Die größten Lebensversicherer

9.4.2019 – Neun der 15 größten Lebensversicherer haben im vergangenen Jahr das Bruttobeitragsaufkommen ausgebaut. Prozentual legte nach Daten der Zeitschrift für Versicherungswesen die Allianz zu, die unangefochtener Spitzenreiter bleibt. Die Bayern-Versicherung überholte die Generali und die Cosmos zog an der SV vorbei. Keine Daten lieferten die Axa und die Ergo.

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Die deutschen Lebensversicherer haben den Negativtrend der vergangenen Jahre durchbrochen und die gebuchten Bruttobeiträge 2018 insgesamt um 1,4 Prozent auf fast 92 Milliarden Euro gesteigert. Dies gab der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) auf Basis von vorläufigen Zahlen Ende Januar bekannt (VersicherungsJournal 29.1.2019).

„Vertrauen in Lebensversicherungs-Produkte ungebrochen“

Für Dr. Marc Surminski, Chefredakteur der Zeitschrift für Versicherungswesen (ZfV), ist dies eine überraschende Entwicklung. „Was ist nur mit der Deutschen Lebensversicherung los?“, fragt er in der aktuellen Ausgabe 7/2019 der Zeitschrift. Und gibt gleich die Antwort: „Sie wächst – allen Krisenberichten und Run-off-Diskussionen zum Trotz.“

Die Anbieter haben es geschafft, „trotz der vielen schlechten Nachrichten und der stark schrumpfenden Überschüsse bei den Altverträgen mit neuen Produkten erfolgreich zu sein“, skizziert Surminski die jüngste Geschäftsentwicklung. „Das Vertrauen in Lebensversicherungs-Produkte zur Altersvorsorge ist offenbar ungebrochen, egal was die Kritiker der Branche sagen mögen“, so sein Fazit.

Keine Daten von Axa und Ergo

Auf Ebene der Branchengrößen hat sich das Prämienaufkommen (auf Basis vorläufiger Zahlen) höchst unterschiedlich entwickelt, wie eine Auflistung in der aktuellen ZfV-Ausgabe zeigt. So hatten drei der 15 Anbieter mit mehr als 1,5 Milliarden Euro gebuchten Bruttobeiträgen im Vergleich zum Vorjahr Rückgänge zu verzeichnen.

Hierbei ist allerdings zu berücksichtigen, dass für die Axa Lebensversicherung AG und die Ergo Lebensversicherung AG keine aktuellen Zahlen vorliegen. Erstere war 2017 mit knapp 2,7 Milliarden Euro Nummer acht im Markt, die Ergo lag mit fast 2,5 Milliarden Euro an neunter Stelle (VersicherungsJournal 11.5.2018).

Die Axa hat der ZfV erstmals keine Daten geliefert. „Die Konzernzahlen aus Paris für das gesamte deutsche Personenversicherungs-Geschäft zeigen eine rückläufige Beitragsentwicklung; da Kranken immer automatisch wächst, dürfte das Lebensversicherungs-Geschäft bei der Axa in 2018 entsprechend rückläufig sein“, vermutet der ZfV-Chefredakteur.

Die Ergo lieferte nur Daten für die mit gut 100 Millionen Euro Prämienvolumen nur kleine Ergo Vorsorge Lebensversicherung AG. Diese stellt jetzt den Neugeschäftsträger dar, der Altbestand der Ergo Leben wird intern abgewickelt (VersicherungsJournal 2.6.2016).

SV, Generali und HDI mit Beitragsrückgängen

Die deutsche Generali berichtete über die Entwicklung „äußerst transparent“, so Surminski. Der Versicherer hat sich für die – übrigens immer noch nicht von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs-Aufsicht (Bafin) genehmigte – externe Run-off-Lösung entschieden (VersicherungsJournal 5.7.2018). Das Beitragsaufkommen reduzierte sich hier im vergangenen Jahr um über sechs Prozent auf annähernd 2,7 Milliarden Euro.

Noch größer fiel das Minus unter den Branchenschwergewichten nur bei der SV Sparkassenversicherung Lebensversicherung AG aus (minus 8,7 Prozent auf unter 1,6 Milliarden Euro). Einen Beitragsrückgang gab es ferner bei der HDI Lebensversicherung AG. Dieser fiel mit 0,9 Prozent auf 1,82 Milliarden Euro allerdings vergleichsweise klein aus.

Allianz unangefochtener Spitzenreiter

Den größten Zuwachs hatte die Allianz Lebensversicherungs-AG zu verzeichnen. Der Marktführer steigerte das Prämienvolumen um fast sieben Prozent auf fast 22,3 Milliarden Euro. „Die Allianz ist inzwischen dem Wettbewerb vollkommen enteilt und spielt in einer eigenen Liga“, kommentiert der ZfV-Chefredakteur.

Um zwischen gut fünf und etwa vier Prozent bauten die Cosmos Lebensversicherungs-AG, die Württembergische Lebensversicherung AG, die R+V Lebensversicherung AG und die Alte Leipziger Lebensversicherung a.G. ihr Beitragsaufkommen aus. Der Debeka Lebensversicherungs-Verein a.G. wuchs um weit über drei Prozent.

Veränderungen

Auf- und Absteiger

In der Rangliste nach Beitragseinnahmen gab es 2018 nach jetzigem Datenstand deutlich weniger Verschiebungen als im Jahr zuvor (VersicherungsJournal 9.4.2018). So fiel die Generali hinter die Bayern-Versicherung Lebensversicherung AG zurück – und die SV musste der Cosmos den Vortritt lassen.

Unangefochtener Marktführer ist und bleibt die Allianz, die fast vier Mal so viel an Bruttobeiträgen einsammelte wie der ärgste Verfolger R+V. Die Wiesbadener konnten den Vorsprung auf die unverändert an dritter Stelle liegende Aachenmünchener Lebensversicherung AG von 550 auf fast 750 Millionen Euro ausbauen.

Positionen vier belegt weiterhin die Debeka, erneut gefolgt von der Zurich Deutscher Herold Lebensversicherung AG mit jeweils über drei Milliarden Euro gebuchten Bruttobeitragseinnahmen.

Rangliste (Bild: Wichert)

Hintergründe zur Beitragsentwicklung

Die Allianz verwies als Begründung für den starken Zuwachs auf die „ausgezeichnete Finanzstärke, eine innovative Kapitalanlage auf weltweiten Märkten, zukunftsfähige Produkte, voll digitale Lösungen und flexible Angebote“.

Die SV führt den Rückgang vor allem auf ein Minus bei den Einmalbeiträgen zurück (VersicherungsJournal 28.2.2019). Das Wachstum bei der R+V wurde nach eigenen Angaben von neuen Garantieprodukten getragen (VersicherungsJournal 12.2.2019).

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Altersvorsorge · Einmalbeitrag · ePa · Lebensversicherung · Runoff · Versicherungsaufsicht
 
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