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Das Milliardengeschäft mit der Riester-Rente

29.11.2019 – Fast 2,76 Milliarden Euro hat die Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen für das Beitragsjahr 2016 an die Riester-Anbieter überwiesen. Seit 2002 summiert sich die Förderung nach Daten des Bundesfinanz-Ministeriums (BMF) auf annähernd 27 Milliarden Euro. Das gesamte Beitragsvolumen bezifferte das BMF für 2016 auf rund 11,5 Milliarden Euro. Ein Vertrag wurde im Schnitt mit 990 Euro bespart. Die Spanne reichte je nach Variante von knapp 870 Euro bis zu über 1.400 Euro.

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Die Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA) hat für das Beitragsjahr 2016 2.757,1 Millionen Euro an Riester-Zulagen ausbezahlt (Stand: Zahltag 15. Mai 2019). Das sind etwa 2,5 Prozent mehr als im Jahr zuvor (VersicherungsJournal 15.2.2019). Dies geht aus kürzlich vom Bundesfinanzministerium (BMF) vorgelegten Zahlen zur Riester-Zulagenförderungen hervor.

Diese verteilten sich auf fast 11,1 Millionen der zum Stichtag 31. Dezember 2016 fast 16,6 Millionen Riester-Sparer. Damit bekam seinerzeit aber auch fast jeder dritte von ihnen gar keine staatliche Förderung zu seinem Vertrag.

Aktuellere Zahlen liegen zwar vor, sind aber wegen des zweijährigen Zeitraums für das Beantragen der Förderung mit großen Unsicherheiten behaftet. So rechnet das Finanzministerium für die Daten zu den Zulagen für die Beitragsjahre 2017 und 2018 mit noch „maßgeblichen“ Veränderungen (25.11.2019).

2015 wurden über 2,7 Milliarden Euro vom Staat ausgezahlt

Von den 2.757 Millionen Euro Zuschüssen (ohne Steuerentlastung) entfiel mit über 1.412 Millionen Euro mehr als die Hälfte auf Kinderzulagen. Mit gut 1.322 Millionen Euro machte die Grundzulage weitere 49 Prozent aus. Das verbleibende, knapp eine Prozent der ausgezahlten Subventionen war der Kategorie „Berufseinsteiger-Bonus“ (23.6.2008) zuzurechnen.

Zwischen 2002 und 2016 summierten sich die ausgezahlten Zuschüsse den BMF-Daten zufolge auf annähernd 27 Milliarden Euro. Seit dem Beitragsjahr 2010 lag das Volumen kontinuierlich über 2,5 Milliarden Euro, nachdem es 2006 erstmals die Milliarden-Marke überschritten hatte.

Riester-Zulagen ab 2002 (Bild: Wichert)

Zulagenvolumen nach Anbietertyp

Der Löwenanteil des Staats-Geldes ging im Beitragsjahr 2016 auf das Konto von Versicherungs-Gesellschaften. Bei diesen landeten rund 1.660 Millionen Euro, was einem Anteil von etwa 60 Prozent entspricht.

Circa ein Sechstel floss in die Kassen der Kapitalanlage-Gesellschaften. Ein knappes Siebtel entfiel auf Bausparkassen und ein Dreizehntel auf die übrigen Kreditinstitute, wie dem Zahlenmaterial aus dem Finanzministerium weiter zu entnehmen ist.

Das Subventionsvolumen hat im Vergleich zu 2015 in absoluten Beträgen bei allen relevanten Anbietertypen zugenommen. Der Anteil erhöhte sich bei den Bausparkassen deutlich (plus 1,1 Prozentpunkte). Bei den übrigen Kreditinstituten und bei den Kapitalanlage-Gesellschaften ging es leicht abwärts. Fast einen Prozentpunkt verloren die Versicherungs-Gesellschaften.

Dies ist auf die Entwicklung bei den Vertragszahlen zurückzuführen. So ist der Bestand bei den Versicherern und den Banken 2014 rückläufig. Nennenswert vermehrt haben sich im Betrachtungszeitraum nur Eigenheim-Renten und Riester-Fondssparpläne (3.4.2017).

Fast 11,5 Milliarden Euro Einnahmen im Beitragsjahr 2016

Das gesamte Beitragsvolumen (Summe aus Eigenbeiträgen/Tilgungen und Zulagen) gibt das Ministerium für das Beitragsjahr 2015 mit 11.495,7 Millionen Euro an. Dies entspricht einer Steigerung um 3,2 Prozent im Vergleich zum Jahr zuvor.

Nur noch 56,3 Prozent davon – fünf Jahre zuvor waren es noch fast zwei Drittel – gingen auf das Konto der Assekuranz. Jeweils rund ein Sechstel landete bei den Kapitalanlage-Gesellschaften und den Bausparkassen. Der Anteil der übrigen Kreditinstitute liegt bei etwa einem Fünfzehntel. Dahinter folgen Pensions- und Zusatzversorgungskassen mit jeweils circa zwei Prozent.

Während insbesondere bei Versicherungs-Unternehmen und Kapitalanlage-Gesellschaften Rückgänge zu beobachten waren, konnten vor allem die Bausparkassen ihren Anteil an den Gesamtbeiträgen ausbauen und die übrigen Kreditinstitute überholen.

Bei Versicherern unterdurchschnittlicher Gesamtbeitrag

Ein tiefergehender Blick auf die Statistik zeigt große Unterschiede hinsichtlich der durchschnittlichen Gesamtbeiträge je Vertrag bei den verschiedenen Anbietertypen. Über alle Varianten hinweg liegt dieser Wert für das Beitragsjahr 2016 bei 986,08 Euro. Das bedeutet einen Zuwachs um 3,5 im Vergleich zum Jahr zuvor.

Der durchschnittliche Sparaufwand pro Vertrag bei den Versicherern ist mit 923,71 Euro der zweitniedrigste unter den aufgelisteten Anbietertypen. Noch niedriger ist der Wert mit nicht einmal 870 Euro nur bei den übrigen Kreditinstituten.

Die Beiträge pro Kontrakt liegen bei den Kapitalanlage-Gesellschaften und den Zusatzversorgungskasse hauchdünn über beziehungsweise unter dem Schnitt. Die Bausparkassen sowie die Pensionsfonds schneiden deutlich und die Pensionskassen sehr deutlich überdurchschnittlich ab.

Riester-Beitrag nach Anlagetyp (Bild: Wichert)

Dies war im Beitragsjahr 2010 nicht anders. Als Ursache hatte die Deutsche Rentenversicherung Bund vermutet, dass Zulagenempfänger bei Pensionskasse oder Pensionsfonds deutlich höhere Einkommen aufweisen als bei Banksparplan oder Rentenversicherung (17.2.2014).

Schlagwörter zu diesem Artikel
Altersvorsorge · Bausparen · Darlehen · Pension · Pensionsfonds · Pensionskasse · Rente · Riester
 
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