Die größten Versicherungszweige in Schaden/Unfall

26.11.2018 – Der Bestand an Schaden-/Unfall-Versicherungsverträgen ist 2017 auf über 312 Millionen gestiegen. Am bedeutendsten für die Kompositversicherer bleibt die Kfz-Versicherung. Ihr Anteil sowohl nach Vertragszahl als auch nach Beitragseinnahmen nimmt kontinuierlich weiter zu. Eine klar negative Entwicklung zeigt sich bei der privaten Unfallversicherung.

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Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Versicherungsverträge in der privaten und gewerblichen Schaden-/ Unfallversicherung um 1,3 Prozent auf rund 312,3 Millionen gestiegen (VersicherungsJournal 24.8.2018). Dies ist dem „Statistischen Taschenbuch der Versicherungswirtschaft 2018“ des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) zu entnehmen

Vertragszahl: Kfz-Versicherung bleibt Spitzenreiter

Seit 2010 haben die im GDV organisierten Versicherer den Policenbestand in Komposit um fast sieben Prozent ausgebaut. Mit deutlich über einem Drittel entfällt der Großteil der versicherten Risiken auf die Kraftfahrtversicherung. Seit 2010 hat sich der Anteil um etwa 1,5 Prozentpunkte vergrößert. Die Vertragszahl wuchs im Betrachtungszeitraum mit knapp elf Prozent fast doppelt so stark wie der Bestand insgesamt.

Die Policenzahl in der allgemeinen Haftpflichtversicherung wuchs zwar seit 2010 um etwa 2,6 Millionen an. Aufgrund einer leicht unterdurchschnittlichen Steigerungsrate gab der Marktanteil mit minus 0,1 Prozentpunkten minimal nach, liegt aber nach wie vor bei etwa einem Siebtel.

Vertragsbestand (Bild: Wichert)

Unfall-Policen auf absteigendem Ast

Die Schutzbriefversicherung ist mit 26,9 Millionen Kontrakten die drittgrößte Kompositsparte. Hier ging es im Betrachtungszeitraum zwar um 1,3 Millionen Verträge bergauf. Da die Wachstumsrate mit rund fünf Prozent aber ebenfalls unter der des gesamten Schaden-/ Unfallmarktes blieb, verkleinerte sich der Anteil leicht auf 8,6 Prozent.

Mit Anteilen von 8,4 beziehungsweise 8,1 Prozent folgen dicht dahinter die verbundene Hausrat- und die private Unfallversicherung. Die Hausratversicherer bauten den Bestand zwar um etwa 1,2 Millionen Policen aus, mussten aber ebenfalls leichte Einbußen beim Marktanteil hinnehmen.

Einen Sonderfall in der Kompositversicherung stellt die private Unfallversicherung dar. Es ist die einzige Sparte, in der die Kurve beim Vertragsbestand nach unten zeigt. Das Minus zwischen 2010 und 2017 belief sich auf fast zwei Millionen Kontrakte. In der Folge gab der Anteil von 9,3 auf 8,1 Prozent nach.

Deutliches Wachstum in nicht-privater Sachversicherung

In der Rechtsschutz- sowie der verbundenen Wohngebäudeversicherung war das gleiche Phänomen zu beobachten wie in den Zweigen Haftpflicht, Schutzbrief und Hausrat. Die Bestände wuchsen zwar an, aber der Marktanteil reduzierte sich leicht auf 7,0 Prozent (Rechtsschutz) beziehungsweise 6,2 Prozent (Wohngebäude).

Ein kräftiges Wachstum von fast 19 Prozent hatten die nicht-privaten Sachversicherer zu verzeichnen. Die Zahl der Policen erhöhte sich um rund drei Millionen auf 18,8 Millionen. Dadurch vergrößerte sich der Marktanteil von unter 5,4 auf über 6,0 Prozent.

Marktanteile (Bild: Wichert)

Kfz mit fast 40 Prozent Anteil an Kompositbeiträgen

Das Zahlenwerk des Versichererverbands gibt auch Aufschluss darüber, wie viel die Verbraucher und Firmen im Jahr für Versicherungen ausgeben. Insgesamt stiegen die gebuchten Bruttobeiträge im inländischen Direktgeschäft um fast ein Viertel auf gut 68,3 Milliarden Euro. Die jahresdurchschnittliche Veränderungsrate wird mit 3,1 Prozent angegeben.

Der nach Beitragseinnahmen größte Versicherungszweig ist und bleibt mit fast 27 Milliarden Euro (plus über ein Drittel seit 2010) die Kfz-Versicherung. Auf diese Sparte entfallen fast vier von zehn Euro der in Komposit insgesamt eingesammelten Prämien. Dabei fällt der Anteil nach Beiträgen um über zwei Prozentpunkte größer aus als nach Vertragszahl. Seit 2010 ist der Anteil an den Umsätzen um annähernd drei Prozentpunkte gestiegen.

Prämien: Nicht-private Sach vor allgemeiner Haftpflicht

Über ein Achtel der Einnahmen (knapp 8,7 Milliarden Euro) geht auf das Konto der nicht-privaten Sachversicherer. Der Anteil an den Prämien ist damit mehr als doppelt so groß wie nach Verträgen. Auf Marktanteile zwischen 11,3 und 9,5 Prozent kommen die Segmente Haftpflicht, Wohngebäude und Unfall.

Die nicht-privaten Sachversicherer sammelten 2017 rund 1,5 Milliarden Euro mehr ein als noch 2010. Da die Steigerungsrate hinter der des Gesamtmarktes zurückblieb, gab der Anteil um etwa 0,3 Prozentpunkte nach. Die Haftpflichtversicherung büßte sogar einen Prozentpunkt Marktanteil ein. Denn das Wachstum fiel mit rund einem Siebtel nicht einmal halb so stak aus wie in Komposit insgesamt.

Steigerung bei Wohngebäude

Die Wohngebäudeversicherer steigerten den Umsatz im Betrachtungszeitraum um über die Hälfte. In der Folge erhöhte sich der Anteil um fast zwei Prozentpunkte. Ganz anders verlief die Entwicklung in Unfall: Hier gab es nur ein minimales Plus von nicht einmal 100 Millionen Euro zwischen 2010 und 2017, so dass der Marktanteil um über zwei Prozentpunkte nachgab.

Der Anteil der Rechtsschutz-Versicherung, die 2017 Einnahmen von annähernd vier Milliarden Euro hatte, liegt unverändert bei knapp sechs Prozent. In der Hausratversicherung ging es um rund 0,4 Prozentpunkte auf 4,4 Prozent bergab, obwohl die Umsätze um etwa 350 Millionen Euro auf drei Milliarden Euro zunahmen. Die Schutzbriefversicherer kommen mit einem Umsatz von gut 200 Millionen Euro weiterhin auch etwa 0,3 Prozent Anteil.

 
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