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Eigenanteil für die stationäre Pflege steigt auf fast 2.000 Euro

26.8.2019 – Stationär Betreute ab Pflegegrad zwei müssen im bundesweiten Durchschnitt zu den Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung aktuell 1.891 Euro selbst tragen. Das sind 3,3 Prozent mehr als vor einem halben Jahr und 6,7 Prozent mehr als Anfang 2018. In drei Bundesländern beträgt die finanzielle Belastung für die Betroffenen über 2.000 Euro, in zwei Regionen dagegen unter 1.400 Euro. Das zeigen aktuelle Statistiken der Ersatzkassen.

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Die stationär in einem Pflegeheim Betreuten erhalten von der gesetzliche (soziale) Pflegeversicherung (SPV) je nach Pflegegrad des Pflegebedürftigen einen Pauschalbetrag für die Pflege, Betreuung und medizinische Behandlung.

Für eine stationäre Pflege zahlt die Versicherung pro Monat bei Pflegegrad

  • eins 125 Euro,
  • zwei 770 Euro,
  • drei 1.262 Euro,
  • vier 1.775 Euro und bei
  • fünf 2.005 Euro.

Wie Statistiken des Verbandes der Ersatzkassen e.V. (VDEK) vom 1. Juli belegen, reichen diese Pauschalbeträge der gesetzlichen Pflegeversicherung jedoch bei weitem nicht aus, um die tatsächlichen Kosten einer stationären Betreuung abzusichern.

Insgesamt kostete Mitte 2019 die stationäre Pflege, wenn man die Leistungen der SPV und die durchschnittlichen Eigenbeteiligungen, die ein Pflegebedürftiger selbst zu zahlen hat, zusammenrechnet, im Bundesdurchschnitt aktuell je nach Pflegegrad zwischen 2.241 Euro und 3.896 Euro.

Pflegekosten (Bild: Zwick)

Stationäre Pflege: So viel zahlt ein Pflegebedürftiger dazu

Laut dieser Statistik musste ein Pflegebedürftiger im Durchschnitt 747 Euro für Unterkunft und Verpflegung sowie 451 Euro an Investitionskosten selbst zahlen. Der einrichtungs-einheitliche Eigenanteil, den die stationär Betreuten ab Pflegegrad zwei selbst zu tragen haben, liegt aktuell im Bundesdurchschnitt bei 693 Euro. Bei Pflegegrad eins waren es sogar 918 Euro.

Damit lag finanzielle Belastung ab Pflegegrad zwei für eine stationäre Pflege am 1. Juli 2019 insgesamt bei durchschnittlich 1.891 Euro, bei Pflegegrad eins waren es sogar 2.116 Euro.

Das waren, wenn man frühere VDEK-Statistiken vergleicht, ab Pflegegrad zwei 61 Euro (3,3 Prozent) mehr als vor sechs Monaten und 119 Euro (6,7 Prozent) mehr als im Januar 2018.

Wie sich der Eigenanteil zusammensetzt

Der Eigenanteil, den ein Pflegebedürftiger für eine stationäre Pflege zusätzlich zu den SPV-Leistungen zu tragen hat, setzt sich zum einen aus den Kosten für die Unterkunft und die Verpflegung im Pflegeheim sowie vom Pflegeheim verlangten anteiligen Investitionskosten zusammen. Zu den Investitionskosten zählen anteilige Kosten, die der Heimbetreiber für die Gebäudemiete oder -finanzierung, für Instandhaltungskosten oder ähnliche Ausgaben, auf die Heimbewohner umlegen darf.

Zum anderem muss ein Pflegebedürftiger auch für einen Teil der pflegebedingten Kosten aufkommen, da die Pauschalleistung der SPV dafür in der Regel nicht ausreichen. Darunter fallen die Kosten für das Pflegepersonal und der Sachaufwand für die Pflege. Seit 2017 ist dieser sogenannte einrichtungs-einheitliche Eigenanteil (EEE) für die Pflegekosten für alle Pflegebedürftigen ab Pflegegrad zwei bis fünf gleich hoch.

„Das heißt, Betroffene im Pflegegrad fünf zahlen für die Pflege genauso viel zu wie Betroffene im Pflegegrad 2. Der Eigenanteil unterscheidet sich nur noch von Einrichtung zu Einrichtung“, ist im Webportal des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) zu lesen.

Regionale Unterschiede bei der finanziellen Belastung

Allerdings unterscheidet sich die finanzielle Belastung, die Betroffene für eine stationäre Pflege selbst zu tragen haben, regional zum Teil erheblich, wie die VDEK-Daten belegen. So müssen Pflegebedürftige in Nordrhein-Westfalen mit einem durchschnittlichen Eigenanteil von 2.337 Euro fast 24 Prozent mehr zahlen als im Bundesdurchschnitt. Das Saarland liegt mit einem Eigenanteil von 2.225 Euro um knapp 18 Prozent über dem Mittelwert für ganz Deutschland. Um fast 16 Prozent wird dieser Wert in Baden-Württemberg (2.184 Euro) übertroffen.

Am niedrigsten ist der Selbstbehalt mit 1.331 Euro in Sachsen-Anhalt, obwohl dieser seit Anfang 2018 bis Mitte 2019 um 249 Euro angestiegen ist. Das sind mehr als 1.000 Euro weniger als in Nordrhein-Westfalen, obwohl der Eigenanteil für eine stationäre Pflege im gleichen Zeitraum nur um sechs Euro teurer wurde.

Eigenanteil Pflegekosten (Bild: Zwick)

Eigenanteil für stationäre Pflege steigt weiter an

Insgesamt ist die durchschnittliche finanzielle Belastung, die ein Pflegebedürftiger in der stationären Pflege selbst zu tragen hat, in den ersten sechs Monaten dieses Jahres um 61 Euro gestiegen. Spitzenreiter ist Hessen mit 120 Euro, am günstigsten war das Saarland mit acht Euro Verteuerung.

Seit Anfang 2018 bis Mitte 2019 hat sich der Eigenanteil in Mecklenburg-Vorpommern sogar um 269 Euro, in Sachsen-Anhalt um 249 Euro und in Sachsen um 219 Euro erhöht. In Berlin wurde dagegen nur um 90 Euro und in Nordrhein-Westfalen um sechs Euro erhöht.

Kosten werden unterschätzt

Nach einer Studie der Postbank sind mehr als vier von zehn Erwachsenen hierzulande der Meinung, dass die gesetzliche Pflegeversicherung eine Art Vollkasko im Pflegefall ist. Jeder Fünfte glaubt zudem, dass der Eigenanteil, den ein Pflegebedürftiger für eine stationäre Pflege zahlen muss, unter 1.000 Euro liegt (VersicherungsJournal 13.3.2019).

Laut einer Umfrage der Versicherungskammer Bayern (VKB) sind fast alle Befragten (92 Prozent) davon überzeugt, dass zur Absicherung von Pflegerisiken zusätzliche freiwillige Vorsorge notwendig ist. Trotzdem sorgen aber nur 34 Prozent tatsächlich vor und das oft mit ungeeigneten oder unzureichenden Instrumenten, so die Auswertung der VKB-Studie „Absicherung und Prävention“ (2.7.2019).

 
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