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Deutsche geben vergleichsweise viel für Versicherungen aus

4.10.2019 – Rund 3.200 Versicherer in Europa haben 2018 Prämien in Höhe von 1,31 Billionen Euro eingenommen. Pro Kopf gaben die Europäer 2.170 für Versicherungen aus, der Wert für Deutschland liegt mit 2.440 Euro etwas höher. Europaweit gehen 58 Prozent der Prämien in die Lebensversicherung, in Deutschland 45 Prozent.

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Rund 3.200 Versicherer, Zweigniederlassungen von Nicht-EU/EWR-Versicherern mitgezählt, waren 2018 in Europa tätig. Dies geht aus der am Mittwoch vom europäischen Versicherer-Verband Insurance Europe veröffentlichten Publikation „European Insurance – Key Facts, Insurance Europe, September 2019“ hervor.

Sie fasst vorläufige Daten aus 32 europäischen Märkten, darunter Deutschland, zusammen. Methodisches Detail: Mitunter fehlen zwar Daten aus einzelnen Ländern (oder sie werden unterschiedlich erfasst), zumeist sind sie aber nahezu vollständig abgebildet. Laut Insurance Europe repräsentieren die 32 Märkte 95 Prozent des gesamteuropäischen Marktes.

Weniger Gesellschaften, mehr Prämie

Die Anzahl der Versicherer schrumpfte um 3,2 Prozent. Der Bericht macht keine näheren Angaben darüber, inwieweit es sich um Geschäftsbeendigungen oder Zusammenlegungen handelt. Gleichzeitig wuchs das Prämienvolumen um 6,2 Prozent auf 1.311 Milliarden Euro.

Mehr als die Hälfte (58 Prozent) der Prämien, nämlich 764 Milliarden Euro (+6,7 Prozent), stammte aus der Lebensversicherung. Der Verband führt das kräftige Plus auf ein zweistelliges Wachstum im Vereinigten Königreich, „dem größten Lebensversicherungs-Markt in Europa“, zurück.

Die Schaden/Unfall-Versicherung generierte 407 Milliarden Euro (+5,7 Prozent). Dabei war Kfz mit etwas mehr als einem Drittel deren größte Teilsparte und verzeichnete ein Prämienplus von 3,8 Prozent. Die Krankenversicherung als kleinste Sparte kam auf 140 Milliarden Euro (+4,8 Prozent).

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Leben-Sparte hat in Deutschland kleineren Anteil

Zum Vergleich: In Deutschland hatte die Lebensversicherung laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) einen Anteil von 45,4 Prozent an den Beiträgen, Schaden/Unfall war mit 34,9 Prozent die zweitgrößte Sparte.

Auch in Deutschland haben 2018 alle drei Sparten zugelegt, in Summe belief sich das Volumen hierzulande auf 202,4 Milliarden Euro (+2,2 Prozent).

Rund 2.170 Prämien-Euro pro Person

Die Versicherungsdichte, also das Prämienaufkommen pro Kopf, belief sich europaweit 2.170 Euro, nach 2.049 Euro 2017. Auf die Sparten aufgeschlüsselt heißt das: 1.264 Euro gingen in Leben, 673 Euro in Schaden/Unfall, 232 Euro in die Krankenversicherung.

In Deutschland war die Versicherungsdichte um zirka zwölf Prozent höher: Laut GDV gaben die Deutschen vergangenes Jahr fast 2.440 Euro pro Kopf aus (VersicherungsJournal 26.8.2019).

Die Versicherungs-Durchdringung – das Verhältnis von Prämien zu Bruttoinlandsprodukt – erhöhte sich in Europa um 0,21 Prozentpunkte auf 7,46 Prozent. Dabei reichte die Bandbreite von 0,5 Prozent (Liechtenstein) bis 14,3 Prozent (Vereinigtes Königreich); in Deutschland betrug sie laut GDV 5,98 Prozent (2017: 6,04 Prozent).

Den Prämieneinnahmen der europäischen Versicherer standen Auszahlungen in Höhe von 1.069 Milliarden Euro gegenüber. Mit +3,1 Prozent gegenüber 2017 ist das ein Anstieg unter dem Niveau des Prämienzuwachses.

Vertriebswege: Verteilung stark unterschiedlich

Hauptvertriebskanal für die Lebensversicherung ist Insurance Europe zufolge in vielen Ländern die Bank. Agenten und Makler seien größter Vertriebsweg in der Nicht-Leben-Versicherung „und spielen in bestimmten Märkten auch in der Lebensversicherung eine wichtige Rolle“.

Weitere bedeutsame Vertriebswege für die Nichtleben-Sparten seien in Europa der Direktvertrieb durch unternehmenseigenes Personal oder im Fernabsatz. „Diese beiden Kanäle sind in der Lebensversicherung weniger entwickelt“, heißt es in dem Bericht.

Generell lässt sich sagen: Wie sich das Geschäft auf die einzelnen Vertriebswege verteilt, variiert von Land zu Land sehr stark. Beispiel: In Italien laufen mehr als drei Viertel des Leben-Geschäfts über den Bankschalter, in Großbritannien erledigen es fast im selben Umfang Makler.

Key Facts (Bild: Insurance Europe)

Die europäische Versicherungsindustrie beschäftigte 2018 direkt in den Unternehmen mehr als 900.000 Menschen, teilt Insurance Europe mit. Selbstständige Vermittler sind in dieser Zahl nicht inkludiert.

10,3 Billionen Euro in Anlagen

Die Kapitalanlagen der Versicherer überschritten 2016 zehn Billionen Euro, 2017 brachte nochmals einen Anstieg (1.11.2018). 2018 gingen sie auf 10,3 Billionen Euro wieder leicht zurück.

Der Bericht „European Insurance – Key Facts, Insurance Europe, September 2019“ (liegt nur auf Englisch vor) kann als PDF-Dokument von der Website von Insurance Europe heruntergeladen werden.

 
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