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Dies sind die Lebensversicherer mit den höchsten Stornoquoten

23.11.2021 – Die Bestandsstornoquote (Hauptversicherungen, in Relation zu den Verträgen) der deutschen Lebensversicherer ist 2020 von 2,70 auf 2,56 Prozent gesunken. Die Delta Direkt schnitt laut dem Map-Report 922 am besten ab, die Targo am schlechtesten. Die deutlichste Verbesserung gab es bei der VRK.

Im vergangenen Jahr ist die Bestandsstornoquote der deutschen Lebensversicherer (Hauptversicherungen, Rückkäufe und Umwandlungen in beitragsfreie Versicherungen zuzüglich sonstiger vorzeitiger Abgänge in Prozent des mittleren Vertragsbestandes des Geschäftsjahres) auf einen neuen Tiefststand von 2,56 Prozent gesunken.

Dies ist dem Mitte November erschienenen Map-Report Nummer 922 – „Bilanzrating deutscher Lebensversicherer 2020“ (VersicherungsJournal 19.11.2021) zu entnehmen. Damit hat sich die Quote im Vergleich zu 2008 um etwa ein Drittel vermindert. In diesem Zeitraum hatte es nur einmal eine Steigerung gegeben, und zwar im Jahr zuvor (2.12.2020).

Entwicklung Stornoquote (Bild: Wichert)

„Historisches Tief“ bei der Stornoquote

Von einer Stornoquote auf „historischem Tief“ hatte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) bereits im Juli berichtet.

GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen hatte den Rückgang vor dem Hintergrund der angespannten wirtschaftlichen Lage vieler Versicherter während der Pandemie als „besonders bemerkenswert“ bezeichnet (6.7.2021).

Stornoquote

Bei der Stornoquote werden Rückkäufe und vorzeitige Abgänge in Beziehung zum mittleren Jahresbestand gesetzt. Diese Quote ist für den Map-Report-Chefredakteur Reinhard Klages ein wichtiger Indikator für die Qualität eines Lebensversicherers, die „misst, wie viele Verträge, in Prozent des Bestandes, vorzeitig gekündigt werden“.

Durch diese Quote würden junge, schnell wachsende Unternehmen möglicherweise benachteiligt. Denn der Nenner sei klein und in den ersten Jahren passierten viele Storni.

„Neben schlechter Beratung ist diese Kennzahl häufig auch ein Indiz für eine Strategie, die stark auf Finanzierungen oder Geldanlagen setzt. Ändern sich dann steuerliche Rahmenbedingungen oder fällt der Investitionszweck weg, wird schnell storniert“, erläutert Klages.

Der vorzeitige Abgang von Verträgen hänge allerdings auch von externen Faktoren ab, die sich dem Einflussbereich des Versicherers entzögen – so beispielsweise von der wirtschaftlichen und persönlichen Situation des Versicherungsnehmers. In der Regel nehme die Stornohäufigkeit mit zunehmender Bestandszugehörigkeit ab.

Direkt auf die Unternehmensqualität schließen lässt die Stornoquote allerdings nicht. Dies hat der Diplom-Mathematiker und Aktuar (DAV) Peter Schramm vor einiger Zeit in einem Leserbrief im VersicherungsJournal dargelegt.

Die Gesellschaften mit den höchsten Stornoquoten

Die im Map-Report 77 analysierten Lebensversicherungs-Gesellschaften weisen Stornoquoten zwischen 0,69 Prozent und 8,52 Prozent aus. Auf den höchsten Wert kommt ein weiteres Mal (27.9.2019) die Targo Lebensversicherung AG – mit einer leicht gesunkenen Stornoquote.

Dahinter folgt die erst vor wenigen Jahren gegründete Dortmunder Lebensversicherung AG (30.6.2017) mit einer um über einen Prozentpunkt gestiegenen Quote von 8,4 Prozent. Das Unternehmen gehört mit einem Bestand von 20.637 Hauptversicherungen (plus 22,4 Prozent) zu den kleinsten Marktteilnehmern.

Weitere Anbieter mit vergleichsweise hohe Quoten

Vergleichsweise hohe Werte von jeweils über fünf Prozent werden für die PB Lebensversicherung AG, die Neue Leben Lebensversicherung AG, die Mylife Lebensversicherung AG und die Provinzial Rheinland Lebensversicherung AG ausgewiesen. Die vier vorgenannten Akteure konnten die Quote allesamt nach unten schrauben.

Hohe Stornoquote (Bild: Wichert)

Besonders deutlich gelang dies der Mylife, bei der sich der Wert von 7,4 über 6,6 auf zuletzt 5,5 Prozent verminderte. Der vergleichsweise hohe Wert wird laut Geschäftsbericht 2020 (PDF, 1,1 MB) „weiterhin wesentlich beeinflusst vom auslaufenden Bestand des Geschäftszweigs der Restschuld-Versicherungen (28.4.2016). Aus technischen Gründen endet der Restschuldvertrag bei einer Erhöhung der Darlehenssumme durch einen neuen Kreditvertrag automatisch und zählt als Storno.

Es handelt sich hierbei also nicht um echte Kündigungen, sondern vielmehr um die Fortführung guter Kundenbeziehungen. Mittelfristig wird sich die Stornoquote weiter verbessern, kurzfristig bleibt sie jedoch aufgrund des nur schrittweise auslaufenden Restschuldbestandes noch auf höherem Niveau.“ Die Stornoquote im Nettogeschäft wird in dem Bericht mit unverändert 2,6 Prozent angegeben.

Sechs Marktteilnehmer weisen Quoten zwischen vier und unter fünf Prozent aus. 14 Anbieter liegen zwischen drei und unter vier Prozent, 23 zwischen zwei und unter drei Prozent sowie 19 weitere zwischen einem und unter zwei Prozent.

Fünf Akteure mit unter einem Prozent

Der niedrigste Wert wird mit knapp 0,7 Prozent für Delta Direkt Lebensversicherung AG ausgewiesen. Stornoquoten von unter einem Prozent hatten auch die WGV-Lebensversicherung AG, die Entis Lebensversicherung AG, die Europa Lebensversicherung AG sowie die Hannoversche Lebensversicherung AG zu verzeichnen.

Werte zwischen knapp über 1,0 und unter 1,4 stehen für die Versicherer im Raum der Kirchen Lebensversicherung AG (VRK), die Bayerische Beamten Lebensversicherung a.G., die Ergo Lebensversicherung AG und die Cosmos Lebensversicherungs-AG zu Buche.

Niedrige Stornoquote (Bild: Wichert)

Bei WGV, Europa und Hannoversche hat sich die Quote leicht verschlechtert, bei Delta Direkt und Entis leicht verbessert. Besonders deutlich nach unten ging die Quote bei der VRK. Hintergrund: Im Vorjahr hatte sich der Wert laut Geschäftsbericht 2020 (PDF, 980 KB) „im Zuge des Abgangs eines größeren Kollektivs als einmaliger Sondereffekt“ von 0,9 auf 5,3 Prozent erhöht.

Die Akteure mit den größten Veränderungen

Ebenfalls deutlich niedriger fiel die Stornoquote bei der Ergo Vorsorge Lebensversicherung AG aus. Die Verminderung von 5,4 auf 3,4 Prozent war mit zwei Prozentpunkten in etwa doppelt so stark ausgeprägt wie im Jahr zuvor. Seinerzeit hatte das Unternehmen das Minus „im Wesentlichen auf die Verschmelzung“ der Ergo Direkt Lebensversicherung AG (28.3.2019) zurückgeführt.

Bei der Mylife sank der Wert aus den oben genannten Gründen um etwas über ein Prozent. Um mehr als einen halben Prozentpunkt verbesserten sich ansonsten nur noch die Neue Leben und die Provinzial Rheinland.

Deutliche Steigerungen bei zwei weiteren Anbietern

Neben der Dortmunder – wie oben ausgeführt – waren ansonsten nur noch bei zwei weiteren Anbietern deutliche Steigerungen zu beobachten. Dies ist zum einen die Credit Life AG, für die der Map-Report eine um 0,97 Prozentpunkte auf 3,90 Prozent erhöhte Quote errechnet hat.

Das Unternehmen weist im Geschäftsbericht 2020 (PDF, 908 KB) nur die Stornoquote gemessen am laufenden Beitrag von 4,3 Prozent aus. Für das Jahr 2019 wird ein Wert von 7,3 Prozent genannt. Hierbei handele es sich um „die aggregierten Werte der ehemaligen Rheinland Lebensversicherung AG und der Credit Life AG vor der Fusion“ (8.9.2020).

Bei der Basler Lebensversicherungs-AG erhöhte sich die Quote den Map-Report-Daten zufolge um 0,75 Prozentpunkte auf 3,30 Prozent. Die Gesellschaft weist in ihrem Geschäftsbericht 2020 (PDF, 2,0 MB) ebenfalls die Stornoquote nach laufendem Beitrag aus, die von 4,5 auf 4,8 Prozent gestiegen sei.

In dem Bericht wird zudem auf Folgendes hingewiesen: „Der Bestand an Einzel-Kapitalversicherungen nach laufendem Beitrag fiel um 10,8 Prozent infolge des eingestellten Neugeschäfts bei weiterhin hohen Abläufen.“

Bezugshinweis und weitere Studieninhalte

Die Branchenschwergewichte gehören bis auf wenige Ausnahmen weder zu den Spitzenreitern noch zu den Schlusslichtern (23.11.2021).

Der Map-Report Nummer 922 – „Bilanzrating deutscher Lebensversicherung 2020“ ist bei der Franke und Bornberg Research GmbH erschienen. Er enthält auf 202 Seiten neben den detaillierten Ratingergebnissen auch Übersichten zu zahlreichen Bilanzkennzahlen (Geschäftsjahr 2020) von bis zu 80 Anbietern.

Geboten werden ferner Tabellen zu weiteren Kennziffern zur Bestands- und Neugeschäftsentwicklung. Das Heft ist als E-Paper ab 353,85 Euro brutto über die Bestellseite von Franke und Bornberg erhältlich.

 
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