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Die unprofitabelsten Haftpflichtversicherer

24.6.2024 – Auf Sechsjahressicht kam die Baloise mit im Schnitt 107,5 Prozent auf die höchste Combined Ratio. In der Verlustzone lagen auch die Bayerische, die VHV, die R+V, der Volkswohl Bund, die Janitos und der HDI. Dies zeigt die Publikation „Branchenmonitor 2017-2022: Haftpflichtversicherung“ von V.E.R.S. Leipzig.

Im Geschäftsjahr 2022 erzielte die Branche mit 84,1 Prozent die zweitniedrigste kombinierte Schaden- und Kostenquote seit 2007. Versicherungstechnisch noch besser lief es seitdem nur zwei Jahr zuvor. Zuletzt landeten fast alle der 50 umsatzstärksten Marktteilnehmer versicherungstechnisch in der Gewinnzone (VersicherungsJournal 11.12.2023).

Lediglich drei Akteure gaben mehr für Schäden und Kosten aus als sie einnahmen. Die höchste Combined Ratio hatte dabei mit fast 113 Prozent der DEVK Deutsche Eisenbahn Versicherung Sach- und HUK-Versicherungsverein a.G. zu verzeichnen (11.12.2023).

Dies zeigt der „Branchenmonitor 2017-2022: Haftpflichtversicherung“ von der V.E.R.S. Leipzig GmbH. In ihm werden zahlreiche Kennzahlen der 50 größten Marktteilnehmer mit rund 99 Prozent Marktanteil dargestellt.

Baloise mit im Schnitt über 107 Prozent

Aus dem Monitor lässt sich auch ablesen, dass auf Sechsjahressicht betrachtet sogar sieben der aufgelisteten Akteure versicherungstechnisch in den roten Zahlen steckten. Die höchste Quote wird mit im Schnitt über 107 Prozent für die Baloise Sachversicherung AG Deutschland ausgewiesen.

Kombinierte Schaden-Kosten-Quoten von im Schnitt jeweils um die 106 Prozent standen für die BA die Bayerische Allgemeine Versicherung AG und die VHV Allgemeine Versicherung AG zu Buche. Bei der R+V Allgemeine Versicherung AG waren es durchschnittlich 103 Prozent.

Knapp über beziehungsweise unter einem Cent Verlust pro Beitragseuro schrieben die Volkswohl Bund Sachversicherung AG, die Janitos Versicherung AG und die HDI Versicherung AG.

Hohe Combined Ratio (Bild: Wichert)

Sonderfaktoren bei der Baloise und der VHV

Bei der Baloise ist die hohe Durchschnittsquote vor allem auf das Geschäftsjahr 2017 zurückzuführen. Die damalige Combined Ratio von weit über 250 Prozent resultierte nach Unternehmensangaben „zu einem wesentlichen Teil aus unerwartet hohen Neu- und Spätschadenmeldungen im Krankenhaus-Haftpflicht-Geschäft“.

Dadurch erhöhte sich der versicherungstechnische Verlust trotz fünf Prozent mehr Prämieneinnahmen um über 50 Millionen Euro auf 65,9 Millionen Euro (20.12.2018). Zwar lag das Unternehmen auch 2018 mit 125 Prozent in den roten Zahlen, blieb dann aber viermal in der Gewinnzone. Dabei schaffte sie zuletzt mit 50 Prozent die marktweit niedrigste Quote.

Die VHV schrieb von 2017 bis 2019 rote Zahlen in der Sparte, wobei sie in den ersten beiden Jahren davon auf Quoten von jeweils über 120 Prozent kam. Dies war auf mehrjährige Verstärkungen der Schadenrückstellung für Vorjahre sowie zuletzt auch auf eine deutlich höhere Schadenlast zurückzuführen (20.1.2020).

Über 100,7 Prozent (2019) schafften die Hannoveraner 2020 wieder den Sprung in die Gewinnzone (14.1.2022). Dort verharrten sie auch 2021 und 2022.

Nur die Bayerische in allen Jahren über 100 Prozent

Die BA die Bayerische war der einzige der auf Sechsjahressicht in der Verlustzone liegende Anbieter, der kontinuierlich die Schwelle von 100 Prozent übertraf. Bestenfalls waren es 101,3 Prozent (2018 und 2020), im schlechtesten Fall 113,3 Prozent (2017).

BA, Baloise, VHV (Bild: Wichert)

Der „Branchenmonitor 2017-2022: Haftpflichtversicherung“ enthält zahlreiche weitere Kennzahlen zum Versicherungszweig. Die rund 80-seitige Studie kann als PDF-Version für brutto 803,25 Euro inklusive Mehrwertsteuer bei Maik Entrich per E-Mail oder per Telefon unter 0341 24659262 bestellt werden.

Wie aus den offiziellen Statistiken des GDV, geht auch aus den Kennzahlen des Branchenmonitors nicht hervor, wie sich die Beitragseinnahmen der einzelnen Gesellschaften hinsichtlich Privat- und Gewerbekundengeschäft verteilen.

Zudem wird in dem Branchenmonitor der Schwerpunkt auf Anbieter mit Fokus auf das Privatkundengeschäft gelegt. Daher werden Daten für Industrieversicherer wie Allianz Global Corporate & Specialty SE (AGCS) oder HDI Global SE nicht in der Untersuchung aufgeführt.

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