Dies sind die größten Lebensversicherungsgruppen

22.9.2022 – Der Allianz-Konzern behauptete im vergangenen Jahr trotz deutlicher Einbußen die Spitzenposition in der Lebensversicherung vor den Öffentlich-Rechtlichen. Die R+V-Gruppe verdrängte die Generali-Gruppe vom dritten Rang. Dies ist der aktuellen Kivi-Analyse zur Marktanteilsentwicklung im deutschen Erstversicherungsmarkt zu entnehmen.

Von den zehn größten Versicherungskonzernen beziehungsweise -gruppen im deutschen Erstversicherungsmarkt hat nur der Allianz-Konzern Marktanteile verloren. 2021 war ein Minus um mehr als zwei Prozentpunkte auf 17,81 Prozent zu beobachten. Am stärksten legte andererseits die R+V-Gruppe zu (plus 0,50 Prozentpunkte auf 6,84 Prozent).

Das zeigt die Marktanteilsstatistik der Kivi GmbH Kölner Institut für Versicherungs-Information und Wirtschaftsdienste (VersicherungsJournal 8.9.2022).

R+V überholt Generali

Die Veränderungen gehen insbesondere auf die Entwicklung in der Lebensversicherung zurück. So musste die Allianz wegen bewusster Zurückhaltung im Einmalbeitragsgeschäft deutliche Einnahme- und Marktanteilsverluste hinnehmen. Die R+V hingegen legte durch die Fusion der R+V Luxembourg Lebensversicherung S.A. (16.11.2021) mit der R+V Lebensversicherung AG kräftig zu.

Durch das Plus um gut 1,2 Prozentpunkte auf 8,85 Prozent Marktanteil in dieser Sparte zogen die Wiesbadener vorbei an der Generali-Gruppe auf Position drei in der Rangliste der Lebensversicherungs-Gruppen nach Prämienvolumen.

In den Zahlen der R+V enthalten sind einerseits die Einnahmen der R+V AG, die um fast 16 Prozent auf 8,04 Milliarden Euro wuchsen (16.8.2022). Dazu gehören auch die R+V Lebensversicherung a.G. (minus etwa 40 Prozent auf unter 103 Millionen Euro) und Condor Lebensversicherungs-AG (plus knapp sechs Prozent auf 341 Millionen Euro).

Die Generali kommt mit den drei operativen Gesellschaften Generali Deutschland Lebensversicherung AG, Comos Lebensversicherungs-AG und Dialog Lebensversicherungs-AG auf einen Marktanteil von 8,75 (2020: 8,05) Prozent. Dabei legte die Generali Leben um etwa acht Prozent (auf fast 5,9 Milliarden Euro) zu. Die Dialog wuchs um gut fünf Prozent auf fast 325 Millionen Euro und die Cosmos um drei Prozent auf fast 2,2 Milliarden Euro.

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Allianz verliert Marktanteile

Trotz des deutlichen Rückgangs von 28,21 auf 24,22 Prozent bleibt die Allianz mit den Unternehmen Allianz Lebensversicherungs-AG und Deutsche Lebensversicherungs-AG (DLVAG) unangefochten Marktführer. Die Allianz Leben buchte mit 23,25 Milliarden Euro 16 Prozent weniger als 2020. Die DLVAG steigerte den Umsatz um drei Prozent auf fast 233 Millionen Euro.

Den zweiten Platz verteidigte die aus neun Anbietern bestehende Gruppe der öffentlich-rechtlichen Versicherer. Sie legten um über einen halben Prozentpunkt auf 10,38 Prozent zu.

Die Positionen fünf bis zehn belegen mit Anteilen zwischen 4,6 und knapp 3,4 Prozent die Talanx-Gruppe, die Debeka-Gruppe, die Axa-Gruppe, die Viridium Group GmbH & Co. KG, die Ergo-Gruppe und die Zurich Gruppe Deutschland.

Die größten LV-Gruppen (Bild: Wichert)

Das wird in der Marktanteilsstatistik untersucht

Das Kivi analysiert jährlich auf Basis der Geschäftsberichte den deutschen Versicherungsmarkt. Die Marktanteilsstatistik erfasst Versicherungskonzerne oder -gruppen mit allen Einzelunternehmen, sofern mindestens ein Unternehmen mehr als 50 Millionen Euro gebuchte Bruttoprämien im selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft in Deutschland erzielt.

Auf dieser Basis ergeben sich insgesamt 67 (Vorjahr: 65) Anbietergruppen, die aus 148 (147) Schaden- beziehungsweise Komposit-, 80 (81) Lebens- und erneut 36 Krankenversicherungs-Unternehmen bestehen. Die acht öffentlich-rechtlichen Versicherungs-Unternehmen werden dabei als eigene Gruppe zusammengefasst. Sie besteht insgesamt aus 27 Schaden- beziehungsweise Komposit-, neun Lebens- und fünf Krankenversicherern.

Der „durchschnittliche“ Anbieter

Die vorgenannten 67 Anbietergruppen kamen 2021 auf einen Marktanteil von etwa 98,75 (97,92) Prozent. Der „durchschnittliche“ Anbieter besteht aus unverändert 2,23 Schaden- beziehungsweise Komposit-, 1,45 (1,43) Lebens- und weiterhin 0,66 Krankenversicherungs-Unternehmen.

Die Marktanteilsstatistik (MAS) 2021 kann unter dieser E-Mail-Adresse bestellt werden. Für Nicht-Versicherungs-Unternehmen kostet das komplette Paket – Marktanteilsstatistik mit der Sonderanalyse Schaden/Unfall – netto 1.240 Euro. Die Kosten für die Marktanteilsstatistik alleine betragen netto 930 Euro.

 
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