Das sind die größten privaten Unfallversicherer

7.1.2019 – Die deutschen Anbieter im Segment private Unfallversicherung hatten nach GDV-Angaben 2016 rund 25,4 Millionen Verträge im Bestand und erzielten damit rund 6,48 Milliarden Euro an gebuchten Bruttoprämien. Die Ranglisten nach Vertragsbestand und nach Beitragseinnahmen führt jeweils die Allianz an. Dies zeigt der „Branchenmonitor 2015-2017: Unfallversicherung“.

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Zum Jahresende 2017 hatten die privaten Unfallversicherer im inländischen Direktgeschäft nach Daten des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) 25,4 Millionen Verträge im Bestand. Das sind 0,6 Prozent weniger als im Jahr zuvor.

Allianz bei den Einzelgesellschaften an der Spitze

Mit über 3,92 Millionen Versicherungsverträgen hatte die Allianz Versicherungs-AG die meisten Policen in den Büchern. An zweiter Stelle folgt die Debeka Allgemeine Versicherung AG mit knapp zwei Millionen Verträgen vor der Ergo Versicherung AG mit annähernd 1,9 Millionen Kontrakten.

Dies zeigt der von der V.E.R.S. Leipzig GmbH in Kooperation mit der Yougov Deutschland GmbH durchgeführte „Branchenmonitor 2015-2017: Unfallversicherung“. Dieser enthält Übersichten zu zahlreichen Kennzahlen der 50 nach Beitragseinnahmen größten Anbieter. Diese kommen auf etwa 93 Prozent Marktanteil.

Auf den Positionen vier bis sieben liegen die Signal Iduna Allgemeine Versicherung AG, die R+V Allgemeine Versicherung AG, die Aachenmünchener Versicherung AG und die Bayerischer Versicherungsverband Versicherungs-AG. Die Vertragsbestände liegen zwischen fast 1,7 Millionen und knapp über einer Million. Dahinter folgen vier Gesellschaften mit jeweils über 900.000 Verträgen im Bestand.

Die größten Unfallversicherer nach Verträgen (Bild: Wichert)

Unterschiedliche Entwicklungen

Die Bestandentwicklung verlief bei den vorgenannten Branchengrößen höchst unterschiedlich. So sind fünf Unternehmen gegen den Branchentrend gewachsen. Mit einem Plus von fast 50.000 Policen legte am stärksten der Bayerische Versicherungsverband zu.

Steigerungen im niedrigen fünfstelligen Bereich verzeichneten auch die Debeka Allgemeine, die Huk-Coburg Haftpflicht-Unterstützungs-Kasse kraftfahrender Beamter Deutschlands a.G. in Coburg und die DEVK Allgemeine Versicherungs-AG. Der LVM Landwirtschaftlicher Versicherungsverein Münster a.G. und die Aachenmünchener bauten ihre Bestände im jeweils hohen vierstelligen Bereich aus.

Eine „rote“ Null stand für Marktführer Allianz zu Buche. Verluste im vierstelligen Bereich hatten die R+V Allgemeine und die Signal Iduna hinzunehmen. Bei der Axa lag das Minus im unteren fünfstelligen Bereich. Jeweils rund 100.000 Kontrakte haben Ergo und die Generali Versicherung AG eingebüßt.

Bestandsveränderung Unfallversicherung (Bild: Wichert)

Durch diese differierenden Bestandsveränderungen zog die Debeka an der Ergo vorbei auf den zweiten Rang. Die Generali rutschte von der siebten Position im Jahr zuvor (VersicherungsJournal 19.2.2018) auf Rang elf ab. Dadurch ging es für DEVK Allgemeine, LVM, Huk-Coburg VVaG und Bayerischer Versicherungsverband jeweils einen Platz nach oben.

Nach Beitragsvolumen andere Reihenfolge

Nach gebuchten Bruttobeiträgen zeigt sich ab Position drei eine etwas andere Reihenfolge.

Marktführer ist hier, wie auch in der Hausrat- (VersicherungsJournal 6.12.2018) sowie in der Wohngebäudeversicherung (VersicherungsJournal 7.2.2018), die Allianz. Von den laut Angaben des GDV branchenweit rund 6,48 Millionen Euro (plus 0,5 Prozent im Vergleich zu 2016) in Unfall nahm sie fast 1,3 Milliarden Euro ein.

Die Ergo – auf Position zwei wie nach Policen – kam auf ein nicht einmal halb so großes Beitragsaufkommen. Die R+V an dritter (nach Verträgen nur an fünfter) Stelle vereinnahmte lediglich auf in etwa ein Drittel so hohe Prämien. Auf den Plätzen vier und fünf folgen die Debeka Allgemeine (zwei Ränge schlechter als nach Kontrakten) und die Signal Iduna Allgemeine (eine Position besser als nach Policen).

Die Plätze sechs bis neun belegen mit Bruttoprämien zwischen knapp 260 und fast 190 Millionen Euro:

  • die Aachenmünchener (nach Policen ebenfalls an sechster Stelle),
  • die Axa Versicherung AG (nach Verträgen nur an zwölfter Position),
  • die Generali (nach Kontrakten auf Rang elf) sowie
  • der LVM (auch beim Vertragsbestand auf dem neunten Platz).
Die größten Unfallversicherer nach Beiträgen (Bild: Wichert)

Unfallsparte bleibt sehr profitabel

Die höheren Beitragseinnahmen bei rückläufiger Vertragszahl haben zu einer Erhöhung der Durchschnittsprämie geführt, wie dem Branchenmonitor weiter zu entnehmen ist.

Der Anstieg bei den 50 analysierten Gesellschaften betrug mehr als zwei Prozent (auf 197,85 Euro). Dabei blieb der Versicherungszweig hochprofitabel für die Anbieter, auch wenn die Combined Ratio sich um rund 0,6 Prozentpunkte auf 85,6 Prozent erhöhte.

Dies deckt sich mit der marktweiten Entwicklung. Der GDV gibt die kombinierte Schaden-Kosten-Quote mit 81,5 (2016: 77,4) Prozent an. Die erhebliche Differenz ist darauf zurückzuführen, dass in den Zahlen des Versicherverbands die Sparanteile der Unfallversicherung mit garantierter Beitragsrückzahlung herausgerechnet und nur die Brutto-Risikobeiträge berücksichtigt werden.

Weitere Studiendetails

Die Studienverantwortlichen weisen im Fazit explizit darauf hin, „dass die Kunden- und Produktstrukturen in der Unfallversicherung bei den einzelnen Versicherungs-Unternehmen zum Teil unterschiedlich sind und den Geschäftsberichten nicht immer im Detail entnommen werden können. Dies sollte bei der Interpretation des Vergleichs von Vertragszahlen, Durchschnittsprämien und auch Schadenquoten berücksichtigt werden“.

Der „Branchenmonitor 2015-2017: Unfallversicherung“ enthält zahlreiche weitere Kennzahlen zum Versicherungszweig sowie Daten zur Bestandskundenanalyse. Die knapp 100-seitige Studie kann als PDF-Version für 743,75 Euro inklusive Mehrwertsteuer bei Clemens Wilde per E-Mail oder per Telefon unter 0341 24659265 bestellt werden.

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