Freitag, der 13.

13.4.2018 – Entgegen dem Volks- und Aberglauben ereignen sich an einem Freitag, den 13. nicht mehr Unfälle oder Schadenereignisse als an „normalen“ Freitagen, wie aus Schadendaten von GDV, Gothaer und Zurich hervorgeht. Seit zwölf Jahren ist der vermeintliche Unglückstag sogar auch positiv belegt – durch den Tag des Rauchmelders.

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Jedes Kalenderjahr gibt es mindestens einen und höchstens drei Freitage, die auf den 13. eines Monats fallen. Laut Wikipedia gilt der Freitag, der 13. „im Volksglauben als ein Tag, an dem besonders viele Unglücke passieren“. Übrigens: Wer vor diesem Tag krankhaft Angst hat, leidet unter Paraskavedekatria-Phobie. In der Medizin bezeichnet man die abergläubische Angst vor der Zahl „13“ als Triskaidekaphobie.

Der Bund der Versicherten e.V. (BdV) leidet offensichtlich nicht an einer solchen Phobie. Denn die Verbraucherschutz-Organisation veranstaltet am heutigen Freitag, den 13. in Berlin ihre diesjährige Wissenschaftstagung. Allerdings könnte der Tag für den „Gewinner“ des vom BdV initiierten Preises „Versicherungskäse des Jahres“, der heute verliehen wird, als „Unglückstag“ gewertet werden.

Nominiert sind übrigens der Schutzbrief „Ergo Smart Home“ der Ergo Group AG, der „Generali Vitality BU-Tarif SBUV 17“ der Generali Deutschland AG sowie die von der Württembergischen Gemeinde-Versicherung a.G. (WGV) und der BGV-Badischen Versicherung AG angebotene „Schülerversicherung“ (VersicherungsJournal 11.4.2018).

Keine Unglückshäufung

Eine Häufung von Unglücken an diesem „Unglückstag“ ist nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) allerdings nicht mit Zahlen belegbar. Der Vorsitzende der GDV-Hauptgeschäftsführung, Dr. Jörg Freiherr Frank von Fürstenwerth, berichtete bereits vor einiger Zeit unter Verweis auf die Verbandsstatistik in einer Web-Kolumne: „Statistisch lässt sich keine Zunahme von Unfällen feststellen. Der Freitag, der 13. birgt somit nur ein scheinbar höheres Risiko.“

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt auch der Gothaer-Konzern nach einer Auswertung der eigenen Schadenstatistik. Im Schnitt der vergangenen Jahre haben sich an Freitagen im Privatkundenbereich im Schnitt knapp 600 Schäden ereignet.

Am Freitag, den 13. Oktober der Vorjahres (VersicherungsJournal 13.10.2017) waren es den Angaben zufolge gerade einmal 500 Schäden. Auch an den vermeintlichen Unglückstagen der Vorjahre könne man keineswegs von einer auffälligen Schadenhäufung sprechen, hebt Roger Pohl vom Gothaer-Schaden-Controlling hervor.

Betrachtet man allerdings isoliert den 13. Januar des Vorjahres, so könnte laut Pohl tatsächlich der Schluss naheliegen, dass Freitag, der 13. ein Unglückstag sei. Denn an jenem Tag hatte die Gothaer in ihrer Statistik mit 1.738 etwa drei Mal so viele Schäden bei Privatkunden wie üblich an Freitagen zu verzeichnen. Dies habe allerdings weniger am vermeintlichen Unglückstag, Freitag, dem 13., gelegen, sondern vielmehr am Sturmtief „Egon“, das an jenem Tag über Deutschland zog.

Kein Anlass zu besonderer Sorge

Die Zurich Gruppe Deutschland gibt ebenfalls Entwarnung. Auch wenn der 13. eines Monats auf einen Freitag falle, bestehe in der statistischen Langzeitbetrachtung – die Zurich wertet die eigene Schadenstatistik seit über einem Jahrzehnt speziell unter diesem Aspekt aus – kein Anlass zu besonderer Sorge.

„Im langjährigen Mittel liegt die Zahl der an einem Freitag, den 13. gemeldeten Fälle auf ähnlichem Niveau wie an allen anderen Tagen (minus 0,7 Prozent)“, erläutert Michael Pecheim, Leiter Controlling & Performance Management bei der Zurich.

Für den letzten vermeintlichen Unglückstag – also Freitag, den 13. Oktober 2017 – seien sogar ein Fünftel weniger Schäden als an allen anderen ausgewerteten Freitagen des Jahres gemeldet worden, so Pechheim weiter.

Auch Tag des Rauchmelders

Seit 2006 ist jeder Freitag, der 13. allerdings auch der Tag des Rauchmelders und somit auch positiv belegt. Die vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) mitinitiierte „Kampagne ‚Rauchmelder retten Leben‘“ und die Feuerwehren weisen die Bürger an diesem Tag überall im Land darauf hin, dass neben der Installation auch die regelmäßige Wartung von Rauchmeldern unbedingt erforderlich ist.

Denn „ein Rauchmelder kann im Brandfall nur einwandfrei funktionieren, wenn er nicht verschmutzt oder seine Batterie nicht leer ist. Daher ist die jährliche Kontrolle zwingend erforderlich. Das wissen viele leider nicht“, heißt in einer aktuellen Pressemitteilung.

Dennoch scheint die im Jahr 2000 ins Leben gerufene Kampagne nicht erfolglos gewesen zu sein. So gab es nach Angaben des Deutschen Feuerwehrverbands e.V. (DFV) im Jahr 1990 noch fast 800 Brandtote. 2015 waren es nur noch in etwa halb so viele.

Rauchmelderpflicht

Seit Anfang des vergangenen Jahres gilt in jedem Bundesland übrigens eine Rauchmelderpflicht – zumindest für Neu- und Umbauten. In mehreren Bundesländern gibt es Übergangsregelungen zur Nachrüstung bei bestehenden Gebäuden.

In der Regel ist der Haus- oder Wohnungseigentümer für die Installation der gesetzlich vorgeschriebenen Brandmelder verantwortlich. Wie die genauen Regelungen in den einzelnen Bundesländern aussehen, kann auf dieser Internetseite nachgelesen werden.

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