Deutschlands Sorge vor einem Cyberangriff so groß wie noch nie

25.11.2022 – Die Deutschen haben vermehrt mit digitalen Betrügern zu kämpfen. Sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen sind von Cyberattacken bedroht. Zu dieser Erkenntnis kommen Untersuchungen des Maklers Clark, des BSI und von Bitkom. Zudem haben immer mehr Menschen Angst vor einem digital ausgefochtenen Krieg mit anderen Ländern, vornehmlich Russland.

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Cyberkriminalität – ein Begriff, der sehr nach Zukunft klingt und doch Realität ist. Die Kreativität der Delinquenten kennt oftmals kaum Grenzen oder Skrupel. Gefälschte Spendenaufrufe für Leidende finden sich neben Fake-Mails von Banken und Erpressungsversuchen mit verschlüsselten Computern oder der Veröffentlichung kompromittierender, intimer Geheimnisse.

Bereits jeder dritte Deutsche ist laut einer Untersuchung der Yougov Deutschland GmbH im Auftrag des Versicherungsmaklers Clark Germany GmbH bereits Opfer von Cyberkriminalität in irgendeiner Form geworden.

Für die Untersuchung sind zwischen dem 7. und 13. September in einer Online-Umfrage 1.061 Personen ab 18 Jahren online befragt worden.

Ähnliche Zahl von Behörde

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) spricht davon, dass 29 Prozent der Bundesbürger bereits von Cyberkriminellen attackiert wurden. Darauf verweist das Digitalbarometer 2022 (PDF, 149 KB).

Das Digitalbarometer zeigt uns sehr genau, wo den Bürgerinnen und Bürgern der digitale Schuh drückt.

Stefanie Hinz, Vorsitzende der ProPK

Dessen Daten basieren auf einer Online-Umfrage des BSI in Kooperation mit der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK), die vom 20. April bis 10. Mai durchgeführt wurde. Insgesamt wurden 2.000 Personen zwischen 16 und 69 Jahren bundesweit befragt.

„Das Digitalbarometer zeigt uns sehr genau, wo den Bürgerinnen und Bürgern der digitale Schuh drückt. Damit können wir ganz gezielt über die Internetkriminalität aufklären und über entsprechende Schutzmöglichkeiten informieren“, sagt dazu Dr. Stefanie Hinz, Vorsitzende der ProPK.

Besonders jüngere Nutzer sind Opfer von Hackern

Wer sich in den sozialen Medien bewegt, unterliegt auch dem Risiko, Opfer eines Hackerangriffs zu werden. Die Clark-Untersuchung zeigt, dass gerade jüngere Nutzer zwischen 25 bis 34 Jahren solchen Angriffen ausgesetzt waren. Mit 19 Prozent sind sie die Hauptzielgruppe. Wiederum geben mit 17 Prozent die Jüngsten – zwischen 18 bis 24 Jahre – am häufigsten an, dass ihnen Passwörter gestohlen wurden.

Die Gefahr, sich einen Computervirus einzufangen, beispielsweise durch Ransomware oder Phishing-Mails, ist schon für zehn Prozent der Befragten zur Realität geworden. Mehrheitlich wurden dabei Personen zwischen 35 und 44 Jahren ins Visier der Kriminellen genommen – hier betrug die Zahl der Betroffenen 15 Prozent.

Betrüger sind besonders oft beim Onlineshopping anzutreffen

Die meisten Fälle waren dabei Betrug beim Onlineshopping (25 Prozent), gleichauf mit einem Fremdzugriff auf das Onlinekonto (25 Prozent) sowie der Infektion mit Schadsoftware (24 Prozent).

Die beiden letztgenannten Betrugsversuche sowie Angriffe mit Phishing-Mails sind im Vergleich zu 2021 rückläufig.

Angriffsablauf (Bild: BSI)
Zum Vergrößern Bild klicken. (Bild: BSI)

Schutzmaßnahmen bekannt, aber oft nicht angewendet

Angesichts der zunehmenden Bedrohung wird die Befolgung der gängigen Schutzmaßnahmen zur Notwendigkeit, wie das BSI erklärt.

Die Nutzung von Antiviren-Programmen (53 Prozent), sicheren Passwörtern (52 Prozent) und einer aktuellen Firewall (44 Prozent) sind die beliebtesten Schutzmaßnahmen der Deutschen. Allerdings nutzen nur 34 Prozent regelmäßige automatische Updates. Dabei gelten gerade diese als elementar im Schließen von Sicherheitslücken.

Ebenfalls empfohlen: unterschiedliche Passwörter nutzen. Dr. Gerhard Schabhüser, Vizepräsident des BSI, rät diesbezüglich: „[…] Schutz von Benutzerkonten: Für jeden Online-Account ein eigenes sicheres Passwort verwenden“.

Auch Unternehmen sind Ziele

Das Interesse an Firmen und Unternehmen als Zielen von Cyberattacken ist nicht von geringerer Bedeutung, wie das BSI aufzeigt.

So wird im Digitalbarometer auf mehr als 1.000 Firmen verwiesen, die von ihrer Betroffenheit durch Cyberangriffe in den Jahren 2020 und 2021 berichten. Mit 31 Prozent ist Malware wie Trojaner auch hier die größte Gefahr. Die bedeutendste Risiko – gerade für Unternehmen – bleibt Ransomware, die über E-Mails oder Softwareschwachstellen eindringt (VersicherungsJournal 19.9.2022).

Rund 27 Prozent der Betriebe sahen sich in den letzten zwölf Monaten DDoS-Angriffen ausgesetzt. Das sind acht Prozent mehr Attacken als im vorigen Berichtszeitraum 2018/19.

Top-Drei-Bedrohungen (Bild: BSI)
Zum Vergrößern Bild klicken. (Bild: BSI)

Sorge vor einem großangelegten Cyberangriff so groß wie nie

Die gestiegene Cyberrisiko zeigt bersonders in Krisenzeiten seine Wirkung: Dreiviertel der Deutschen fürchten sich laut einer Umfrage der Bitkom Research GmbH vor einem Cyberkrieg. 72 Prozent der Befragten gaben an, Angst davor zu haben.

27 Prozent fürchten sogar, dass daraus ein bewaffneter Konflikt entstehen könnte. Knapp die Hälfte wiederum (45 Prozent) sorgt sich zwar, denkt allerdings nicht, dass aus einem Cyberkrieg auch ein militärischer Konflikt entstehen könnte.

Dabei wird Russland mit 86 Prozent Nennungen als größte Bedrohung wahrgenommen. Dahinter folgen China (34 Prozent), Nordkorea (28 Prozent) und Indien (zehn Prozent). Ebenfalls genannt werden die Türkei, Ungarn, der Iran und die USA mit jeweils neun Prozent.

Kein Vertrauen ins virtuelle Flecktarn B

Die digitale Verteidigungskompetenz der Bundeswehr wird übrigens als nicht ausreichend erachtet. Mehr als 89 Prozent halten sie nicht für hinreichend ausgestattet, um Deutschland im Cyberraum zu vereidigen. Vier Prozent trauen ihr es „eher“ zu, nur zwei Prozent vertrauen vollends auf die digitale Kampfkraft der Armee.

Die Daten zur Bitkom-Umfrage basieren auf den Aussagen von 1.193 Personen ab 16 Jahren, die deutschlandweit im Auftrag des Digitalverbands Bitkom e.V. telefonisch befragt wurden.

Lesetipp: „Cyberversicherung im Kreuzfeuer der Krisen“
Cover Dossier (Bild: VersicherungsJournal)

Kein Tag ohne Attacken aus dem Internet. Das macht Cyberschutz unerlässlich. Doch einfach ist er nicht. Schwer machen es aktuell auch die Kriegsausschluss-Klauseln. Wie die Versicherer hier aufgestellt sind, berichtet ein neues Dossier.

Grundlage ist eine Umfrage, die das VersicherungsJournal im Frühjahr unter 25 Anbietern durchgeführt hat. Neben diesen Umfrageergebnissen wird auch über die Schadenkompetenz der Versicherer und die (noch) mangelnde Transparenz in punkto IT-Dienstleister berichtet.

Betrachtet werden auch Ratings zur Sparte und Lage der Kunden, zum Online-Angebot zu Cyberschutz und Vermittlergeschäft (VersicherungsJournal 7.7.2022).

Nähere Informationen und Bestellmöglichkeit finden sich unter diesem Link. Die Publikation steht Premium-Abonnenten des VersicherungsJournals zur persönlichen Nutzung kostenlos zur Verfügung.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Cyberversicherung · Gewerbeordnung · Marktforschung · Rating · Versicherungsmakler · Viren
 
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