Die richtige Auswahl wird bei Rentenpolicen immer wichtiger

8.2.2019 – Erstmals seit vielen Jahren stabilisiert sich die Deklaration zur Überschussbeteiligung der Lebensversicherer auf breiter Front. Der Grund liegt im Wesentlichen in der geänderten Berechnung der Zinszusatzreserve. Die Geschäftsaussichten werden wieder positiver eingeschätzt. Assekurata hat ihre bereits umfangreiche Marktuntersuchung zu den Überschussbeteiligungen und Garantien nochmals erweitert.

WERBUNG
Kennen Sie Ihren Marktwert?
Mit einem Stellengesuch in unserem Anzeigenmarkt finden Sie ihn heraus.
Kostenlos und unter Chiffre...

„Licht am Ende des Korridors“ sieht Assekurata Assekuranz Rating-Agentur GmbH ihrer aktuellen Marktstudie zu den Überschussbeteiligen und Garantien in der Lebensversicherung. Die Überschussbeteiligen haben sich danach auf breiter Front stabilisiert – und für 2020 spricht nach Einschätzung der Kölner Analysten einiges dafür, dass die Lage zumindest so bleibt.

Schon viel nachreserviert

Reiner Will (Bild: Lier)
Reiner Will (Bild: Lier)

Dass die Überschussbeteiligungen ihre Talfahrt nicht fortgesetzt haben, liegt nach Meinung von Assekurata-Geschäftsführer Dr. Reiner Will vor allem an geänderten Berechnungsmethode zur Zinszusatzreserve (ZZR) (VersicherungsJournal 20.9.2018). Für 2018 und 2019 seien voraussichtlich nur noch jeweils sechs Milliarden Euro zuzuführen, nach zuvor 15,4 Milliarden Euro.

Aber auch das sei „ökonomisch anspruchsvoll“, so Will. Immerhin koste die Zuführung die Branche 2018 voraussichtlich 0,65 Prozentpunkte des Kapitalertrags. Dank der Entlastung bleibe die Überschussbeteiligung aber zumindest schon einmal stabil, so dass die Produktlandschaft nicht weiter leide.

Mittlerweile seien 80 Prozent der Bestände in der Nachreservierung. Da Gesellschaften mit viel und hoch verzinstem Altbestand bereits mehr ZZR bilden mussten, als Gesellschaften, die erst in den letzten Jahren ihre Bestände aufbauten, ist die Spannbreite naturgemäß groß: So sind die Bestände der im Run-Off befindlichen Entis Lebensversicherung AG (zuvor Protektor) vollständig nachreserviert, während die Credit Life AG die niedrigste Quote mit knapp 40 Prozent aufweist.

Im Durchschnitt haben die Lebensversicherer im Bestand einen Höchstrechnungszins von 2,75 (2,80) Prozent. Die ZZR hat diese Verpflichtung auf 1,90 Prozent gedrückt.

Auf breiter Front stabil

An der Studie haben 54 (55) von 82 angefragten Unternehmen teilgenommen. 32 Gesellschaften bieten noch klassische Rentenversicherungen mit einem Höchstrechnungszins im Neugeschäft an. Bei diesen Produkten sinkt die laufende Verzinsung über alle Tarifgenerationen und Produktarten im arithmetischen Mittel der Studie zufolge für 2019 auf 2,49 (2,51) Prozent beziehungsweise im gewichteten Durchschnitt auf 2,84 (2,85) Prozent. Das hat sich bereits abgezeichnet (VersicherungsJournal 8.1.2019).

Assekurata Marktstudie Überschussbeteiligung (Bild: Assekurata)
Assekurata Marktstudie Überschussbeteiligung (Bild: Assekurata). Zum Vergrößern Bild klicken.

Bei der zu erwarteten Seitwärtsbewegung der Kapitalmarktzinsen „spricht nicht viel dafür, dass die Überschussbeteiligung 2020 weiter sinkt“, sagte Bereichsleiter Lars Heermann bei der Vorstellung der Marktstudie.

Real Geld verloren

Lars Heermann (Bild: Lier)
Lars Heermann (Bild: Lier)

Berechnet wurde wiederum auch die illustrierte Beitragsrendite. Dieser Rechnung liegt der Mustervertrag einer privaten Rentenversicherung mit 25-jährige Ansparzeit zugrunde. Mit 2,20 (2,19) Prozent liegt diese Verzinsungskennziffer gut über der Inflationsrate.

Bei einer Inflationsrate von knapp unter zwei Prozent verlieren die Kunden bei der der Signal Iduna Lebensversicherung a.G., der Condor Lebensversicherungs-AG, der Inter Lebensversicherung AG, der R+V Lebensversicherung AG, der SV Sparkassenversicherung Lebensversicherung AG, der Volkswohl-Bund Lebensversicherung a.G. und der Nürnberger Lebensversicherung AG real Geld.

Der Vergleich der Vergangenheitsrenditen fällt schlecht aus: Bei Verträgen mit Laufzeiten von zwölf sowie von 20 Jahre bleibt die effektive Beitragsrendite unter dem jeweiligen Rechnungszins. Nur Verträge mit 30 Jahren Laufzeit liegen mit einer Rendite von 3,85 Prozent beim Mustervertrag leicht über dem Rechnungszins von 3,50 Prozent, der bei Vertragsschluss 1988 galt.

Bei dem, was die Anbieter für ihre Kunden erwirtschaften, gibt es „gravierende Unterschiede“. Damit bleibe die Auswahl der Anbieter weiterhin ein großes Thema, so Will. Während die HDI Lebensversicherung AG bei einer Laufzeit weniger als ein Prozent Rendite erzielt, kommt der Debeka Lebensversicherungs-Verein a.G. auf gut drei Prozent.

Stimmung wird besser

Die richtige Auswahl bleibt aber auch bei den Produktgattungen wichtig, wie die Studie zeigt. So bleiben die 30 Tarife der Neuen Klassik bei der laufenden Verzinsung mit 2,40 (2,39) Prozent unter den Klassik-Tarifen.

Die Indexpolicen weisen eine laufende Verzinsung von 2,80 Prozent aus. Neu in der Studie ist die Analyse der maßgeblichen Renditegutschriften der Indexpolicen: 80 Prozent der untersuchten Tarife haben 2018 eine Nullrendite. Die garantierten Beitragsrenditen sind bei beiden Produktarten (detaillierte Berichterstattung folgt noch) leicht negativ.

Nachdem Geschäftserwartungen und die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage im Vorjahr auf dem Nullpunkt lagen, werden beide Faktoren nun wieder günstiger von den Unternehmen einschätzt.

Große Hoffnung hegt die Branche für die betriebliche Altersversorgung, gefolgt von Fondspolicen und Tarifen zur Absicherung von Berufsunfähigkeit beziehungsweise der Arbeitskraft. Im Vorjahr galten mit Abstand die fondsgebundenen Produkte als Hoffnungswert. Bei den klassischen Tarifen mit traditionellen Garantien sind die Werte jedoch eindeutig negativ.

Wer keine Daten geliefert hat

Nicht teilgenommen haben: Aachen Münchener Lebensversicherung AG, Athora Lebensversicherung AG, Basler Lebensversicherungs-AG, Bayerische Beamten Lebensversicherung a. G., Credit Life AG, Delta Direkt Lebensversicherung AG München, Deutsche Lebensversicherungs-AG, Dialog Lebensversicherungs-AG, Direkte Leben Versicherung AG, Ergo Lebensversicherung AG, Frankfurter Lebensversicherung AG, Frankfurter Münchener Lebensversicherung AG, Generali Lebensversicherung AG, Itzehoer Lebensversicherungs-AG Karlsruher Lebensversicherung AG, Landeslebenshilfe VVaG, Lebensversicherung von 1871 a.G. München, Münchener Verein Lebensversicherung a.G., Nürnberger Beamten Lebensversicherung AG, Plus Lebensversicherungs AG, Rheinland Lebensversicherung AG, Skandia Lebensversicherung AG, Süddeutsche Lebensversicherung a.G., Universa Lebensversicherung a.G., Victoria Lebensversicherung AG, VPV Lebensversicherungs-AG, WWK Lebensversicherung a.G. und Zurich Deutscher Herold Lebensversicherung AG.

Neu- beziehungsweise Wiedereinsteiger sind die beiden im Run-Off befindlichen Entis Lebensversicherung AG und Heidelberger Lebensversicherung AG sowie zudem die Hansemerkur Lebensversicherung AG,

Die „Marktstudie 2019: Überschussbeteiligungen und Garantien „Licht am Ende des Korridors“ kann unter diesem Link bei Assekurata ab netto 1.089 Euro bestellt werden.

 
WERBUNG
WERBUNG
Mehr Umsatz durch professionelle Kundenpflege

Ob Kundenzeitung, Homepage oder Newsletter – durch regelmäßige Fachinformationen bieten Sie Ihren Kunden echten Nutzen.
Sie haben keine Zeit dafür? Die Autoren des VersicherungsJournals nehmen Ihnen das Schreiben ab.

Jetzt auch für Ihren Social Media Auftritt.

Eine Leseprobe und mehr Informationen finden Sie hier...

WERBUNG
VersicherungsJournal in Social Media

Besuchen Sie das VersicherungsJournal auch in den sozialen Medien:

  • Facebook – Ausgewähltes für den Vertrieb
  • Twitter – alle Nachrichten von VersicherungsJournal.de
  • Xing – über den Verlag
  • Xing News – Ausgewähltes zu Karriere und Unternehmen
  • Youtube – Hintergründe zum Buchprogramm
WERBUNG
Von welchen Gesellschaften wollen die Vertreter weg?

Wie steht es um die Wechselbereitschaft in der Versicherungswirtschaft?

Neue Erkenntnisse der Studie „Betriebswirtschaftliche Struk- turen des Versicherungsver- triebs – BVK-Strukturanalyse 2016/2017“ erfahren Sie hier.

Ihr Wissen und Ihre Meinung sind gefragt

Ihre Leserbriefe können für andere Leser eine wesentliche Ergänzung zu unserer Berichterstattung sein. Bitte schreiben Sie Ihre Kommentare unter den Artikel in das dafür vorgesehene Eingabefeld.

Die Redaktion freut sich auch über Hintergrund- und Insiderinformationen, wenn sie nicht zur Veröffentlichung unter dem Namen des Informanten bestimmt ist. Wir sichern unseren Lesern absolute Vertraulichkeit zu. Schreiben Sie bitte an redaktion@versicherungsjournal.de.

Allgemeine Pressemitteilungen erbitten wir an meldungen@versicherungsjournal.de.

WERBUNG
Alles reine Spekulation?

Fondsgebundene Versicherungen sind meist erklärungsbedürftig.

Wie Sie Ihren Kunden die Produkte näherbringen und erfolgreich Verkaufsgespräche führen, erklärt Ihnen ein ausgewiesener Fondsexperte.

Für mehr Informationen klicken Sie hier...

Diese Artikel könnten Sie noch interessieren
22.3.2018 – Der Alte Leipziger – Hallesche Konzern setzt seine langfristig ausgerichtete Geschäftspolitik fort, hieß es am Mittwoch auf der Bilanzpressekonferenz. Dies führte 2017 zu wachsenden Beitragseinnahmen. Berichtet wurde auch über die zentralen Themen für 2018. (Bild: Ullrich) mehr ...
 
6.2.2017 – Die Universa hat ihr Kindervorsorgekonzept, die Rürup-Rente und die BU verfeinert. Auch bei der LV 1871 ging es um die Zielgruppe Schüler. Neuerungen gibt es auch bei Produkten von Standard Life und Barmenia, wie ein Überblick des VersicherungsJournals zeigt. mehr ...
 
15.11.2018 – Die Verzinsung der Vertragsguthaben ist branchenweit seit Jahren rückläufig. Mit Spannung wird erwartet, wie lange der Trend noch anhält. Am Mittwoch hat die Axa bekannt gegeben, wie sie ihre Kunden im kommenden Jahr bedienen wird. (Bild: Wichert) mehr ...
 
9.8.2016 – Diverse Lebensversicherer haben sich mittlerweile von der Klassik verabschiedet. Ganz auf Vertriebskenntnisse über traditionelle Produkte verzichten sollten Versicherungsexperten aber nicht, so Folge 72 des Wissensquiz. (Bild: Nikolae, Fotolia.com / Pieloth) mehr ...
 
3.7.2015 – Der Lebensversicherer hat 2014 deutlich mehr Neugeschäft geschrieben und damit auch seinen Bestand leicht vergrößert. Anders als bei Wettbewerbern steht der Einmalbeitrag im Fokus. (Bild: Zurich) mehr ...
 
25.1.2013 – Bis dato haben sich die Lebensversicherer zwar „sehr gut geschlagen“, meint Assekurata-Geschäftsführer Dr. Reiner Will. Doch die Überschussbeteiligung 2013 sinkt auf ein Rekord-Tief. Obwohl bessere Zeiten nicht in Sicht sind, gibt es in der Branche leichte Hoffnungsschimmer. mehr ...
 
1.7.2010 – Der neue Ratgeber der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen zur Lebensversicherung ist alles andere als eine simple Ampel-Broschüre. Was er bietet und wie ausgewogen er die Branchenprodukte darstellt. mehr ...
 
27.11.2018 – Am Montag hat sich nach der Axa und der Nürnberger der dritte Anbieter aus der Deckung gewagt und bekanntgegeben, wie die Lebensversicherungs-Kunden 2019 an den Überschüssen beteiligt werden. (Bild: Pixabay CC0) mehr ...
WERBUNG