Bundesregierung empfiehlt private Reise-Krankenversicherung

24.7.2019 – Vor möglichen Lücken des gesetzlichen Krankenversicherungs-Schutzes im Ausland warnt die Patientenbeauftragte und rät insbesondere bei Zielen außerhalb der EU zur ergänzenden Vorsorge. Die Zusatzpolice empfiehlt auch die Actimonda Krankenkasse. Sie weist zudem auf Besonderheiten bei Kreuzfahrten hin.

WERBUNG

Die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange der Patientinnen und Patienten (Patientenbeauftragte) hat sich anlässlich der Ferienzeit zu Wort gemeldet. Professorin Dr. Claudia Schmidtke rät Reisenden:

Claudia Schmidtke (Bild: Jan Kopetzky)
Claudia Schmidtke (Bild: Jan Kopetzky)

„Bei all der Ferienvorfreude ist schnell vergessen, dass auch im Urlaub etwas passieren kann. Der Krankenversicherungs-Schutz ist jedoch nicht überall im Ausland gegeben. Reisewillige sollte daher im Vorfeld einer Auslandsreise mit ihrer Krankenkasse klären, welcher Versicherungsschutz im jeweiligen Reiseland besteht.“

Bei Reisen in das europäische Ausland sollten gesetzliche Krankenversicherte ihre elektronische Gesundheitskarte nicht vergessen, denn auf der Rückseite sei die europäische Krankenversicherungs-Karte abgedruckt. Werde diese bei medizinisch notwendigen Behandlungen vorgelegt, könne die Versicherung auch im Ausland in Anspruch genommen werden.

Ausgenommen von der Erstattung seien landesübliche Gebühren oder Selbstbeteiligungen.

Das Ausland ist manchmal näher als vermutet

Schiffsreisende geraten mitunter schneller ins versicherungstechnische Ausland, als vermutet. Besteigt ein Passagier zum Beispiel in Hamburg oder Kiel ein Kreuzfahrtschiff der Reederei Aida Cruises – German Branch of Costa Crociere S.p.A., so wird eine Behandlung durch den Bordarzt nach italienischem Recht erstattet, weil die Schiffe unter der Flagge dieses Landes fahren.

Darauf weist die Actimonda Krankenkasse hin. Das Heimatland des Schiffes sei auch dann maßgeblich, wenn der medizinische Notfall sich in deutschem Hoheitsgebiet ereigne, zum Beispiel auf der Elbe oder der Kieler Förde.

Schiffsärzte meist ohne Kassenzulassung

Umgekehrt gelte für Passagiere auf Schiffen unter deutscher Flagge, dass sie an Bord weltweit nach den Bestimmungen des deutschen Sozialgesetzbuches versichert seien. Erst wenn sie das Schiff in einem ausländischen Hafen verlassen, zum Beispiel für eine Besichtigung, würde das Recht des Reiselandes angewandt.

Nach der Einschätzung von Actimonda-Pressesprecher Ralf Steinbrecher haben die Bordärzte meist keine Zulassung als Kassenarzt und stellen daher Privatrechnungen aus. Bei medizinischen Notfällen würde aber zumindest das Kassenhonorar erstattet.

Klare Empfehlung: Versicherung abschließen

Die Krankenkasse empfiehlt: Bei Reisen ins Ausland – ganz gleich, ob EU oder Nicht-EU – ist der Abschluss einer Auslandsreise-Krankenversicherung sinnvoll. In Nicht-EU-Staaten können sich Reisende damit als Privatpatient behandeln lassen.

Auch bei Reisen ins EU-Ausland ist eine Zusatzversicherung sinnvoll: "Leistungen wie ein Rücktransport im Krankheitsfall, örtliche Zuzahlungen oder die Nutzung privater medizinischer Einrichtungen werden nicht über die Europäische Krankenversicherungs-Karte abgedeckt, jedoch durch eine Auslands-Krankenversicherung.“

Die Patientenbeauftragte weist ausdrücklich auf die Risiken von Reisen ins fernere Ausland hin: „In fast allen außereuropäischen Ländern gilt jedoch kein Versicherungsschutz. Nur in wenigen Ländern werden in Notfällen die Kosten für medizinische Behandlungen bei Vorlage eines speziellen Urlaubskrankenscheins der deutschen Krankenkasse übernommen.“

Schmidtke empfiehlt: „Bei solchen Reisezielen sollte daher erwogen werden, eine private Auslandsreise-Krankenversicherung abzuschließen. Im Notfall müssen Urlauber Krankheitskosten sonst vollständig selbst bezahlen.“

Leserbriefe zum Artikel:

Nicola Kerler - Lieber um eine einheitliche Erstattungspraxis kümmern. mehr ...

 
WERBUNG
WERBUNG
Mehr Umsatz durch professionelle Kundenpflege

Ob Kundenzeitung, Homepage oder Newsletter – durch regelmäßige Fachinformationen bieten Sie Ihren Kunden echten Nutzen.
Sie haben keine Zeit dafür? Die Autoren des VersicherungsJournals nehmen Ihnen das Schreiben ab.

Jetzt auch für Ihren Social Media Auftritt.

Eine Leseprobe und mehr Informationen finden Sie hier...

VersicherungsJournal in Social Media

Besuchen Sie das VersicherungsJournal auch in den sozialen Medien:

  • Facebook – Ausgewähltes für den Vertrieb
  • Twitter – alle Nachrichten von VersicherungsJournal.de
  • Xing – über den Verlag
  • Xing News – Ausgewähltes zu Karriere und Unternehmen
  • Youtube – Hintergründe zum Buchprogramm
WERBUNG
Premium-Abo mit Zufriedenheitsgarantie

Sichern Sie sich Ihren Wissensvorsprung mit einem besonderen Vorteil.

Entscheiden Sie sich noch in diesem August für das Jahres-Abo, können Sie sechs Monate lang ohne Angabe von Gründen von dem Auftrag zurücktreten und erhalten den bezahlten Beitrag in voller Höhe zurück.

Nutzen auch Sie die Geld-zurück-Garantie spätestens bis zum Monatsende und melden Sie sich hier für das Abo an!

Ihr Wissen und Ihre Meinung sind gefragt

Ihre Leserbriefe können für andere Leser eine wesentliche Ergänzung zu unserer Berichterstattung sein. Bitte schreiben Sie Ihre Kommentare unter den Artikel in das dafür vorgesehene Eingabefeld.

Die Redaktion freut sich auch über Hintergrund- und Insiderinformationen, wenn sie nicht zur Veröffentlichung unter dem Namen des Informanten bestimmt ist. Wir sichern unseren Lesern absolute Vertraulichkeit zu. Schreiben Sie bitte an redaktion@versicherungsjournal.de.

Allgemeine Pressemitteilungen erbitten wir an meldungen@versicherungsjournal.de.

WERBUNG
Kunden gewinnen mit Vorträgen

Kunden gewinnen mit Vorträgen

Termine und Empfehlungen gehören zum Einmaleins im Versicherungsvertrieb. Wie sich die Erfolgsquoten steigern lassen, zeigt ein Praktikerhandbuch.

Mehr Informationen erhalten Sie hier...

Diese Artikel könnten Sie noch interessieren
22.11.2018 – Auf einer Tagung zur Zukunft der privaten Krankenversicherung stellten Vorstände der führenden Gesellschaften ihre aktuellen Plattformen und Portale vor. Wer mit wem kooperiert und welchen Nutzen die Versicherer dabei im Blick haben. (Bild: Winkel) mehr ...
 
20.9.2018 – Eine Untersuchung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung legt dar, was gesetzlich Versicherte von der Digitalisierung im Gesundheitswesen halten. Beim Thema elektronische Akten gab es zum Teil erstaunliche Offenheit. (Bild: KBV) mehr ...
 
30.8.2018 – Das elektronische Gesundheitsnetz steht kurz vor der Umsetzung, bis Ende des Jahres müssen die entscheidenden Schritte gemacht sein. Über die Schwierigkeiten, die Arztpraxen und Apotheker damit haben, berichtet eine aktuelle Umfrage. (Bild: Pixabay CC0) mehr ...
 
5.6.2018 – Der Fortschritt ist eine Schnecke. Dies könnte man zumindest bei der Fortentwicklung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) meinen. Die Bundesregierung verspricht jetzt mehr Tempo. (Bild: Pixabay CC0) mehr ...
 
16.6.2017 – Allianz Global Assistance leistet in Reisetarifen jetzt „Real-Time“, Barmenia führt unter anderem Telemedizin in der bKV ein und erfindet beim neuen Pflegetarif das „Monatsgeld“, Gothaer bringt die Krankenzusatz-Police als Ausschnittsdeckung und Mawista versichert auch Reisende, die schon im Ausland sind. mehr ...
 
27.4.2017 – Im TK-Meinungspuls 2017 wurde die Zufriedenheit der Bundesbürger mit dem Gesundheitswesen ermittelt. Gefragt wurde auch, was die Bürger bevorzugen: Höhere Beiträge bei gleichem Leistungsumfang oder stabile Beiträge bei niedrigerem Leistungsumfang. (Bild: Brüss) mehr ...
 
12.12.2016 – Die Produktschmieden der Versicherer laufen derzeit auf Hochtouren. Zurich Deutscher Herold stellt ein neues Garantieprodukt vor – und einige Krankenversicherer haben auf die Pflegereform reagiert. mehr ...
WERBUNG