterssicherung beschäftigten. Die Behauptung, provisionsbasierte Beratung sei grundsätzlich schlecht, sei falsch, diskreditierend und diskriminierend.

„Sowohl Versicherer als auch Vermittler haben als Unternehmer ein massives Interesse an dauerhaft guten Beziehungen zu ihren Kunden“, sagte Weiler. Dass die Bürger mit „ihrem“ Vermittler in der Regel zufrieden sind, belege nicht zuletzt die geringe Anzahl der Beschwerden beim Ombudsmann (VersicherungsJournal 4.2.2019). Es gäbe keine Anzeichen für Fehlanreize in Sachen Beratung infolge der Provisionierung.

Weiterhin aktuell: Naturgefahren und deren Versicherung

Gleich zu Beginn des Jahres wurden die Folgen des Klimawandels wieder überdeutlich: Nach der Dauer-Hitze im Sommer nun Dauer-Schneefall in der Alpenregion. Anzahl, Dauer und Ausmaß der Wetterextreme nehmen zu. Doch viele Haubesitzer winken bei der Versicherung von Elementarschäden weiterhin dankend ab. Bei rund 57 Prozent der Wohngebäude fehlt dieser Baustein.

„Das macht uns die Politik zum Vorwurf. Dabei gibt es nur ganz wenige Gebäude, die nicht versicherbar sind.“ Der GDV wird zusammen mit den Bundesländern und den Verbraucherzentralen seine Bemühungen, die Lücke zu schließen, im laufenden Jahr noch einmal intensivieren. „Wir wollen keine Pflichtversicherung“, so die Position des obersten Repräsentanten der Branche.

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