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Die Deutschen sparen ohne Plan und auch noch mit Verlusten

21.7.2021 – Die Pandemie hat die Bewegungs-Möglichkeiten beschränkt, auch den privaten Konsum. Die Folge: Ersparnisse in Rekordhöhe liegen auf Giro- oder Tagesgeldkonten. Nullzinsen und anziehende Inflation zehren an den Rücklagen, wie eine Auswertung der Union Investment zeigt.

Das laufende Jahr ist ein schlechtes Jahr für Sparer. Drei Effekte kommen zusammen: historisch niedrige Zinsen, steigende Inflation und das spezielle Anlageverhalten der Deutschen, die gerne Rücklagen auf dem Girokonto stehen lassen. Die Konsequenz: Die Ersparnisse schmelzen ab, am Ende des Jahres fahren die Verbraucher Verluste ein.

Zu diesen Ergebnissen kommt eine Analyse von Professor Oscar A. Stolper von der Marburger Philipps-Universität im Auftrag der Union Asset Management Holding AG.

Ein Drittel der Ersparnisse machen Bargeld und Sichteinlagen aus

Die Coronakrise mit ihren zahlreichen Einschränkungen und nur freudlosen Konsum-Möglichkeiten hat den Spareifer der Deutschen befeuert. Ende 2020 stieg das Geldvermögen der Privathaushalte erstmals auf knapp sieben Billionen Euro, wie die Deutsche Bundesbank mitteilte (VersicherungsJournal 19.4.2021).

Die Mittel flossen insbesondere in Bargeld und Einlagen (74 Milliarden Euro). Hinzu kamen vor allem auch Ansprüche gegenüber Versicherungen (21 Milliarden Euro) und Anteile an Investmentfonds (14 Milliarden Euro).

Spareifer lohnt sich nicht immer

Das Problem: Der Spareifer lohnt sich nicht immer. Nach Angaben der Union Investment parkten die Deutschen knapp zwei Billionen Euro an Bargeld auf Giro- oder Tagesgeldkonten. Mittlerweile machen Bargeld und Sichteinlagen fast ein Drittel des Geldvermögens aus (28,7 Prozent), obwohl diese Anlageformen seit Jahren kaum oder keine Renditen abwerfen.

„Das Girokontosparen liegt weiter im Trend. Viele Deutsche haben die Möglichkeit, mehr Geld auf die hohe Kante zu legen, aber sie vernachlässigen dabei die wichtige Frage nach dem Wie“, lässt sich Professor Stolper in einer Mitteilung zitieren.

Geldanlage (Bild: Union Investement)
(bild: Union Investment)

Nullzinsen und steigende Inflation sorgt für Verluste

Die Kombination aus niedrigen Zinsen und steigender Inflation sorgt für Kaufkraftverluste. Diese Einbußen dürften sich noch verschärfen, warnt der Autor der Auswertung. Im Mai stieg die Inflationsrate um 0,5 Prozent auf 2,5 Prozent und blieb im Juni mit 2,3 Prozent auf hohem Niveau.

Um ihre Aussage zu untermauern, legt Union Investment eine Beispielrechnung vor. Wer vor zehn Jahren 10.000 Euro bei einer Inflationsrate von zwei Prozent und einem Zinssatz von null Prozent anlegte, verliere im Laufe einer Dekade rund 1.797 Euro. Das sei annähernd ein Sechstel des eingebrachten Vermögens.

Damit hätten sich die Herausforderungen im Vermögensaufbau massiv verändert, warnt das Unternehmen der genossenschaftlichen Finanzgruppe. Früher hätten sich Rücklagen durch Zinsen vermehrt, im Zeitalter von Nullzinsen bleibe dieser Effekt bei Einlagen auf Girokonten, Tages- und Festgeldern aus. Eine Ausnahme seien hier kapitalbildende Versicherungsprodukte.

Das heißt, hohe Sparquoten zahlen sich nicht aus. Damit sich die Anstrengungen lohnten, müssten Verbraucher umdenken und Renditeziele anpeilen und umsetzen.

2.900 Superreiche in Deutschland

Laut der Auswertung falle aber auf, dass ein Teil der Anleger umsteuert. So stieg nach Angaben der Union Investment der Anteil von Aktieninvestments am Gesamtfinanzvermögen der Deutschen um 0,7 Prozentpunkte auf 11,6 Prozent an (2019: 10,9 Prozent). Das sei der höchste Wert seit über zwölf Jahren.

Eine Bevölkerungsgruppe scheinen die Herausforderungen am Kapitalmarkt weniger zu treffen: 2.900 Personen nennen in Deutschland jeweils ein Vermögen von über 100 Millionen US-Dollar (etwa 82,22 Millionen Euro) ihr Eigen und gehören somit dem Club der „Superreichen“ an. Im Vorjahr waren es noch 2.400 Menschen, die über dieses ansehnliche finanzielle Polster verfügten (19.6.2020).

Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Global Wealth Report 2021“ der Boston Consulting Group (BCG). Mit der Auswertung, die auf Daten von über 150 Vermögensverwaltern basiert, untersuchen die Berater jährlich die weltweite Entwicklung privater Finanzvermögen und beziehen Werte in Bargeld, Aktien, Fonds, Pensionen und Lebensversicherungen ein.

Bei den Gesamtvermögen nach Staaten liegt die Bundesrepublik auf Rang drei, hinter den USA und China, wie der Report von BCG zeigt (11.6.2021).

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Coronavirus · Investmentfonds · Lebensversicherung
 
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