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Die Rechtsschutzversicherer mit den höchsten Beschwerdequoten

11.6.2019 – 2018 hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs-Aufsicht in der Rechtsschutz-Versicherung mit 614 Beschwerden fast 16 Prozent mehr abschließend bearbeitet als im Jahr zuvor. Im Schnitt waren es rund 2,8 Reklamationen pro 100.000 versicherte Risiken. Auf die höchste Beschwerdequote (5,4 Beanstandungen pro 100.000 versicherte Risiken) kam laut der aktuellen Beschwerdestatistik der Aufsicht die Deurag. Die Marktgrößen liegen fast mehrheitlich über dem Branchenschnitt.

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Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs-Aufsicht (Bafin) hat im vergangenen Jahr 614 Beschwerden über die deutschen Rechtsschutzversicherer abschließend bearbeitet. Dies ist der Unternehmens-individuellen Beschwerdestatistik 2018 der Bafin zu entnehmen.

Im Vergleich zum Vorjahr als der Tiefstwert der jüngeren Vergangenheit erreicht wurde (VersicherungsJournal 11.6.2018), gab es eine Zunahme um fast ein Sechstel. 2008 lag der Wert allerdings noch um fast zwei Drittel höher.

Zeitreihe (Bild: Wichert)

Sehr geringe Beschwerdequote

Die Beschwerdequote (Beanstandungen in Relation zum Bestand an versicherten Risiken von etwa 22 Millionen zum Jahresende 2018) liegt mit rund 2,8 Reklamationen pro 100.000 versicherte Risiken weiterhin auf verschwindend niedrigem Niveau.

Daran ändert sich auch dann nichts, wenn man noch die gut 4.100 Anträge auf Streitbeilegung in der Sparte Rechtsschutz beim Versicherungsombudsmann aus dem letzten Jahr (VersicherungsJournal 4.2.2019) hinzurechnet. Denn selbst dann blieben fast 99.980 von 100.000 Kontrakten beschwerdefrei.

Alte Leipziger mit der höchsten Quote

Insgesamt werden in der Beschwerdestatistik 31 Rechtsschutzversicherer aufgeführt. Unter den aufgelisteten Gesellschaften mit einem Bestand von mehr als 100.000 errechnen sich für insgesamt vier Anbieter Werte von über fünf Reklamationen pro 100.000 versicherte Risiken.

Hierzu gehören die Deurag Deutsche Rechtsschutz-Versicherung AG, die Auxilia Rechtsschutz-Versicherungs-AG, die Arag SE und die Alte Leipziger Versicherung AG.

Auf vergleichsweise hohe Quoten von jeweils über drei kommen auch die Advocard Rechtsschutz-Versicherung AG, die WGV-Versicherung AG und die Continentale Sachversicherung AG.

Höchste Bescherdequoten (Bild: Wichert)

Beschwerdequoten der Marktgrößen

Für die Branchengrößen in dieser Sparte (mehr als eine Million versicherte Risiken) ergeben sich bis auf wenige Ausnahmen überdurchschnittliche Beschwerdequoten. So errechnet sich lediglich für die ADAC-Rechtsschutz Versicherungs-AG, die inzwischen auf die ADAC Versicherung AG verschmolzen wurde (VersicherungsJournal 19.9.2018), eine Quote von unter eins. Knapp über dieser Marke liegen die Huk-Coburg-Rechtsschutz-Versicherung AG und die Allianz Versicherungs-AG.

Werte in etwa auf dem Niveau des Branchenschnitts weisen die Roland Rechtsschutz-Versicherungs-AG, die Ergo Versicherung AG und die Örag Rechtsschutz-Versicherungs-AG auf. Etwas darüber liegt die DEVK Rechtsschutz-Versicherungs-AG.

Auf die höchsten Werte kommen mit jeweils über fünf Reklamationen pro 100.000 versicherte Risiken die Deurag und die Arag. Auf eine Beschwerdequote von deutlich über vier kommt die Advocard.

Branchengrößen (Bild: Wichert)

Nachteil für wachstumsstarke Versicherer

Seit fast einem Vierteljahrhundert veröffentlicht die Bafin jährlich eine nach Versicherungs-Unternehmen und -zweigen aufgeschlüsselte Beschwerdestatistik. Diese stellt eine Momentaufnahme dar, die durch verschiedene Ereignisse beeinflusst sein kann. Versicherer ohne Beschwerden werden beispielsweise gar nicht aufgeführt.

Die Beschwerdestatistik soll „einen Indikator über Qualität und Größe des Versicherungsgeschäfts“ vermitteln, so die Bafin. Die Aufsicht weist jedoch auf die begrenzte Aussagekraft der Statistik über die Qualität einzelner Unternehmen hin. Denn eine Aussage darüber, ob die bearbeiteten Beschwerden begründet gewesen sind oder nicht, treffe die Statistik nicht.

Zudem werde die im Laufe eines Jahres abschließend von der Bafin bearbeitete Beschwerdezahl in Relation zu den versicherten Risiken zum Vorjahresende gesetzt. „Stark expandierende Versicherer […] werden durch die Nennung der Bestandszahlen benachteiligt, weil sich der im Laufe des Jahres erhöhte Bestand, aus dem sich die Beschwerden ergeben, nicht in der Statistik wiederfindet“, so die Begründung.

Nachträgliche Ergänzung vom 12.6.2019, 12.25 Uhr:

Aufgrund eines technischen Versehens wurden in der ursprünglichen Artikelversion fälschlicherweise die Targo Versicherung AG und die Janitos Versicherung AG mit aufgeführt und als Anbieter mit vergleichsweise hohen Quoten genannt. Der Text wurde nachträglich entsprechend geändert.

Leserbriefe zum Artikel:

Nicola Kerler - Leistungsabwicklung über den Prozessvertreter veranlassen. mehr ...

 
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