Elementargefahren gelten meist nicht als Risiko

21.11.2018 – Schäden durch Überschwemmung, Starkregen, Hochwasser, Erdbeben, -senkung oder -rutsch sowie Schneedruck, Lawinen und Vulkane sind im Regelfall nur über eine erweiterte Elementarschadendeckung versichert. Viele Menschen fürchten diese Risiken für sich selbst nicht. Aber selbst wer sie für das eigene Heim für wahrscheinlich hält, versichert sich oft nicht.

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Das Phänomen des Starkregens ist in der deutschen Bevölkerung inzwischen weitgehend angekommen: 21 Prozent der Hausbesitzer halten einen Schaden durch Starkregen für „sehr wahrscheinlich“ und 54 Prozent für „wahrscheinlich“. Und: Nur acht Prozent der Menschen, die diese Auffassung vertreten, haben sich nicht versichert.

Bei den übrigen Elementargefahren sind das Bewusstsein für das Risiko und die Versicherungsdichte deutlich ungünstiger, wie eine Studie der Gothaer Allgemeine Versicherung AG zeigt. Für diese Studie befragte das Meinungsforschungs-Institut Forsa Gesellschaft für Sozialforschung und statistische Analysen mbH im Oktober 1.011 Hausbesitzer ab 18 Jahren online.

Feuer fast immer versichert

55 Prozent der befragten Hausbesitzer halten einen Feuerschaden für (sehr) wahrscheinlich. 99 Prozent der Befragten mit dieser Auffassung haben sich dagegen auch versichert. Unabhängig von der Einschätzung einer Schadens-Wahrscheinlichkeit haben 96 Prozent eine Police, die Feuer einschließt – also eine klassische Wohngebäudeversicherung.

Auch gegen Schäden durch Wasserrohrbruch und Sturm haben sich nahezu alle Befragten versichert. Anders sieht es hingegen bei den Elementarrisiken aus: Von den 22 Prozent der Befragten, die Hochwasser für eine wahrscheinliche Gefahr halten, wird diese von zehn Prozent nicht versichert.

Einen Erdrutsch oder ein Erdbeben fürchten nur 22 Prozent beziehungsweise acht Prozent für das eigene Heim. Von denen, die diese Sorgen haben, versichern sich aber 17 beziehungsweise 23 Prozent nicht dagegen.

Lawinen werden gar nicht gefürchtet

Auch der Schneedruck auf dem eigenen Dach gilt für etwas mehr als jeden Fünften als ein Risiko. In der betroffenen Gruppe wird es aber von 18 Prozent nicht versichert.

Der Umfrage zufolge haben 90 Prozent eine Wohngebäudeversicherung abgeschlossen und 82 Prozent eine Hausratversicherung. Von den Befragten gaben zudem 64 Prozent an, auch eine Elementarschadendeckung abgeschlossen zu haben.

Vom Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) erhobene Zahlen besagen hingegen, dass weniger als die Hälfte der Wohngebäude in Deutschland umfänglich gegen Naturgefahren geschützt sind (VersicherungsJournal 27.4.2018).

Top Ten der gefürchteten Gefahren (Bild: Gothaer)
(Bild: Gothaer)

Regionale Unterschiede

Wenig verwunderlich, schätzen die Befragten die Wahrscheinlichkeit, bestimmten Risiken ausgesetzt zu sein, regional unterschiedlich ein. So fürchten Schäden durch Schneedruck auf dem Dach am ehesten die Befragten aus Bayern (29 Prozent) und Ostdeutschland (31 Prozent), während der Landesdurchschnitt bei 22 Prozent liegt.

Befragte aus Baden-Württemberg halten Schäden durch Hagel (86 Prozent) etwas häufiger als im Durchschnitt (77 Prozent) für wahrscheinlich. Norddeutsche halten Feuerschäden (61 gegenüber 55 Prozent im Durchschnitt) und Befragte aus der Mitte des Landes Schäden durch Erdrutsch beziehungsweise Erdsenkung (19 gegenüber zwölf Prozent im Durchschnitt) häufiger für möglich.

Mit Ausnahme des Sturms fürchten Großstädter (Ortsgröße ab 100.000 Einwohner) (Natur-) Gefahren für ihr Gebäude deutlich weniger als der Durchschnitt aller Befragten. Befragte in mittleren Städten und Gemeinden (20.000 bis 100.000 Einwohner) fürchten Naturgefahren tendenziell überdurchschnittlich stark. Die Einschätzung derer, die in Orten bis 20.000 Einwohnern lebt, liegt bei allen Gefahren nahe am Durchschnitt.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Elementarschaden · Gebäudeversicherung · Hausratversicherung · Marktforschung · Starkregen
 
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