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Brüssel: Abhilfe durch „hochwertige Zusatzrenten“

3.2.2021 – Die Herausforderung, in einer alternden Gesellschaft angemessene Renten zu erhalten – das ist einer der Punkte, den die EU-Kommission in einem neuen Diskussionspapier rund ums Thema „Altern“ anschneidet. Eine Antwort darauf wären neben einer Ausdehnung des Erwerbslebens etwa „hochwertige, sichere und kostengünstige Zusatzrenten“.

Die Europäische Kommission hat ein „Grünbuch“, also ein Diskussionspapier, zum Thema „Altern“ veröffentlicht. Als Ziel wird genannt, „eine breit angelegte Grundsatzdebatte über das Altern anzustoßen, um Möglichkeiten zu erörtern, wie die damit verbundenen Herausforderungen und Chancen antizipiert und beachtet werden können“.

Zwar lägen die Kompetenzen für die Bewältigung der Auswirkungen des Alterns weitgehend bei den Mitgliedsstaaten selbst. Die EU könne aber „Schlüsselfragen und -trends ermitteln“ und Maßnahmen auf nationaler und lokaler Ebene unterstützen.

Herausforderung Altersversorgung

Bild: EU-Kommission

Das in dem Papier angeschnittene Themenfeld ist breit. Es reicht von lebenslangem Lernen über Arbeitsmarkt und „Unternehmergeist“ bei Senioren bis hin zu Pflege, Gesundheit und Altersvorsorge.

„Die Herausforderung, angemessene, gerechte und nachhaltige Renten in einer alternden Gesellschaft aufrechtzuerhalten, und die Notwendigkeit zusätzlicher Ersparnisse, wurden wiederholt hervorgehoben“, hält die Kommission hierzu fest.

Und: Ohne weitere Reformen dürften eine höhere Zahl an Rentnern und eine geringere Zahl an Menschen im erwerbsfähigen Alter dazu führen, dass die Tragfähigkeit der öffentlichen Finanzen „nur durch höhere Beitragssätze und niedrigere Rentenersatzquoten gewährleistet werden kann“.

Längeres Erwerbsleben soll zur Tragfähigkeit der Renten beitragen

Eine „wichtige Antwort darauf“ sei ein längeres Erwerbsleben. Die Kommission verweist in dem Zusammenhang auf den „Altenquotienten“. Dieser beschreibt das Verhältnis der Anzahl der ab 65-Jährigen pro 100 Personen im erwerbsfähigen Alter (20 bis 64 Jahre).

Eine Eurostat-Prognose zufolge würde der Altenquotient der EU im Jahr 2040 nur dann auf dem Niveau von 2020 bleiben, wenn das Erwerbsleben bis zum Alter von 70 Jahren ausgedehnt würde. Das ist freilich ein Durchschnittswert für die gesamte Union, von Land zu Land gibt es Unterschiede.

Am einen Ende der Skala liegen Malta, Schweden und Ungarn, die das Erwerbsleben laut Prognosen nur bis 68 verlängern müssten, am anderen Ende Litauen und Luxemburg (72 Jahre). Österreich, Deutschland oder Italien zum Beispiel liegen knapp über dem EU-Schnitt.

Die Begrenzung des Vorruhestands auf objektiv gerechtfertigte Fälle, die Einführung eines allgemeinen Rechts auf Arbeit über das Rentenalter hinaus und flexible Ruhestandsregelungen „können dazu beitragen, die Altersversorgungs-Systeme sowohl angemessen als auch nachhaltig zu gestalten“, schreibt die Kommission unter anderem.

„Hochwertige“ Zusatzrenten

Die Bürger, so heißt es im Grünbuch, müssen außerdem „auf den Status ihrer Altersversorgungs-Ansprüche“ aufmerksam gemacht werden.

„Hochwertige, sichere und kostengünstige Zusatzrenten, einschließlich des Paneuropäischen Privaten Pensionsprodukts (Pepp) [(VersicherungsJournal 17.8.2020)], die die gesetzlichen Altersversorgungs-Systeme ergänzen, können zusätzliche Altersvorsorge bieten.“

Politische Maßnahmen „zur Erleichterung und Förderung der Teilnahme an Zusatzrentensystemen“ sollten deren Haushaltskosten und Verteilungseffekte berücksichtigen.

Sie sollten auch „ein Gleichgewicht zwischen einer breiten und inklusiven Abdeckung und Schutzmaßnahmen gegen die Auswirkungen der Marktvolatilität einerseits und der Kostenwirksamkeit andererseits herstellen“.

Öffentliche Umfrage

„Welche Rolle könnten Zusatzrenten spielen, wenn es darum geht, ein angemessenes Ruhestandseinkommen zu gewährleisten? Wie könnten sie in der gesamten EU ausgeweitet werden, und welche Rolle würde die EU in diesem Prozess spielen?“

Zu Fragen wie diesen kann man sich im Rahmen einer Umfrage äußern, die die Kommission anlässlich der Veröffentlichung des Grünbuchs gestartet hat.

Wer daran teilnehmen möchte, begibt sich auf die entsprechende Webseite der Kommission. Die Umfrage läuft bis 21. April 2021.

Zum Herunterladen

Das vollständige 28-seitige Grünbuch kann von einer Webseite der Kommission als PDF-Dokument heruntergeladen werden.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Altersversorgung · Altersvorsorge · Beitragsrückerstattung · Gesundheitsreform · Marktforschung · Pension · Pepp · Rente · Senioren
 
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