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Bei IKT-Risiken klafft ein Versicherungsloch

27.1.2020 – Jedes neunte Unternehmen in Deutschland war 2018 von Sicherheitsvorfällen im Zusammenhang mit Informations- und Kommunikations-Technologien (IKT) betroffen. Zwar setzte 2019 fast jedes Unternehmen mindestens eine IKT-Sicherheitsmaßnahme ein, über eine entsprechende Versicherung verfügte aber nur jedes fünfte.

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Zwölf Prozent der Firmen (ohne Bankensektor) in der Europäischen Union hatten 2018 mindestens einmal Probleme aufgrund von Sicherheitsvorfällen in Zusammenhang mit Informations- und Kommunikations-Technologien (IKT). Deutschland lag mit elf Prozent ziemlich genau im EU-Schnitt.

Dies geht aus einer EU-weiten Erhebung des europäischen Statistikamtes Eurostat unter 160.000 Unternehmen mit zumindest zehn Beschäftigten hervor, deren Ergebnisse kürzlich publiziert worden sind.

IKT-Sicherheitsvorfälle in Unternehmen

Unternehmenssegment

EU

Deutschland

Große (250 und mehr Beschäftigte)

23 %

18 %

Mittlere (50 bis 249 Beschäftigte)

17 %

15 %

Kleine (10 bis 49 Beschäftigte)

11 %

10 %

Gesamt



12 %



11 %



Die häufigsten Probleme bei IKT-Diensten

Meistgenanntes Problem war die Nichtverfügbarkeit von IKT-Diensten. Darunter sind etwa Hardware- oder Software-Ausfälle – mit Ausnahme mechanischer Störungen und Diebstahl –, Denial-of-Service-Angriffe und Ransomware-Angriffe zu verstehen. Neun Prozent der Firmen in der EU (Deutschland: acht Prozent) waren 2019 betroffen.

Mit der Zerstörung oder Verfälschung von Daten durch eine Infektion mit Schadsoftware, Hard- oder Softwarefehler oder unberechtigtes Eindringen waren fünf Prozent konfrontiert (Deutschland: fünf Prozent).

Seltener meldeten Betriebe – sowohl EU-weit als auch in Deutschland ein Prozent – die Offenlegung vertraulicher Daten, zum Beispiel aufgrund von unerlaubtem Eindringen, Pharming oder Phishing-Angriffen.

Anwendung von Sicherheitsmaßnahmen

93 Prozent der Unternehmen (Deutschland: 97 Prozent) gaben an, 2019 mindestens eine IKT-Sicherheitsmaßnahme, -Kontrolle oder ein -Verfahren angewandt zu haben, um die Integrität, Authentizität, Verfügbarkeit und Vertraulichkeit von Daten und IKT-Systemen zu gewährleisten.

Die Betriebsgröße ist weniger ausschlaggebend: EU-weit ergriffen 99 Prozent der großen Unternehmen mindestens eine IKT-Maßnahme, 97 Prozent der mittleren und 92 Prozent der kleinen.

Unionsweit rangiert unter den angewandten Sicherheitsmaßnahmen die regelmäßige Softwareaktualisierung ganz vorne (87 Prozent). In Deutschland wird sie noch ausgedehnter praktiziert: Hierzulande sagen 95 Prozent, dass sie auf die Aktualität ihrer Software achten.

IKT Sicherheitsmaßnahmen in Unternehmen (Bild: Lampert)

Zwei Drittel sensibilisieren ihre Mitarbeiter

Knapp zwei Drittel (62 Prozent; Deutschland: 68 Prozent) sensibilisierten 2019 ihre Beschäftigten für deren Verpflichtungen im Bereich der IKT-Sicherheit.

Von den Großunternehmen taten dies deutlich mehr (91 Prozent) als von den mittleren (78 Prozent) und vor allem den kleinen (58 Prozent).

Am häufigsten erfolgte die Sensibilisierung durch freiwillige Schulungen oder intern verfügbar gemachte Informationen (44 Prozent), über Verträge wie Arbeitsverträge (37 Prozent) und verpflichtende Schulungen oder die Konsultation vorgeschriebener Informationsmaterialien (24 Prozent).

Versicherung ist ein Minderheitenprogramm

Mittels Versicherung kehrt nur eine Minderheit für den Ernstfall vor. Im EU-Schnitt gab bloß jedes vierte Unternehmen (24 Prozent) an, über eine entsprechende Deckung zu verfügen. In Deutschland ist der Anteil mit 20 Prozent noch geringer.

Gegen IKT-Sicherheitsvorfälle versichert

Unternehmenssegment

EU

Deutschland

Große (250 und mehr Beschäftigte)

40 %

32 %

Mittlere (50 bis 249 Beschäftigte)

33 %

28 %

Kleine (10 bis 49 Beschäftigte)

22 %

18 %

Gesamt

24 %

20 %

Schlagwörter zu diesem Artikel
Diebstahl · Fortbildung · Mitarbeiter
 
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