Dies sind die häufigsten und teuersten Hausrat-Schäden

15.9.2020 – Die Gefahr „Einbruchdiebstahl“ verursachte 2019 die meisten Schäden und war in Summe auch am teuersten für die Hausratversicherer. Dies geht aus aktuellen GDV-Zahlen hervor. Zwischen 2010 und 2019 schwankten Sturm- und Hagel- sowie erweiterten Elementarschäden bei Schadenzahl, Versicherungsleistungen und Durchschnittsschaden immens. Bei Feuer- und vor allem bei Leitungswasserschäden zeigt der Kostentrend hingegen deutlich nach oben.

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Die im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) organisierten Anbieter haben 2019 in der verbundenen Hausratversicherung 1,23 Milliarden Euro an Versicherungsleistungen erbracht. Dies entspricht einem Rückgang um gut drei Prozent.

Weit über 25 Milliarden Euro seit 2000

Niedrigere Ausgaben hatten die Hausratversicherer in diesem Jahrtausend nur zwischen 2004 und 2010. Der Rekordwert wurde 2002 erreicht, als fast 1,5 Milliarden Euro für Schäden bezahlt werden mussten. Am billigsten kam die Branche zwischen 2005 und 2008 mit jeweils unter 1,2 Milliarden Euro weg.

Hausratschäden 2000 bis 2019 Leistungen (Bild: Wichert)

Zwischen 2000 und 2019 summieren sich die vom GDV genannten Aufwendungen auf über 25,5 Milliarden Euro.

Einbruchdiebstahl ist häufigste …

Häufigste Schadenursache waren 2019, wie schon in den beiden Jahren zuvor (VersicherungsJournal 2.9.2019, 24.9.2018), Einbruchdiebstähle. Nach GDV-Angaben hatten die deutschen Hausratversicherer für rund 290.000 (2018: 310.000) Einbruchdiebstähle einzustehen.

Auf Rang zwei liegt die Gefahr „Feuer“. In dieser Kategorie waren laut der Verbandsstatistik etwa 170.000 (210.000) Fälle zu verzeichnen.

Knapp dahinter folgt das Risiko „Leitungswasser“ mit etwa 160.000 (170.000) Ereignissen vor den Sturm- und Hagelschäden. Deren Zahl wird mit circa 120.000 (130.000) angegeben. Darüber hinaus hatte die Branche erneut rund 50.000 Glas- sowie 10.000 (20.000) erweiterte Elementarschäden zu regulieren.

Unter letztere Kategorie sind laut GDV die Gefahren Überschwemmung (Ausuferung und Starkregen), Rückstau, Erdbeben, Erdsenkung, Erdrutsch, Schneedruck, Lawinen und Vulkanausbruch subsumiert.

… und teuerste Ursache

Den größten Posten der Bruttoaufwendungen machten ebenfalls Einbruchdiebstähle aus. Unverändert 440 Millionen Euro zahlten die Hausratversicherer 2019 dafür an ihre Kunden. Für Feuer betrugen die Versicherungsleistungen 350 (2018: 370) Millionen Euro, während Leitungswasserschäden mit wiederum 280 Millionen Euro zu Buche schlugen.

Für Sturm- und Hagelschäden waren 50 (60) Millionen Euro zu bezahlen, für Elementarereignisse 30 (50) Millionen Euro und für Glasbrüche wie im Jahr zuvor 20 Millionen Euro.

Hausratschäden 2019 Leistungen nach Schadenart (Bild: Wichert)

Einbruchdiebstähle bleiben Problemfeld

2019 kamen die Bruttoaufwendungen für Schäden nach Einbruchdiebstählen auf einen Anteil von leicht über einem Drittel an den gesamten Zahlungen. Die 440 Millionen Euro stellen wie schon im Vorjahr den niedrigsten Wert seit 2011 dar. Der Höchstwert wurde 2015 mit fast 700 Millionen Euro erreicht. Seinerzeit war auch der Anteil an den gesamten Versicherungsleistungen mit fast 50 Prozent am größten.

Während die Schadenzahl zwischen 2011 und 2016 relativ konstant in einem Korridor zwischen 390.000 und 420.000 lag, ging sie in den vergangenen drei Jahren jeweils deutlich zurück. Der durchschnittliche Aufwand hat sich nach drei Verminderungen in Folge aktuell wieder erhöht.

Für 2019 weist der GDV hier einen Wert von rund 1.560 Euro aus. Das sind circa ein Neuntel mehr als 2018 und entspricht dem zweithöchsten Betrag im Betrachtungszeitraum als drei Jahre zuvor. Im Vergleich zu 2010 sind die durchschnittlichen Kosten pro Ereignis um ein Fünftel gestiegen.

Hausratschäden 2010 bis 2019 Einbruchdiebstahl (Bild: Wichert)

Auffällig ist, dass die Werte bei der Gefahr Einbruchdiebstahl massiv von denen für Wohnungseinbrüche abweichen, wozu der GDV jährlich separate Zahlen veröffentlicht (26.3.2020). Dies liege daran, dass unter den hier aufgeführten Einbruchdiebstählen auch Schäden infolge von Raub oder Diebstahl aus Hotelzimmern, Krankenhäusern et cetera erfasst werden, erläuterte der Versichererverband auf Nachfrage.

Feuerschäden kosten im Schnitt immer mehr

Die durchschnittliche Entschädigung für einen Feuerschaden hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Im vergangenen Jahr war ein solcher Fall mit etwa 2.160 Euro mehr als doppelt so teuer wie noch 2011.

Hausratschäden 2010 bis 2019 Feuer (Bild: Wichert)

Die Bruttoaufwendungen lagen in den vergangenen Jahren ohne größere Schwankungen zwischen 360 und 380 Millionen Euro. 2011 waren noch Kosten von 400 Millionen Euro zu verzeichnen. Die Schadenzahl ist 2019 auf einen neuen Tiefstand gesunken. Acht Jahre zuvor gab es noch etwa fast doppelt so viele Schäden.

Leitungswasser: Schadendurchschnitt steigt auf Rekordniveau

Auch Leitungswasserschäden wurden zwischen 2011 und 2019 deutlich teurer für die Assekuranz. Der aktuelle Betrag von im Schnitt rund 1.740 Euro pro Ereignis liegt um drei Viertel über dem Wert aus 2011.

Hausratschäden 2010 bis 2019 Leistungswasser(Bild: Wichert)

Die Anzahl der Fälle ging dagegen auf Zehnjahressicht um über ein Fünftel zurück. Die Summe der ausgezahlten Versicherungsleistungen ist im Vergleich zu 2011 um etwa 40 Prozent angestiegen.

Auf und Ab bei Sturm/Hagel-Schäden

Die Anzahl der Sturm- und Hagelschäden schwankte zwischen 60.000 im Jahr 2016 und 140.000 in den Jahren 2015 und 2017 stark. Die Versicherungsleistungen bewegten sich zwischen 30 Millionen Euro (2012) und 80 Millionen Euro im Jahr 2013. In letztgenanntem Jahr hatte die Branche mit „Andreas“ einen der teuersten Stürme aller Zeiten zu verkraften (26.8.2013).

Den niedrigsten Schadendurchschnitt gab es der Verbandsstatistik zufolge 2015 mit etwa 350 Euro, den höchsten 2016 mit rund 740 Euro. In den zurückliegenden drei Jahren kosteten zwischen 120.000 und 140.000 dieser Naturereignisse die Hausratversicherer zwischen 50 und 60 Millionen Euro. Pro Fall zahlte die Assekuranz zwischen 420 und 440 Euro.

Hausratschäden 2011 bis 2019 Sturm und Hagel (Bild: Wichert)

Große Schwankungen bei den erweiterten Elementarschäden

Auch bei den erweiterten Naturgefahrenschäden sind große Schwankungen zu beobachten. Hier hatten die Hausratversicherer 2013, 2014 und 2016 jeweils etwa 30.000 Schäden zu verzeichnen, 2019 waren es wie schon 2012 nur rund 10.000.

2013, als neben „Andreas“ auch noch ein „Jahrhundert“-Hochwasserereignis (3.7.2013) anfiel, betrugen die Bruttoaufwendungen für Versicherungsfälle circa 90 Millionen Euro. 2012 und 2015 waren es hingegen nur jeweils etwa zehn Millionen Euro, im vergangenen Jahr 30 Millionen Euro.

Für rund 40.000 bis 50.000 Glasschäden mussten die Versicherer im Betrachtungszeitraum zwischen zehn und 20 Millionen Euro an Versicherungsleistungen aufbringen, geht aus den GDV-Daten weiter hervor.

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Berufsverband · Diebstahl · Elementarschaden · Hausratversicherung · Starkregen
 
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