Die Kompositversicherer mit dem größten Beitragsschwund

14.5.2024 – Die Schaden-/Unfallversicherer konnten die gebuchten Bruttobeitragseinnahmen auf Sechsjahressicht um fast ein Sechstel steigern. Drei Gesellschaften aus der Top 50 (nach Prämien; DA Direkt, Alte Leipziger und Cosmos) hatten jedoch Einnahmerückgänge zu verzeichnen. Klar unterdurchschnittlich legten Garanta, Huk-Coburg VVaG und Volkswagen Autoversicherung zu. Dies zeigt der „Branchenmonitor 2017-2022: Kompositversicherung“ von V.E.R.S. Leipzig.

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Das Beitragsaufkommen in der Schaden-/Unfallversicherung ist in den zurückliegenden Jahren deutlich gestiegen. Zahlen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) zufolge betrug das Plus auf Zehnjahressicht betrachtet fast ein Drittel.

Dabei ging es bis auf eine Ausnahme ohne größere Schwankungen um jeweils rund drei Prozent nach oben. Zuletzt stiegen die gebuchten Bruttobeiträge allerdings – bereinigt aufgrund der Änderung der Grundgesamtheit – um 4,4 Prozent auf etwa 79,1 Milliarden Euro. Von 2017 auf 2022 baute die Branche das Prämienvolumen um ein knappes Sechstel aus.

Entwicklung (Bild: Wichert)

Große Unterschiede beim Prämienaufkommen

Bei der Entwicklung des Prämienaufkommens auf Unternehmensebene sind riesige Unterschiede zu beobachten. So legten 15 Akteure unterdurchschnittlich zu, drei davon sogar um weniger als sechs Prozent. Bei drei weiteren Marktteilnehmern sanken die Einnahmen sogar.

Dies zeigt der „Branchenmonitor 2017-2022: Kompositversicherung“. Die Analyse der V.E.R.S. Leipzig GmbH enthält Übersichten zu zahlreichen Kennzahlen der 50 größten Akteure mit 86 Prozent Marktanteil.

DA Direkt mit dem stärksten Rückgang

Die größten Einbußen hatte mit sechs Prozent die DA Deutsche Allgemeine Versicherung AG (DA Direkt, auf unter 286 Millionen Euro) hinzunehmen. Mehr als fünf Prozent verlor die Alte Leipziger Versicherung AG (auf unter 417 Millionen Euro), über zwei Prozent die Cosmos Versicherung AG (auf unter 324 Millionen Euro).

Nur deutlich unterdurchschnittlich wuchsen die Garanta Versicherungs-AG (plus drei Prozent auf 196 Millionen Euro) sowie mit jeweils um die fünf Prozent die Huk-Coburg Haftpflicht-Unterstützungs-Kasse kraftfahrender Beamter Deutschlands a.G. (auf 1.812 Millionen Euro) und die Volkswagen Autoversicherung AG (auf knapp 272 Millionen Euro).

Niedriges Wachstum (Bild: Wichert)

DA Direkt zuletzt wieder auf Wachstumskurs

Bei der DA Direkt, die 90 Prozent ihrer Einnahmen in der Kfz-Versicherung erzielt, gingen die Beiträge zunächst zwei Mal in Folge zurück – um etwas über beziehungsweise unter fünf Prozent.

Dies lag nach Unternehmensangaben daran, dass die risikoadäquate und ergebnisorientierte Tarifierungs- und Zeichnungspolitik konsequent beibehalten wurde. 2020 gelang die Rückkehr in die Gewinnspur, die auch in den beiden letzten Jahren des Betrachtungszeitraums gehalten werden konnte.

Zuletzt wurde das fast dreiprozentige Prämienminus in der Kfz-Sparte durch ein Plus von gut 14 Prozent in den übrigen Sparten überkompensiert, so dass unter dem Strich ein Beitragswachstum von etwa zwei Prozent stand. Dabei konnte der Umsatz in der Zahnzusatz- und der Tierkrankenversicherung auf 3,6 Millionen Euro fast verdoppelt werden.

Alte Leipziger: Durch Bestandsverkauf beeinflusst

Auch bei Alten Leipziger zeigte die Kurve zuletzt wieder drei Mal nach oben. Das rückläufige Prämienvolumen ist vor allem dem Verkauf des Rechtsschutzgeschäfts an die Itzehoer Versicherung/Brandgilde von 1691 VVaG geschuldet

Im Geschäftsjahr 2018 hatten rund 300.000 Rechtsschutz-Verträge mit 62,5 Millionen Euro Beitrag den Besitzer gewechselt (10.4.2019). Im Jahr darauf konnte das Unternehmen den Rückgang von fast 14 auf unter zwei Prozent begrenzen, um 2020 und 2021 dann um jeweils rund 2,5 Prozent zuzulegen.

Das Plus von über sechs Prozent im letzten Jahr des Beobachtungszeitraums wurde getragen von einem zweistelligen Zuwachs in der verbundenen Wohngebäudeversicherung, die fast ein Fünftel des gesamten Umsatzes ausmacht.

Auch in fast allen übrigen Sparten konnte der Anbieter laut Geschäftsbericht 2022 (PDF, 638 KB) zulegen. Dies gilt vor allem für die relativ kleine Sparte Feuerversicherung (plus fast ein Viertel auf 20 Millionen Euro).

Cosmos mit den stärksten Verlusten im Jahr 2022

Die Cosmos konnte nur im ersten Jahr des Betrachtungszeitraums den Umsatz steigern. Danach zeigte die Kurve kontinuierlich nach unten. Am größten fiel das Minus mit 3,5 Prozent im Jahr 2022 aus.

Im Geschäftsbericht 2022 (PDF, 942 KB) hebt das Unternehmen als wesentlichen Treiber dieser Entwicklung „das geringere Neugeschäft (Bruttoneuzugang inklusive Zugang aus Bestand“ hervor. Dieses ging um fast ein Viertel auf 83 Millionen Euro zurück.

„Ursächlich hierfür war das rückläufige Neugeschäft in den Kraftfahrtsparten, welches mit 77,9 Millionen Euro deutlich unter Vorjahr lag“, wird in dem Bericht erläutert. 2021 waren es demnach noch 105,1 Millionen Euro.

Alte Leipziger, DA Direkt, Cosmos (Bild: Wichert)

Bezugsmöglichkeit

Der „Branchenmonitor 2017-2022: Kompositversicherung“ enthält zahlreiche weitere Kennzahlen zum Versicherungszweig. Die rund 90-seitige Studie kann als PDF-Version für brutto 803,25 Euro inklusive Mehrwertsteuer bei Maik Entrich per E-Mail oder per Telefon unter 0341 24659262 bestellt werden.

In der Untersuchung liegt der Schwerpunkt auf Anbietern mit Fokus auf das Privatkundengeschäft. Daher werden Daten für Industrieversicherer wie Allianz Global Corporate & Specialty SE (AGCS) oder HDI Global SE nicht in der Untersuchung aufgeführt. Beide buchten 2022 um knapp sechs Milliarden Euro Bruttobeiträge (16.11.2023).

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