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Corona: Neun Empfehlungen für Versicherer

15.7.2020 – Eine „Liste bewährter Verfahren“ soll dabei helfen, Verbraucher und Unternehmen in der Krise zu unterstützen. An der Erarbeitung war auch der Versicherungssektor beteiligt. (Bild: Pixabay CC0)

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Eine „Liste bewährter Verfahren“ für Kreditvergabe und Versicherungen, die dabei helfen soll, die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie weiter abzumildern: Das ist das Ergebnis zweier runder Tische, zu denen die EU-Kommission Ende Mai und Ende Juni geladen hatte.

An den Gesprächen haben laut Kommission mehr als 25 Organisationen aus Verbraucherschutz und Interessensvertretungen teilgenommen. Am Tisch saßen unter anderem der Versichererverband Insurance Europe, der Verband der wechselseitigen Versicherer und Versicherungsvereine (Amice) und der Versicherungsvermittler-Verband Bipar.

Cover (Bild: EU-Kommission)
(Bild: EU-Kommission)

Das am Dienstag veröffentlichte Dokument legt dar, „wie verschiedene Marktteilnehmer Verbraucher und Unternehmen während der gesamten Krise unterstützen können“, so die EU-Kommission. „Alle Beteiligten sind aufgefordert, diese bewährten Verfahren anzuwenden.“ In Bezug auf Versicherungen sind es neun an der Zahl.

Neun Punkte für Versicherer

Gleich zu Beginn werden Versicherer aufgefordert, Flexibilität walten zu lassen, wenn beispielsweise Kunden Corona-bedingt gezwungen sind, „ihr normales Verhalten zu ändern“, oder wenn sie womöglich vertragliche Verpflichtungen nicht einhalten können.

Versicherer sind unter anderem dazu aufgerufen, Schadenbearbeitung und berechtigte Auszahlungen so rasch wie möglich zu erledigen. Zudem sollten sie – soweit es die Finanzkraft zulässt – für Zahlungsmoratorien offen sein, wenn Kunden wegen der Pandemie vorübergehend in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind.

Versicherer sollen zum Beispiel auch weiterhin prüfen, ob Versicherungsprodukte, auf welche die Pandemie substanzielle Auswirkungen hatte, den Erfordernissen des Zielmarktes nach wie vor entsprechen.

Auch sollen Versicherer, mit Unterstützung von Vertrieb und Vermittlern und unter Einhaltung der rechtlichen Vorgaben, die Interessen jener Kunden schützen, die langfristige Ansparprodukte besitzen. So sollen sie zum Beispiel von überhasteten Rückkäufen oder ungünstigen Fonds-Reallokationen abraten.

Dialog geht weiter

Michaela Koller, die Generaldirektorin von Insurance Europe, begrüßte in einer Aussendung namens der Versicherungsindustrie den Anstoß zum Round-Table und die Liste, die als Ergebnis der Treffen herausgekommen ist.

„Die best practices spiegeln sehr die Initiativen und Maßnahmen wider, die Versicherer in Europa bereits gesetzt haben“, sagt Koller. Die europäischen Versicherer „werden diesen Dialog mit Konsumenten, Unternehmen und der Kommission in den kommenden Wochen fortsetzen“.

Die EU-Kommission visiert für September einen weiteren runden Tisch an. In dessen Rahmen soll eine Fortschrittsbilanz gezogen werden.

Die „Liste bewährter Verfahren“ ist auf einer Webseite der EU-Kommission als PDF-Dokument (in englischer Sprache) abrufbar.

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Berufsverband · Coronavirus · Darlehen · Verbraucherschutz · Versicherungsvermittler
 
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