WERBUNG

Fintech-Kooperationen: Versicherer überholen Banken

12.2.2020 – Bei Partnerschaften mit jungen Unternehmen aus der Start-up-Szene sind die deutschen Versicherer mittlerweile aktiver als Banken. Gerade, wenn es um die Zusammenarbeit im operativen Geschäft geht. Das belegt der zweite Fintech Kooperationsradar von PWC.

WERBUNG

Bei Kooperationen mit Fintechs oder Insurtechs haben die Versicherer in manchen Kategorien die Banken hierzulande bereits überholt. Das geht aus dem zweiten „Fintech Kooperationsradar“ (PDF, 684 KB) der Pricewaterhousecoopers AG (PWC) hervor.

Die Autoren der Studie analysierten nach eigenen Angaben 2.102 Kooperationen. Der erste Report zu diesem Thema erschien 2018 (VersicherungsJournal Medienspiegel 19.10.2018).

Die Auswertung befasst sich mit operativen Partnerschaften und auch ?nanziellen Vereinbarungen, bei denen Unternehmen Risikokapital (Venture-Capital) zur Verfügung stellen oder ein Start-up kaufen. Der Kooperationsradar von PWC untersucht den Zeitraum von 2012 bis Ende Juli 2019.

Versicherer verstärken Engagement bei Insurtechs

Insgesamt beteiligten sich deutsche Versicherer im ersten Halbjahr 2019 finanziell an 20 Fintechs, unter die das Beratungsunternehmen auch Insurtechs fasst, direkt. Im Gesamtjahr 2018 waren es gerade mal 29 Investments.

Zum Vergleich: Die deutschen Banken beteiligten sich 2019 an 36 technologiebasierten Finanz-Start-ups. Damit tätigten die Geldinstitute in sieben Monaten laut der Studie ebenso viele Beteiligungen wie 2017 (35) und 2018 (39) im Gesamtjahr.

Zusammengenommen haben sich Banken und Versicherer in den ersten sieben Monaten 2019 an 56 Finanz-Startups direkt finanziell beteiligt. Das bleibe aber weiterhin hinter rein operativen Kooperationen (83 Fälle) zurück, wie der Kooperationsradar unterstreicht.

Entwicklung von Fintech-Kooperationen (Bild: PWC)
Entwicklung von Fintech-Kooperationen (Bild: PWC)

Vor zwei Jahren ermittelte die Unternehmensberatung 529 Kooperationen. 2019 waren es in den ersten sieben Monaten 324 Fälle.

Der wichtigste Partner von Fintechs blieben die Banken (693 Fälle seit 2012), gefolgt von Versicherern (354 Fälle) und Medienunternehmen (127 Fälle). Die letztgenannten kaufen sich bei den betreffenden Startups in der Regel über Anteile gegen unbezahlte Werbezeiten ein, sogenannte Media-for-Equity-Deals.

In der Zusammenarbeit zwischen etablierten Unternehmen und Start-ups sind operative Kooperationen mit einem Anteil von 63 Prozent dominant. Finanzielle Beteiligungen liegen bei 31 Prozent, sonstige Partnerschaften beziffert PWC auf sechs Prozent.

Versicherer überholen Banken

Als interessanten Aspekt bezeichnen die Autoren des Kooperationsradars, dass Versicherungs-Unternehmen mittlerweile genauso umtriebig in der Fintech-/Insurtech-Szene mitmischten wie die Banken.

So habe die Versicherungswirtschaft die Geldinstitute bei den ausschließlich operativen Kooperationen (ohne direkte finanzielle Beteiligung) von Januar bis Juli 2019 „sogar zum ersten Mal überholt“ (72 Fälle versus 70 Fälle).

Die Top-fünf-Versicherer steigerten laut Auswertung der Unternehmensberatung die Anzahl der Kooperationen um 28 Prozent gegenüber dem Vorjahr und somit deutlich stärker als die fünf größten Banken mit 22 Prozent.

Vergleich operative Fintech-Kooperationen (Bild: PWC)
Vergleich operative Fintech-Kooperationen (Bild: PWC)

Versicherer bauen Kooperationen aus

Zudem zählt die Studie 61 Fälle, in denen Versicherer mit Start-ups jenseits der Finanzbranche zusammenarbeiten: etwa mit jungen IoT-Firmen, Drohen-Unternehmen oder Mobility-Spezialisten. Banken seien erst 19 derartige Kooperationen eingegangen.

„Während die Versicherungsbranche ihre Kooperationen weiter stark ausbaut, scheinen Banken dagegen selektiver, aber dann auch intensiver, das heißt ?nanziell zu kooperieren“, erklärt dazu Sven Meyer, Head-of-Digital-Ecosystem bei PWC in Deutschland.

Seit 2017 steht im Verhältnis zwischen Versicherern und Insurtechs nicht mehr der Wettbewerbsgedanke im Vordergrund, sondern durchaus der Pragmatismus. Denn die etablierten Unternehmen nutzen die Innovationskraft der Start-ups (7.4.2017, 3.7.2017).

Pleitewelle bei Fintechs steht bevor

Trotz der positiven Effekte für Start-ups der Finanz- und Versicherungsbranche ist nicht alles rosarot. 2019 zeigte eine Analyse von PWC, dass seit 2011 233 Finanztechnologiefirmen ihr Geschäft eingestellt haben. Etwa jedes fünfte Unternehmen ist demnach schon wieder vom Markt verschwunden (Medienspiegel 30.6.2019).

Die weltweiten Investitionen in Insurtech-Unternehmen beliefen sich im Jahr 2019 auf eine Summe von 6,37 Milliarden US-Dollar. Das ist rund ein Drittel der Gesamtinvestments in diese Unternehmen seit dem Jahr 2012. Dennoch prophezeite auch Willis Towers Watson erst kürzlich ein Insurtech-Sterben (Medienspiegel 6.2.2020).

Schlagwörter zu diesem Artikel
Insurtech
 
WERBUNG
Sie sind gefragt!
Bild: Pixabay, CC0

Warum schließen Hausbesitzer mehrheitlich keine Elementarschadendeckung ab?

Schildern Sie uns Ihre Erfahrungen aus Ihrem Vermittleralltag in der aktuellen Leser-Umfrage, die Sie über diesen Link erreichen.

Die Umfrage ist kurz und anonym. Die Ergebnisse finden Sie im VersicherungsJournal-Extrablatt 1|2020, das an 23. März erscheint.

VersicherungsJournal in Social Media

Besuchen Sie das VersicherungsJournal auch in den sozialen Medien:

  • Facebook – Ausgewähltes für den Vertrieb
  • Twitter – alle Nachrichten von VersicherungsJournal.de
  • Xing – über den Verlag
  • Xing News – Ausgewähltes zu Karriere und Unternehmen
WERBUNG
Werben im Extrablatt

Mit einer Anzeige im Extrablatt erreichen Sie mehr als 13.000 Menschen im Versicherungsvertrieb, überwiegend ungebundene Vermittler. Über die Konditionen informieren die Mediadaten.

Ihr Wissen und Ihre Meinung sind gefragt

Ihre Leserbriefe können für andere Leser eine wesentliche Ergänzung zu unserer Berichterstattung sein. Bitte schreiben Sie Ihre Kommentare unter den Artikel in das dafür vorgesehene Eingabefeld.

Die Redaktion freut sich auch über Hintergrund- und Insiderinformationen, wenn sie nicht zur Veröffentlichung unter dem Namen des Informanten bestimmt ist. Wir sichern unseren Lesern absolute Vertraulichkeit zu. Schreiben Sie bitte an redaktion@versicherungsjournal.de.

Allgemeine Pressemitteilungen erbitten wir an meldungen@versicherungsjournal.de.

WERBUNG
Wie erklär‘ ich’s meinem Kunden?

Kunden gewinnen mit Vorträgen

Gesetze und Fachchinesisch gibt es genug. Ein neuer Ratgeber zeigt, wie Sie in Kundenveranstaltungen durch Vorträge überzeugen.

Mehr Informationen erhalten Sie unter diesem Link...

Diese Artikel könnten Sie noch interessieren
13.2.2020 – Der Beruf des Versicherungs-Vermittlers ist oft verschrien, aber unerlässlich. Seine Arbeit können digitale Anbieter nicht ersetzen, aber effektiv unterstützen, schreibt Alexander Huber, Marketing-Verantwortlicher des Versicherers One, in einem Gastbeitrag. (Bild: One) mehr ...
 
11.2.2020 – Das Unternehmen wirbt seinen neuen Vorstand bei dem Münchener Maklerpool ab. Der neue Mann wird das Führungsgremium des Plattformbetreibers als zusätzliches Mitglied erweitern. (Bild: Marek Beier) mehr ...
 
10.2.2020 – Das Geschäftsjahr 2019 der Versicherungswirtschaft bewertete R+V-Chef Norbert Rollinger beim Neujahrsemfang der Assekuranz-Führungskräfte anders als der GDV. Zugleich benannte er die aus seiner Sicht größten Herausforderungen für die Branche. (Bild: RGN-Photographs) mehr ...
 
6.2.2020 – Der Assekuradeur erweitert seine Zielgruppe und bringt ein neues Produkt für Kreative und beratende Berufe auf den Markt. Wie das Insurtech seine Markenbekanntheit steigern will und warum sich das Unternehmen einem Leistungsvergleich stellt. (Bild: Insurance Hero) mehr ...
 
3.2.2020 – Das Insurtech erweitert sein Führungsteam und wirbt für die Doppelspitze einen Manager von einem Spezialversicherer an. (Bild: Finanzchef24) mehr ...
 
30.1.2020 – Mit der digitalen Transformation ändert sich nicht nur das Verhalten der Kunden: Auch in vielen Unternehmen stellt man sich neu auf. Dabei handelt es sich hier nicht nur um ein neues Projekt. Der „Jungsclub“ ist kein Zukunftsmodell, wurde auf einer Fachkonferenz gewarnt. (Bild: Lier) mehr ...
 
29.1.2020 – Für ein App-basiertes Angebot in der Kfz-Versicherung arbeitet der Versicherer jetzt mit einem Insurtech aus der Schweiz zusammen. Die neue Offerte folgt auf die Dashcam-Police des Unternehmens. (Bild: die Bayerische) mehr ...
WERBUNG