DAK: Vier Millionen Arbeitnehmer mit Alkoholproblemen

17.4.2019 – Mit ihrem Gesundheitsreport macht die DAK-Gesundheit auf alte und neue Suchtgefahren am Arbeitsplatz aufmerksam. Man brauche eine breite gesellschaftliche Debatte zu der Problematik in den Betrieben. Als erfreulich wird festgehalten, dass viele jüngere Menschen zu den Nicht-Rauchern gehören. Bei den Fehltagen wegen Suchtgefahren schnitten Banken und Versicherungen deutlich besser als der Durchschnitt aller Branchen ab.

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Die DAK-Gesundheit, eine der großen Ersatzkassen im System der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), hat gestern ihren „Gesundheitsreport 2019“ vorgestellt. In dem wurden schwerpunktmäßig die Arbeitsunfähigkeits-Daten analysiert sowie alte und neue Suchtgefahren am Arbeitsplatz untersucht.

Für die Studie wurden mit Hilfe des Iges-Instituts Prozessdaten der DAK von 2,5 Millionen erwerbstätigen Versicherten ausgewertet. Zudem wurde eine Online-Befragung von 5.614 Beschäftigten im Alter von 18 bis 65 Jahre durchgeführt. Auch flossen die Fachkenntnisse von 20 Experten in den Report ein.

Vier Millionen riskante Konsumenten

Nach der Untersuchung sind Krankmeldungen bei Suchtproblemen zu 74 Prozent auf Alkohol zurückzuführen. Danach wurde bei jedem zehnten Arbeitnehmer (rund vier Millionen Erwerbstätige) in Deutschland ein riskanter Alkoholkonsum ermittelt.

Beim Thema Alkohol würden flächendeckende und wirksame Angebote fehlen, sagte DAK-Chef Andreas Storm vor der Presse in Berlin. Die Ergebnisse machten deutlich, dass man eine breite gesellschaftliche Debatte zur Suchtproblematik in den Betrieben brauche.

Hans-Dieter Nolting (links), Andreas Storm (Bild: Brüss)
Hans-Dieter Nolting (links), Andreas Storm (Bild: Brüss)

Erfreulich ist den Ergebnissen zufolge, dass viele jüngere Menschen zu den Nicht-Rauchern gehören.

Die meisten Nicht-Raucher unter den 18- bis 29-Jährigen

Iges-Geschäftsführer Hans-Dieter Nolting fand es ermutigend, dass die Gruppe der 18- bis 29-jährigen Erwerbstätigen mit einem Nicht-Raucheranteil von 64,0 Prozent den höchsten Wert aller Altersgruppen habe. Zudem hätten sich 19,7 Prozent als Ex-Raucher ausgewiesen. Nur 16,3 Prozent bezeichneten sich aktuell als Raucher. „Es gibt gute Chancen, dass sie auch Nicht-Raucher bleiben.“

Mit 23,7 Prozent stellen die 60- bis 65-jährigen den größten Raucher-Anteil. Nur 29,3 Prozent bezeichneten sich als Nicht-Raucher. Allerdings gaben 47,0 Prozent an, zu den Ex-Rauchern zu gehören. Storm sagte: „Wir fordern ein umfassendes Werbeverbot für Tabak und E-Zigaretten.“

Von den Rauchern (dazu bekannten sich in der Online-Umfrage 1.085 Personen) gaben 45,4 Prozent an, nicht nur in den Pausen, sondern auch während der Arbeitszeit zu rauchen. Unter den stark Tabak-Abhängigen sind es sogar 71,2 Prozent. Die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler (CSU) bezifferte die Kosten für die Folgen des Rauchens mit 53 Milliarden Euro im Jahr

Suchtgefahren bei Banken und Versicherungen unterdurchschnittlich

Auf Basis der 2,5 Millionen DAK-Daten gab es im Gesundheitswesen mit 12,7 Fehltagen je 100 Versicherte wegen Substanzstörungen und in der öffentlichen Verwaltung mit 11,4 Fehltagen die höchsten Ausfälle. Über alle Branchen hinweg sind es 9,3 Fehltage.

Deutlich besser schnitten die Beschäftigten bei Banken und Versicherungen ab, wo es je 100 Versicherte nur 6,7 Fehltage wegen Suchtgefahren gab. Mit 5,0 Ausfalltagen schnitten Organisationen und Verbände am besten ab.

 
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