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Diese Rechtsschutzversicherer schreiben (tief)rote Zahlen

13.11.2019 – Im vergangenen Jahr haben 40 Prozent der 25 größten Rechtsschutzversicherer eine kombinierte Schaden-Kosten-Quote von über 100 Prozent erzielt. Am besten schnitt laut dem „Branchenmonitor: Rechtsschutz-Versicherung 2013-2018“ die Huk-Coburg-Rechtsschutz ab, am schlechtesten die Huk24.

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Die Ertragslage für die deutschen Rechtsschutzversicherer hat sich 2018 wieder leicht verschlechtert. Die kombinierte Schaden-Kosten-Quote (nach Abwicklung; in Relation zu den verdienten Bruttobeiträgen) ist um einen Prozentpunkt auf 98,8 Prozent gestiegen.

Dies ist dem „Statistischen Taschenbuch der Versicherungswirtschaft 2019“ vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) zu entnehmen. Die drei Jahre davor hatte die Branche noch in der Verlustzone gelegen.

Combined Ratio (Bild: Wichert)

Zehn Gesellschaften mit Verlusten

Auf Ebene der einzelnen Gesellschaften betrachtet hat sich der Anteil der Anbieter mit einer Combined Ratio von über 100 Prozent von gut einem Fünftel im Jahr zuvor (VersicherungsJournal 13.11.2018) auf 40 Prozent fast verdoppelt.

Dies zeigt der „Branchenmonitor: Rechtsschutz-Versicherung 2013-2018“ von der V.E.R.S. Leipzig GmbH und der Sirius Campus GmbH. In diesem werden zahlreiche Kennzahlen der 25 größten Marktteilnehmer mit über 95 Prozent Marktanteil dargestellt.

Huk24 mit der höchsten Combined Ratio

Der mit Abstand höchste Wert wird für die Huk24 AG ausgewiesen, die mit knapp 18 Millionen Euro gebuchtem Bruttobeitragsaufkommen der kleinste der aufgeführten Anbieter ist. Die aktuelle Quote von über 120 Prozent bedeutet eine minimale Verschlechterung im Vergleich zu 2017. Sie liegt aber um jeweils rund zehn Prozentpunkte unter den Werten der beiden Jahre davor (1.12.2017, 11.1.2017).

Die seinerzeitige Verbesserung hatte die Gesellschaft mit einem Rückgang von Schadendurchschnitt und -häufigkeit bei in etwa gleichbleibenden Durchschnittsprämien erklärt. Im vergangenen Jahr verminderte sich zwar erneut die Häufigkeit. Dafür zogen aber die Durchschnittsbeiträge und der Aufwand pro Rechtsschutzfall an.

Unter dem Strich betrachtet kletterten die Bruttoaufwendungen für Versicherungsfälle um rund ein Zwölftel auf 20,3 Millionen Euro. Das versicherungs-technische Ergebnis für eigene Rechnung verschlechterte sich von minus 4,1 auf minus 4,5 Millionen Euro. In allen anderen betriebenen Versicherungszweigen hatte das Unternehmen laut Geschäftsbericht 2018 (PDF, 605 KB) positive Werte zu verzeichnen.

Weitere Anbieter mit hohen Quoten

Vergleichsweise hohe Werte zwischen 105 und 104 Prozent haben die Studienautoren darüber hinaus für die WGV-Versicherung AG, den LVM Landwirtschaftlicher Versicherungsverein Münster a.G. und die Deurag Deutsche Rechtsschutz-Versicherung AG errechnet.

Dabei verschlechterte sich die WGV um rund 15 Prozentpunkte. Dies wird im Geschäftsbericht 2018 (PDF, 1,6 MB) wie folgt begründet: „Während die Geschäftsjahres-Schadenquote mit 90,1 Prozent auf dem Niveau des Vorjahres lag, ergab sich aus der Abwicklung der Vorjahresschäden ein Abwicklungsergebnis in Höhe von minus 3,1 Millionen (2017: plus 4,4 Millionen Euro), was im Wesentlichen auf den Dieselskandal zurückzuführen ist.“

Der LVM blickt auf ein nach eigenen Angaben „schwieriges“ Schadenjahr in Rechtsschutz zurück. Der um circa ein Sechstel auf 107,6 Millionen Euro gestiegene Regulierungsaufwand (brutto) „war stark geprägt durch Widerrufsfälle zu Kreditverträgen und Klagen gegen VW aufgrund des Abgasskandals“, heißt es im Geschäftsbericht 2018 (PDF, 3,6 MB).

Höchste Combined Ratio (Bild: Wichert)

Die Ideal Versicherung AG, die in den Branchenmonitoren der vergangenen beiden Jahre mit Quoten von jeweils um die 200 Prozent als Schlusslicht aufgeführt wurde, wird in der aktuellen Auflage der Publikation nicht mehr aufgelistet. Bei den Berlinern schrumpfte – sanierungsbedingt – das Prämienaufkommen um fast ein Fünftel auf unter 4,3 Millionen Euro. Die Combined Ratio konnte um über 70 Prozentpunkte auf knapp 130 Prozent gesenkt werden (7.5.2019).

Die profitabelsten Rechtsschutz-Versicherer

Die niedrigste Combined Ratio hatte 2018 laut dem Branchenmonitor die Huk-Coburg-Rechtsschutz-Versicherung AG zu verzeichnen. Das Unternehmen blieb als einziges unterhalb der 90-Prozent-Marke – wenn auch nur hauchdünn.

Quoten zwischen gut 90 und unter 95 Prozent standen für die Württembergische Versicherung AG, die Landschaftliche Brandkasse Hannover (VGH), die DMB Rechtsschutz-Versicherung AG und die Mecklenburgische Versicherung a.G. zu Buche.

Niedrige Combined Ratio (Bild: Wichert)

Weitere Studiendetails

Der „Branchenmonitor 2013-2018: Rechtsschutz-Versicherung“ enthält zahlreiche weitere Kennzahlen zum Versicherungszweig Rechtsschutz sowie Daten zur Bestandskundenanalyse.

Die rund 70-seitige Studie kann als PDF-Version für 493,85 Euro inklusive Mehrwertsteuer bei Clemens Wilde per E-Mail oder per Telefon unter 0341 24659265 bestellt werden.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Bestandskunden · Darlehen · Geschäftsbericht · Marktanteil · Rechtsschutz · Regulierung · Schaden-Kosten-Quote
 
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