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Das sind die privaten Krankenversicherer mit den höchsten Beschwerdequoten

6.6.2024 – Die Bafin hat 2023 in der privaten Krankenversicherung mit 729 Beschwerden noch weniger abschließend bearbeitet als beim Rekordtief im Jahr zuvor. Im Schnitt waren es rund 1,7 Reklamationen pro 100.000 versicherte Personen. Auf die höchste Beschwerdequote (pro 100.000 Versicherte) kamen FAMK und Ottonova.

Im Jahr 2023 hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) in der privaten Krankenversicherung (PKV) 729 Beschwerden abschließend bearbeitet. Das ist der aktuellen, Anfang Juni veröffentlichten Beschwerdestatistik der Aufsicht zu entnehmen.

Damit waren es im vergangenen Jahr noch einmal sieben Reklamationen weniger als beim Rekordtief 2022 (VersicherungsJournal 9.5.2023). Seinerzeit gab es eine Verminderung um ein Drittel im Vergleich zum Jahr zuvor (3.5.2022).

Auch langfristig gesehen ist eine massive Abnahme zu beobachten. So lag der Wert 2004 mit fast 3.800 Reklamationen noch mehr als fünfmal so hoch wie aktuell.

Entwicklung Beschwerden (Bild: Wichert)

Weiterhin sehr geringe Beschwerdequote

Aus diesem auf lange Sicht rückläufigen Trend kann nicht zwingend darauf geschlossen werden, dass die Kunden deutlich zufriedener mit den PKV-Anbietern geworden sind. Zumindest ein Teil der Verminderung dürfte auf die steigende Akzeptanz des Ombudsmanns Private Kranken- und Pflegeversicherung (PKV-Ombudsmann) zurückzuführen sein. Bei dem gingen 2023 rund 5.400 weitere Beschwerden ein (2.2.2024).

Setzt man die Anzahl der Beanstandungen in Relation zu den privat krankenversicherten Personen (Voll- und Zusatzversicherung) von etwa 45,1 Millionen (24.1.2024), kann man allerdings auch nicht von einer großen Unzufriedenheit sprechen.

Denn die Beschwerdequote bei Bafin und PKV-Ombudsmann zusammengenommen liegt auf einem verschwindend geringen Niveau von nicht einmal 14 Eingaben pro 100.000 krankenversicherte natürliche Personen. Betrachtet man nur die Reklamationen bei der Aufsicht, liegt die Quote sogar nur bei rund 1,6 Beschwerden pro 100.000 Versicherte.

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Einige Krankenversicherer ganz ohne Beschwerden

Die nach Versicherungsunternehmen und -zweigen aufgeschlüsselte Beschwerdestatistik stellt nach Angaben der Aufsicht eine Momentaufnahme dar, die durch verschiedene Ereignisse beeinflusst sein kann.

Versicherer ohne Beanstandungen werden beispielsweise gar nicht aufgeführt. Dies gilt aktuell etwa für die Mecklenburgische Krankenversicherungs-AG.

FAMK mit der höchsten Quote

Insgesamt werden in der Statistik 36 PKV-Anbieter aufgeführt. Dabei hatte die Freie Arzt- und Medizinkasse der Angehörigen der Berufsfeuerwehr und der Polizei VVaG (FAMK) mit einem Wert von rund 19,4 die höchste Beschwerdequote (pro 100.000 Versicherte) zu verzeichnen. Laut der Statistik gab es fünf Eingaben bei 25.719 versicherten Personen.

Im vergangenen Jahr hatte die FAMK noch zu den Unternehmen ohne eine einzige Beschwerde gehört. Zwischenzeitlich war die Gesellschaft dann in finanzielle Schwierigkeiten geraten (6.9.2023). Im Frühjahr wurde bekannt, dass die FAMK auf die Inter Krankenversicherung AG verschmolzen werden soll (28.3.2024).

Weitere Akteure mit hohen Beschwerdequoten

Für die Ottonova Krankenversicherung AG errechnet sich eine Quote von 6,5 (vier Eingaben bei 38.692 Versicherten). Auf Werte von gut acht bis knapp sieben Reklamationen pro 100.000 Versicherte kommen die Inter (31 zu 386.112) und die Landeskrankenhilfe V.V.a.G. (LKH; 22 zu 321.860).

Zwischen knapp vier und über zweieinhalb Beschwerden pro 100.000 Versicherte hatten die Universa Krankenversicherung a.G., die Hallesche Krankenversicherung a.G., die Huk-Coburg-Krankenversicherung AG und die Münchener Verein Krankenversicherung a.G. zu verzeichnen.

Beschwerdequote hoch (Bild: Wichert)

Die Beschwerdequoten waren bei fast allen der vorgenannten Akteure rückläufig. Neben der FAMK zeigte die Kurve nur bei der Inter und der LKH nach oben.

So schlugen sich die Branchengrößen der PKV

Von den zehn größten Anbietern mit mehr als 1,5 Millionen Versicherten blieb einzig die Hansemerkur Speziale Krankenversicherung AG ohne Reklamation. Sie ist nicht in der Vollversicherung aktiv und verkauft hauptsächlich Brillenversicherungen im Kooperationsgeschäft mit der Optikerkette Fielmann.

Deutlich unter dem Branchenschnitt liegt mit unter 0,2 Beanstandungen pro 100.000 Versicherte die R+V Krankenversicherung AG und mit unter 0,8 Reklamationen pro 100.000 Versicherte die Ergo Krankenversicherung AG.

Leicht unter dem Branchenschnitt von 1,6 blieben der Debeka Krankenversicherungsverein a.G. und die Bayerische Beamtenkrankenkasse AG (BBKK), knapp darüber die Allianz Private Krankenversicherungs-AG.

Werte von jeweils um die zwei hatten die Signal Iduna Krankenversicherung a.G., die Hansemerkur Krankenversicherung AG, die Generali Deutschland Krankenversicherung AG und die Barmenia Krankenversicherung AG zu verzeichnen. Auf eine Quote von fast vier kam die Axa.

Beschwerdequote Marktgrößen (Bild: Wichert)

Nachteil für wachstumsstarke Versicherer

Die jährlich veröffentlichte und nach Versicherungsunternehmen aufgeschlüsselte Beschwerdestatistik soll „einen Indikator über Qualität und Größe des Versicherungsgeschäfts“ vermitteln, so die Bafin. Die Aufsicht weist jedoch auf die begrenzte Aussagekraft der Statistik über die Qualität einzelner Unternehmen hin.

Denn die im Laufe eines Jahres abschließend von der Bafin bearbeitete Beschwerdezahl wird in Relation zu den versicherten Personen zum Vorjahresende gesetzt.

„Stark expandierende Versicherer […] werden durch die Nennung der Bestandszahlen benachteiligt, weil sich der im Laufe des Jahres erhöhte Bestand, aus dem sich die Beschwerden ergeben, nicht in der Statistik wiederfindet“, so die Begründung.

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