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Die häufigsten Ursachen von schweren Verkehrsunfällen

13.7.2018 – Im vergangenen Jahr wurden laut der aktuellen Verkehrsunfallstatistik von Destatis mit 3.180 bei Verkehrsunfällen so wenige Personen getötet wie nie zuvor. Vermindert hat sich auch die Zahl der bei Verkehrsunfällen verletzten Personen. Unfälle mit Personenschäden gehen zu einem Großteil auf menschliches Fehlverhalten zurück. Hier dominiert „Abbiegen, Wenden, Rückwärts- oder beim Ein- beziehungsweise Ausfahren in eine Straße“.

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Die Zahl der im Straßenverkehr getöteten Personen ist im vergangenen Jahr auf ein 60-Jahres-Tief gesunken. Das Statistische Bundesamt (Destatis) hatte bereits Ende Februar auf Basis vorläufiger Zahlen mitgeteilt, dass die Zahl der Verkehrstoten 2017 mit rund 3.180 Menschen um etwa ein Prozent niedriger ausgefallen ist als im Jahr zuvor (VersicherungsJournal 28.2.2018).

Am Donnerstag hat Destatis im Rahmen einer Pressekonferenz (VersicherungsJournal 13.7.2018) die endgültigen Zahlen veröffentlicht. Demnach ist die Zahl der polizeilich erfassten Unfälle um 2,2 Prozent auf einen neuen Höchststand von 2,64 Millionen angestiegen. Im Gegensatz dazu ist die Zahl der Unfälle mit Personenschäden um 1,8 Prozent auf 302.656 zurückgegangen.

Dabei sind 393.492 Personen verunglückt (minus 1,6 Prozent). Rund jeder sechste davon wird in der Statistik als Schwerverletzter gezählt, mehr als vier Fünftel als Leichtverletzter. In beiden Segmenten gab es einen Rückgang um jeweils rund eineinhalb Prozent.

Höhere Geschwindigkeit, schlimmere Folgen

Klar über zwei Drittel der Unfälle mit Personenschaden ereigneten sich innerhalb von Ortschaften, geht aus dem Destatis-Datenmaterial weiter hervor. Allerdings wurde dort nicht einmal ein Drittel der Getöteten registriert.

Knapp jeder vierte Personenschaden geschah auf Außerortsstraßen (ohne Autobahnen), wo dafür aber deutlich mehr als die Hälfte der Unfallopfer ums Leben kamen. Gut jeder achte Getötete wurde auf Autobahnen gezählt, wo allerdings nur etwa jeder 14. Unfall mit Personenschaden passierte.

Destatis Unfälle 2017 Ortslagen (Bild: Wichert)

Nach Erläuterung des Statistischen Bundesamts wird an dieser unterschiedlichen Verteilung von Unfällen und Getöteten „deutlich, dass die Unfälle auf den Außerortsstraßen unter anderem wegen der höheren Fahrgeschwindigkeiten schlimmere Folgen hatten“.

Ziehe man als Maß für die Unfallschwere das Verhältnis der Zahl der Getöteten zu den Unfällen mit Personenschaden heran, so wird dies den Angaben zufolge bestätigt: Während im vergangenen Jahr innerorts fünf Todesopfer auf 1.000 Unfälle mit Personenschaden kamen, lag der entsprechende Wert auf Autobahnen bei 20 und auf Landstraßen sogar bei 24 Getöteten.

Menschliches Versagen häufigste Ursache von schweren Unfällen

Laut den Destatis-Daten ist der größte Teil der Unfälle mit Personenschäden auf menschliches Versagen zurückzuführen. So waren 87,6 Prozent der Unfälle, bei denen es Verletzte oder Tote zu beklagen gab, auf ein Fehlverhalten von Pkw-, Kraftrad-, Lkw-, Fahrrad- oder sonstigen Fahrzeugführern zurückzuführen. 3,4 Prozent der Personenschadenunfälle wurden durch ein Fehlverhalten von Fußgängern verursacht.

7,9 Prozent der schweren Unfälle sind auf widrige Straßen- und Witterungsverhältnisse wie Glätte, Starkregen oder Nebel, und Hindernisse wie etwa auf die Straße laufende Wildtiere zurückzuführen. Die verbleibenden 0,9 Prozent entfielen auf technische Defekte und Wartungsmängel am Fahrzeug, wovon knapp jeder zweite Defekt bei einem Zweirad auftrat.

Die folgenreichsten Fehlverhalten der Fahrzeugführer

Menschliches Fehlverhalten bei den Verkehrsunfällen mit Personenschäden äußerte sich am häufigsten (rund ein Sechstel Anteil) in Form von Fehlern eines Fahrzeugführers beim Abbiegen, Wenden, Rückwärts- oder beim Ein- beziehungsweise Ausfahren in eine Straße.

Anteilsmäßig dicht dahinter folgen Vorfahrts- beziehungsweise Vorrangverletzungen eines Fahrers sowie das Unterschreiten des nötigen Abstandes zum vorausfahrenden Verkehrsteilnehmer. Eine zu hohe oder den Straßenverhältnissen nicht angepasste Geschwindigkeit war in gut jedem achten Fall die Ursache für einen durch menschliches Fehlverhalten verursachten Verkehrsunfall mit Personenschaden.

Auf Platz fünf der Hauptursachen für schwere Unfälle mit Personenschaden liegt eine falsche Straßenbenutzung wie das Befahren einer Straße in die verkehrte Richtung. Die Plätze sechs bis acht der häufigsten Unfallursachen bei Unfällen mit Personenschäden belegen ein Fehlverhalten von Fahrzeugführern gegenüber Fußgängern, Fehler beim Überholen und Fahren unter Alkoholeinfluss.

Destatis Unfälle 2017 Fehlverhalten (Bild: Wichert)

Im Vergleich zum Vorjahr nahmen alle Ursachen ab. Überdurchschnittlich traf das auf die Zahl der Unfälle infolge von nicht angepasster Geschwindigkeit zu. Genau umgekehrt verhielt es sich bei den durch Alkoholeinfluss verursachten schweren Unfällen.

Fahren unter Alkoholeinfluss ist deutlich seltener Ursache

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes veränderte sich die Häufigkeit der Unfallursachen im Vergleich zu 1991 zum Teil massiv. So ging die Ursache „nicht angepasste Geschwindigkeit“ um fast zwei Drittel zurück. Beim „Fahren unter Alkoholeinfluss“ betrug das Minus sogar annähernd drei Viertel. Hingegen nahmen die Abstandsfehler um vier Prozent zu.

Als weitere Erkenntnis hebt Destatis hervor, dass bei der Rückrechnung auf je 1.000 Beteiligte einige personenbezogene Unfallursachen eine deutliche Altersabhängigkeit zeigen: So würden nicht angepasste Geschwindigkeit und Abstandsfehler überdurchschnittlich häufig jüngeren Fahrern vorgeworfen. Hingegen nähmen Abbiegefehler oder Vorfahrtsmissachtungen mit steigendem Alter deutlich zu.

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Pkw · Starkregen
 
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