Die profitabelsten Haftpflichtversicherer

4.7.2024 – Auf Sechsjahressicht kam die Cosmos mit unter 56 Prozent in der Sparte Haftpflicht auf die niedrigste Combined Ratio. Unter 70 Prozent lagen ansonsten nur noch die WGV, die Mannheimer, die Oldenburgische Landesbrand und die Württembergische. Dies zeigt die Publikation „Branchenmonitor 2017-2022: Haftpflichtversicherung“ von V.E.R.S. Leipzig.

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Im Schnitt der Jahre 2017 bis 2022 gaben sieben der 50 größten Marktteilnehmer mehr für Schäden und Kosten aus als sie an Beiträgen einnahmen. Die höchste Combined Ratio wird mit im Schnitt 107,5 Prozent für die Baloise Sachversicherung AG Deutschland ausgewiesen (VersicherungsJournal 24.6.2024).

Dies zeigt der „Branchenmonitor 2017-2022: Haftpflichtversicherung“ von der V.E.R.S. Leipzig GmbH. In ihm werden zahlreiche Kennzahlen der 50 größten Marktteilnehmer mit rund 99 Prozent Marktanteil dargestellt.

Cosmos mit dem im Schnitt niedrigsten Wert

Die verbleibenden 43 Marktteilnehmer lagen versicherungstechnisch in der Gewinnzone. Sieben von ihnen verdienten sogar im Schnitt mehr als 25 Cent pro Beitragseuro. Am besten schnitt die Cosmos Versicherung AG mit einer kombinierten Schaden-Kosten-Quote von unter 56 Prozent ab.

Dahinter folgen die WGV-Versicherung AG, die Mannheimer Versicherung AG, die Oldenburgische Landesbrandkasse und die Württembergische Versicherung AG mit Werten zwischen knapp 64 und unter 70 Prozent. Bei der Provinzial Nord Brandkasse AG waren es im Schnitt knapp 72 Prozent, bei der Provinzial Versicherung AG fast 75 Prozent.

Niedrige Combined Ratio (Bild: Wichert)

Quoten zwischen 36 und 76 Prozent

Die Cosmos blieb viermal unter der Marke von 60 Prozent. Den niedrigsten Wert erzielte sie 2020 mit 36 Prozent. Diesen Branchen-Topwert verdankte das Unternehmen insbesondere der positiven Schadenentwicklung.

Bei in etwa unverändertem Prämienvolumen von rund 16,6 Millionen Euro reduzierten sich die Bruttoaufwendungen für Versicherungsfälle um fast drei Viertel auf weniger als 1,7 Millionen Euro. Die Schadenquote sank von 36,6 auf den Bestwert von minimal unter zehn Prozent (14.1.2022). Im schlechtesten Fall lag die Combined Ratio bei rund 76 Prozent (2018).

WGV zuletzt mit deutlicher Verbesserung

Bei der WGV stieg die Quote zunächst dreimal in Folge von 53,6 Prozent auf knapp 77 Prozent an. Ein Jahr darauf schaffte die Gesellschaft dann mit 52,7 Prozent den branchenweit niedrigsten Wert.

Dies war vor allem auf die von 52,4 auf 29,1 Prozent gesunkene Schadenquote zurückzuführen. Dadurch ging es in der Rangliste von 31 auf zwei nach oben. Die Einnahmen stiegen um knapp sechs Prozent auf 21,6 Millionen Euro, während die Aufwendungen für Versicherungsfälle um über 40 Prozent auf 6,3 Millionen Euro zurückgingen (21.12.2022).

Zuletzt zeigte die Kurve wieder deutlich nach oben. Der Anstieg auf etwa 66 Prozent war unter anderem den um mehr als die Hälfte auf 9,7 Millionen angewachsenen Aufwendungen für Versicherungsfälle geschuldet.

Zudem fiel laut Geschäftsbericht 2022 (PDF, 1,1 MB) das Abwicklungsergebnis mit 5,7 Millionen Euro um fast ein Drittel niedriger aus als vor Jahresfrist. Die gebuchten Bruttobeiträge erhöhten sich auf der anderen Seite „nur“ um fünf Prozent auf 22,6 Millionen Euro.

Weitere Studiendetails

Die Quote der Mannheimer lag bestenfalls bei 47 Prozent (2017), was seinerzeit dem Topwert in der Branche entsprach (20.12.2018). Nach zwei Jahren unter 65 Prozent ging es zweimal um jeweils über zehn Prozentpunkte nach oben – auf über 84 Prozent.

Zuletzt konnte das Unternehmen die Combined Ratio um fast 16 Prozentpunkte auf unter 69 Prozent senken. Unter anderem „aufgrund eines günstigeren Großschadenverlaufs“ nahmen laut Geschäftsbericht 2022 (PDF, 806 KB) die Bruttoaufwendungen für Versicherungsfälle um über ein Drittel auf unter 10,4 Millionen Euro ab. Der Umsatz wuchs um 2,7 Prozent auf 27,8 Millionen Euro.

Cosmos, Mannheimer, WGV (Bild: Wichert)

Bezugsmöglichkeit

Der „Branchenmonitor 2017-2022: Haftpflichtversicherung“ enthält zahlreiche weitere Kennzahlen zum Versicherungszweig. Die rund 80-seitige Studie kann als PDF-Version für brutto 803,25 Euro inklusive Mehrwertsteuer bei Maik Entrich per E-Mail oder per Telefon unter 0341 24659262 bestellt werden.

Wie aus den offiziellen Statistiken des GDV, geht auch aus den Kennzahlen des Branchenmonitors nicht hervor, wie sich die Beitragseinnahmen der einzelnen Gesellschaften hinsichtlich Privat- und Gewerbekundengeschäft verteilen.

Zudem wird in dem Branchenmonitor der Schwerpunkt auf Anbieter mit Fokus auf das Privatkundengeschäft gelegt. Daher werden Daten für Industrieversicherer wie Allianz Global Corporate & Specialty SE (AGCS) oder HDI Global SE nicht in der Untersuchung aufgeführt.

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