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Das sind die Hausratversicherer mit den höchsten Beschwerdequoten

11.7.2024 – In der Hausratversicherung hat die Bafin 2023 mit 143 Beschwerden fast ein Fünftel weniger abschließend bearbeitet als im Jahr zuvor. Im Schnitt waren es nur etwa 0,5 Reklamationen pro 100.000 versicherte Risiken. Auf die höchste Beschwerdequote kam die Alte Leipziger mit 3,08. Die Branchengrößen schnitten mehrheitlich noch besser als der Markt ab.

Im Jahr 2023 hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) in der Hausratversicherung 143 Beschwerden abschließend bearbeitet. Das ist der aktuellen, Anfang Juni veröffentlichten Beschwerdestatistik der Aufsicht zu entnehmen. Das Reklamationsaufkommen nahm um fast ein Fünftel beziehungsweise 33 Stück ab, nachdem es zuvor dreimal in Folge gestiegen war (VersicherungsJournal 6.7.2023).

Die aktuelle Zahl der Beanstandungen entspricht der zweitniedrigsten Zahl von vor vier Jahren (14.6.2021). Der Tiefstwert auf 16-Jahressicht wurde ein Jahr davor erreicht (8.6.2020). 2011 waren es noch mehr als doppelt so viele Reklamationen. 2008 war das Volumen noch fast vier Mal so hoch.

Entwicklung (Bild: Wichert)

Damit war in der Hausrat- wie auch in der Wohngebäude- (4.6.2024), der Haftpflicht- (12.6.2024), der Rechtsschutz- (26.6.2024) und der privaten Krankenversicherung (PKV) (6.6.2024) ein Rückgang zu beobachten. In der Kraftfahrt- (3.6.2024), der Lebens- (17.6.2024) und der Unfallversicherung (3.7.2024) ist das Reklamationsaufkommen hingegen teils deutlich gestiegen.

Verschwindend geringe Beschwerdequote in Hausrat

Die Beschwerdequote liegt mit erneut etwa 0,5 Beanstandungen pro 100.000 Verträge weiterhin auf verschwindend niedrigem Niveau. Sie ergibt sich aus den Reklamationen in Relation zum Bestand an versicherten Risiken von etwa 27,2 Millionen zum Jahresende 2022.

Selbst wenn man noch die 800 Beschwerden beim Versicherungsombudsmann e.V. (15.5.2024) hinzurechnet, ändert sich daran nichts. Denn selbst dann blieben immer noch fast 99.997 von 100.000 Verträgen beschwerdefrei.

Die Hausratversicherer mit den höchsten Quoten

Insgesamt werden in der Beschwerdestatistik 43 (Vorjahr: 50) Hausratversicherer aufgeführt. Unter den aufgelisteten Gesellschaften mit einem Bestand von mehr als 95.000 errechnen sich für insgesamt acht Anbieter Werte von mehr als einer Reklamation pro 100.000 versicherte Risiken.

Die höchste Quote steht mit über drei für die mit einem Policenbestand von 97.400 recht kleine Gesellschaft Alte Leipziger Versicherung AG zu Buche. Für den Akteur werden in der Statistik drei Beanstandungen aufgeführt. Ein Wert von 2,4 errechnet sich für die Feuersozietät Berlin Brandenburg Versicherung AG (drei Eingaben bei 123.600 Risiken).

Dahinter folgen mit Quoten von knapp 1,8 beziehungsweise annähernd 1,4 die Dialog Versicherung AG (vier zu 226.100) und die BA die Bayerische Allgemeine Versicherung AG (zwei zu 143.400). Auf Werte von jeweils leicht über eins kommen die Axa Versicherung AG (13 zu 1,2 Millionen), die Ammerländer Versicherung VVaG (acht zu 759.400), die Arag Allgemeine Versicherungs-AG (zwei zu 193.000) und der LBN-Versicherungsverein a.G. (eins zu 98.800).

Hohe Quote (Bild: Wichert)

Deutlich rückläufig war das Reklamationsaufkommen (von sechs auf eine Eingabe) bei der Rhion Versicherung AG, die im Vorjahr noch auf die höchste Beschwerdequote gekommen war. Bei der HDI Versicherung AG waren es zuletzt nur noch zwei (2022: neun) Beanstandungen.

So schlugen sich die Marktgrößen

Vier der zehn größten Anbieter mit mehr als 900.000 versicherten Risiken im Bestand schnitten schlechter als der Markt ab. Bei der Axa lag die Quote, wie oben beschrieben, knapp über der Marke von Eins, bei der DEVK Allgemeine Versicherungs-AG (zehn Eingaben bei 1,02 Millionen Risiken) hauchdünn darunter.

Für die Generali Deutschland Versicherung AG errechnet sich eine Quote von etwa 0,8 (13 zu 1,67 Millionen Risiken). Etwas schlechter als der Markt agierte die Allianz Versicherungs-AG (15 zu 2,76 Millionen).

Etwas besser performten die Huk-Coburg-Allgemeine Versicherung AG (fünf zu 1,15 Millionen), die Ergo Versicherung AG (vier zu 930.300), der LVM Landwirtschaftlicher Versicherungsverein Münster a.G. (vier zu 977.200) und die Huk-Coburg Haftpflicht-Unterstützungs-Kasse kraftfahrender Beamter Deutschlands a.G. (sechs zu 1,49 Millionen).

Für die R+V Allgemeine Versicherung AG errechnet sich eine Quote von unter 0,1 Beschwerden pro 100.000 Risiken (eins zu 1,13 Millionen). Gar keine (2022: vier) Beanstandungen hatte die Aufsicht über die Provinzial Versicherung AG abschließend zu bearbeiten.

Marktgrößen (Bild: Wichert)

Nachteil für wachstumsstarke Versicherer

Seit rund einem Vierteljahrhundert veröffentlicht die Bafin jährlich eine nach Versicherungsunternehmen und -zweigen aufgeschlüsselte Beschwerdestatistik. Diese stellt den Angaben zufolge eine Momentaufnahme dar, die durch verschiedene Ereignisse beeinflusst sein kann. Versicherer ohne Beschwerden werden beispielsweise gar nicht aufgeführt.

Die Zahlen sollen „einen Indikator über Qualität und Größe des Versicherungsgeschäfts“ vermitteln, so die Aufsicht. Die Behörde weist jedoch auf die begrenzte Aussagekraft der Statistik über die Qualität einzelner Unternehmen hin. Denn eine Aussage darüber, ob die bearbeiteten Beschwerden begründet gewesen sind oder nicht, geben die Daten nicht her.

Zudem werde die im Laufe eines Jahres abschließend von der Bafin bearbeitete Beschwerdezahl in Relation zu den versicherten Risiken zum Vorjahresende gesetzt. „Stark expandierende Versicherer […] werden durch die Nennung der Bestandszahlen benachteiligt, weil sich der im Laufe des Jahres erhöhte Bestand, aus dem sich die Beschwerden ergeben, nicht in der Statistik wiederfindet“, so die Begründung.

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