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Die Gebäudeversicherer mit den höchsten Beschwerdequoten

31.5.2021 – In der Wohngebäudeversicherung hat die Bafin 2020 mit rund 330 Beschwerden etwa eine Handvoll weniger abschließend bearbeitet als im Jahr zuvor. Im Schnitt waren es rund 1,7 Reklamationen pro 100.000 versicherte Risiken. Auf die höchsten Beschwerdequoten kam die Dialog (über vier Beanstandungen pro 100.000 versicherte Risiken). Die Marktgrößen schnitten mehrheitlich schlechter als der Branchenschnitt ab.

Im vergangenen Jahr hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs-Aufsicht (Bafin) 332 Beschwerden über die deutschen Wohngebäudeversicherer abschließend bearbeitet. Dies ist der unternehmens-individuellen Beschwerdestatistik der Behörde zu entnehmen, welche die Aufsicht Mitte Mai veröffentlicht hat.

Im Vergleich zum Jahr zuvor ist das Beschwerdeaufkommen – wie insgesamt betrachtet (VersicherungsJournal 1.2.2021) und auch mit Blick auf die Kraftfahrtversicherung (19.5.2021) – gesunken, wenn auch nur minimal um wenige Eingaben. Hingegen ist das Reklamationsvolumen in der privaten Krankenversicherung (PKV; 18.5.2021) und in der Lebensversicherung (25.5.2021) gestiegen.

Das aktuelle Aufkommen in der Gebäudeversicherung ist das zweitniedrigste in den vergangenen 13 Jahren. Am wenigsten Beanstandungen gab es in der jüngeren Vergangenheit vor elf Jahren (6.5.2011). 2009 wiederum war der Höchststand zu verzeichnen. Seinerzeit hatte die Aufsicht über die Hälfte mehr Beschwerden abschließend bearbeitet als aktuell (31.5.2010).

Entwicklung Bewschwerdenzahl (Bild: Wichert)

Sehr geringe Beschwerdequote in Wohngebäude

Die Beschwerdequote liegt mit rund 1,7 Beanstandungen pro 100.000 Verträge weiterhin auf verschwindend niedrigem Niveau. (Sie ergibt sich aus den Reklamationen in Relation zum Bestand an versicherten Risiken von etwa 19,3 Millionen zum Jahresende 2019.)

Selbst wenn man noch die 1.197 zulässigen Eingaben beim Versicherungsombudsmann hinzurechnet, ändert dies nichts. Denn selbst dann blieben etwa 99.992 von 100.000 Kontrakten beschwerdefrei.

Dialog mit der höchsten Quote

Insgesamt werden in der Beschwerdestatistik 59 Wohngebäudeversicherer aufgeführt. Unter den aufgelisteten Gesellschaften mit einem Vertragsbestand von mehr als 80.000 errechnen sich für insgesamt vier Anbieter Werte von über drei Reklamationen pro 100.000 versicherte Risiken.

Die höchste Quote steht mit weit über vier Beanstandungen pro 100.000 versicherte Risiken für den mit einem Bestand von knapp 200.000 mittelgroßen Marktteilnehmer Dialog Versicherung AG zu Buche. Auf diese vor etwa zwei Jahren neu gegründete Gesellschaft hat der deutsche Generali-Konzern im Zuge der Umstrukturierung das Maklergeschäft der früheren Generali Versicherung AG übertragen (25.10.2018, 11.10.2019).

Dahinter folgen die etwas größere HDI Versicherung AG (über 240.000 versicherte Risiken) und die mit einem Bestand von knapp 545.000 zu den Branchengrößen gehörende Provinzial Rheinland Versicherung AG mit Werten von jeweils um die 3,5. Für die eher kleinen Akteure Alte Leipziger Versicherung AG und WGV-Versicherung AG (jeweils rund 100.000 versicherte Risiken) errechnen sich Quoten von jeweils um die drei Eingaben pro 100.000 versicherte Risiken.

Anbieter mit hohen Beschwerdequoten (Bild: Wichert)

So schlugen sich die Marktgrößen

Von den zwölf größten Marktteilnehmern mit mehr als 500.000 versicherten Risiken im Bestand blieben erneut die Bayerische Landesbrandversicherung AG sowie neuerdings die Huk-Coburg Haftpflicht-Unterstützungs-Kasse kraftfahrender Beamter Deutschlands a.G. und der LVM Landwirtschaftliche Versicherungsverein Münster a.G. unter der Marke von einer Reklamation pro 100.000 versicherte Risiken.

Hauchdünn besser als der Branchenschnitt schnitt die Marktführerin Allianz Versicherungs-AG (1.12.2020) ab, etwas schlechter die R+V Allgemeine Versicherung AG und die Bayerischer Versicherungsverband Versicherungs-AG. Die höchste Quote unter den Marktgrößen errechnet sich mit annähernd 3,5 für die Provinzial Rheinland.

Beschwerdequoten der Marktgrößen (Bild: Wichert)

Nachteil für wachstumsstarke Versicherer

Seit rund einem Vierteljahrhundert veröffentlicht die Bafin jährlich eine nach Versicherungs-Unternehmen und -zweigen aufgeschlüsselte Beschwerdestatistik. Diese stellt den Angaben zufolge eine Momentaufnahme dar, die durch verschiedene Ereignisse beeinflusst sein kann. Versicherer ohne Beschwerden werden beispielsweise gar nicht aufgeführt.

Die Zahlen sollen „einen Indikator über Qualität und Größe des Versicherungsgeschäfts“ vermitteln, so die Aufsicht. Die Behörde weist jedoch auf die begrenzte Aussagekraft der Statistik über die Qualität einzelner Unternehmen hin. Denn eine Aussage darüber, ob die bearbeiteten Beschwerden begründet gewesen sind oder nicht, geben die Daten nicht her.

Zudem werde die im Laufe eines Jahres abschließend von der Bafin bearbeitete Beschwerdezahl in Relation zu den versicherten Risiken zum Vorjahresende gesetzt. „Stark expandierende Versicherer […] werden durch die Nennung der Bestandszahlen benachteiligt, weil sich der im Laufe des Jahres erhöhte Bestand, aus dem sich die Beschwerden ergeben, nicht in der Statistik wiederfindet“, so die Begründung.

 
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