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Firmen erleiden Schäden in Milliardenhöhe durch Cyberattacken

10.7.2024 – Ein Großteil der Unternehmen ist im vergangenen Jahr Opfer von Datendiebstahl, Cyber-Erpressung, Spionage und/oder Sabotage geworden. Fast drei Viertel der dabei verursachten Schäden, nämlich über 148 Milliarden Euro, gehen auf das Konto von Cyberattacken. Mehr als jeder zweite Unternehmer fürchtet zudem, dass Cyberkriminelle durch einen Angriff die Existenz der Firma gefährden können. Dies belegt eine Bitkom-Studie.

Das inzwischen erreichte Ausmaß von Cyberkriminalität belegt der Branchenverband der deutschen Informations- und Telekommunikationsbranche Bitkom e.V. in der Studie „Wirtschaftsschutz 2023“.

Grundlage ist eine in 2023 durchgeführte repräsentative Befragung bei über 1.000 Unternehmen mit Sitz in Deutschland sowie mindestens zehn Beschäftigten und einem Jahresumsatz ab einer Million Euro.

148 Milliarden Euro Schaden durch Cyberkriminelle

Rund 80 Prozent der Befragten gaben an, dass sie in den letzten zwölf Monaten von Datendiebstahl, Cyber-Erpressung, Industriespionage und/oder Sabotage betroffen waren. Der Gesamtschaden betrug knapp 205,9 Milliarden Euro. Der Großteil, nämlich 72 Prozent beziehungsweise 148,2 Milliarden Euro, wurde durch Cyberattacken verursacht.

Insgesamt gaben zudem 82 Prozent der Unternehmen an, dass sie häufiger von Cyberkriminellen angegriffen wurden als in den Jahren zuvor. 52 Prozent der Befragten sehen durch die Cyberangriffe auch die Existenz ihres Unternehmens bedroht.

Anteilig die häufigste Art von Angriffen, die zu Schäden geführt haben, sind Phishing-Attacken mit 31 Prozent, Angriffe auf Passwörter mit 29 Prozent und eine Infizierung der IT mit Schadsoftware (Malware) mit 28 Prozent.

Dahinter folgen Cyberangriffe in Form von Ransomware (Erpressersoftware, 23 Prozent) und SQL-Injection (21 Prozent). Alle fünf genannten Bedrohungen haben im Vergleich zur Vorjahresstudie deutlich zugenommen. Das größte Plus, nämlich um elf Prozentpunkte, verzeichneten die Attacken per Ransomware.

Die Tätergruppen

Die Umfrage ergab, dass verschiedene Verbrechergruppen hinter den Cyberattacken stehen. Aktiv durchgeführt werden sie nach Angaben der bereits angegriffenen Betriebe am häufigsten, nämlich in 61 Prozent der Fälle, von Banden oder organisierten Kriminellen. Etwa 41 Prozent der Angriffe gingen von Privatpersonen wie Hobbyhackern aus.

Während 25 Prozent der Cyberangriffe durch (ehemalige) Mitarbeiter unbeabsichtigt ermöglicht wurden, basieren 14 Prozent der Fälle auf vorsätzlich handelnden (ehemaligen) Beschäftigten, wie die Befragten vermuten. Rund 18 Prozent der Ereignisse werden konkurrierenden Firmen, sieben Prozent ausländischen Nachrichtendiensten, vier Prozent Kunden und drei Prozent Lieferanten zugeschrieben.

Absicherung gegen Cyberrisiken

Zur Abwehr vor Cyberkriminellen gibt es vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zahlreiche Sicherheitsempfehlungen und aktuelle Warnungen über kürzlich bekannt gewordene Sicherheitslücken und derzeit laufende weitverbreitete Cyberangriffe. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen lassen sich Schäden nicht ausschließen.

Die Versicherungswirtschaft bietet mit Cyberversicherungen eine Absicherung der durch Cyberattacken entstehende Kosten. Dazu zählen unter anderem Ausgaben für die Wiederherstellung beschädigter oder zerstörter Daten oder Ersatz für die durch Betriebsunterbrechungen verursachten Ausfälle.

Versichert werden kann auch der Schadenersatz an Dritte. „Werden sensible Daten von Kunden aus dem Firmennetzwerk gestohlen, können Unternehmen haftbar gemacht werden. Kunden können bei Missbrauch Schadenersatz vom bestohlenen Unternehmen verlangen“, wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) erklärt.

Zu dem Service von Cyberpolicen kann zum Beispiel auch die Hilfe durch Experten für IT-Forensik, spezialisierte Anwälte und Krisenkommunikatoren gehören.

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Leserbriefe zum Artikel:

+Hubert Becker - Die von Bitkom „berechneten” Schadenhöhen nicht unreflektiert übernehmen. mehr ...

Peter Schramm - 200 Milliarden Euro durch Cybercrime sind absolut realistisch. mehr ...

Schlagwörter zu diesem Artikel
Cyberversicherung · Marktforschung · Mitarbeiter · Schadenersatz · Senioren
 
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