Bei diesen PKV-Vollversicherern wird am meisten umgedeckt

13.9.2021 – Im vergangenen Jahr wurde ein niedriger dreistelliger Millionenbetrag an Alterungsrückstellungen zwischen den privaten Krankenversicherern verschoben. Auf den größten Nettogewinn kam die Hansemerkur, während die DKV im Saldo die höchsten Abflüsse zu verzeichnen hatte. Dies zeigt der Map-Report Nummer 920 „Bilanzrating Private Krankenversicherung 2020“.

Vollversicherte, die den Anbieter wechseln, können seit der Gesundheitsreform 2009 die Alterungsrückstellungen teilweise zum neuen Versicherer mitnehmen, sofern der Vertrag ab dem 1. Januar 2009 abgeschlossen wurde.

Im Geschäftsjahr 2019 lag der Geldfluss zwischen den privaten Krankenversicherern bei 80 bis 90 Millionen Euro (VersicherungsJournal 7.9.2020). In früheren Jahren waren es sogar teilweise weit über 100 Millionen Euro.

2020 wanderte erneut ein niedriger dreistelliger Millionenbetrag zwischen den Anbietern hin und her. Dies ist dem jüngst erschienenen Map-Report Nummer 920 – „Bilanzrating private Krankenversicherung 2020“ (8.9.2021) zu entnehmen. Im vergangenen Jahr erhielten die in dem Heft aufgeführten 26 Gesellschaften in Summe rund 140 Millionen Euro von anderen Unternehmen.

Rund jeder Sechste macht im Geschäftsbericht keine Angaben

Die tatsächliche Summe dürfte noch ein Stück weit größer sein. Denn nicht alle Anbieter weisen in ihren Geschäftsberichten aus, wie viel Alterungsrückstellungen sie von Wettbewerbern erhalten beziehungsweise an diese abgegeben haben. Hierzu gehören die

Für die Axa etwa liegen letztmals ausführliche Daten für das Jahr 2016 vor. Bei den Kölnern standen seinerzeit deutlich über fünf Millionen Euro an erhaltenen Alterungsrückstellungen fast 17 Millionen Euro an abgegebenen Rückstellungen gegenüber. Dies ergab einen negativen Saldo von 11,6 Millionen Euro.

Nicht in den Map-Report-Listen aufgeführt wird auch die Freie Arzt- und Medizinkasse der Angehörigen der Berufsfeuerwehr und der Polizei VVaG (FAMK). Zum Hintergrund: Das Unternehmen hatte seinen Geschäftsbericht zum Redaktionsschluss Anfang August noch nicht veröffentlicht, heißt es im Map-Report.

Zwölf Anbieter mit negativem, 14 mit positivem Saldo

Für das Geschäftsjahr 2020 gibt die DKV Deutsche Krankenversicherung AG immerhin einen negativen Saldo von knapp 8,9 Millionen Euro an, schlüsselt aber nicht nach erhaltenen und abgegebenen Rückstellungen auf.

Gleiches gilt auch für die Generali Deutschland Krankenversicherung AG (früher Central, 2.7.2020), die rund 5,6 Millionen Euro mehr abgab als hinzugekommen sind. Vergleichsweise viel (zwischen gut drei und knapp zwei Millionen Euro) verloren vier weitere Akteure. Dies sind die

Nettoabflüsse bei weiteren PKV-Anbietern

Über eine Million Euro mehr abgegeben als bekommen haben unter den zwölf „Verlierern“ ansonsten nur noch die Süddeutsche Krankenversicherung a.G. (SDK) und die Inter Krankenversicherung AG.

Saldo-Verlierer (Bild: Wichert)

Im Vergleich zum Jahr 2019 ist der negative Saldo nur bei der Gothaer und der SDK kleiner geworden – und zwar um jeweils rund ein Drittel.

Auf der anderen Seite hatten die BBKK, die DKV und die Generali Erhöhungen um zwischen einem Viertel und einem Drittel zu verzeichnen. Bei der Nürnberger war eine Verfünffachung, bei der Inter sogar eine Versechsfachung zu beobachten.

Die Versicherer mit den größten Zuflüssen

Den größten Nettozufluss erzielte im vergangenen Jahr ein weiteres Mal die Hansemerkur Krankenversicherung AG. Der Saldo von aktuell rund 35,3 fiel fast drei Mal so hoch aus wie im Jahr zuvor. 2020 erhielt das Unternehmen 49,5 Millionen Euro und gab fast 14,2 Millionen Euro ab. Beides sind die höchsten Werte unter allen aufgeführten Gesellschaften.

Vergleichsweise hohe Nettozuwächse (zwischen 12,1 und 5,5 Millionen Euro) werden ferner ausgewiesen für die Continentale Krankenversicherung a.G. (21,4 zu 9,3 Millionen Euro), den Debeka Krankenversicherungs-Verein a.G. (12,4 zu 4,6 Millionen Euro), die Arag Krankenversicherungs-AG (7,3 zu 1,0 Millionen Euro) und die Signal Iduna Krankenversicherung a.G. (17,7 zu 12,2 Millionen Euro).

Saldo-Gewinner (Bild: Wichert)

Während sich die Übertragungswerte bei der Signal Iduna im Saldo um ein Sechstel verminderten, ging es bei der Debeka in der gleichen Größenordnung hinauf. Für die Continentale stand ein Zuwachs von knapp zwei Dritteln zu Buche. Die Arag konnte den positiven Saldo sogar fast verachtfachen.

Bezugshinweis und weitere Studieninhalte

Der Map-Report Nummer 920 – „Bilanzrating private Krankenversicherung 2020“ ist bei der Franke und Bornberg Research GmbH erschienen. Er enthält auf 129 Seiten neben den detaillierten Ratingergebnissen auch Übersichten zu insgesamt mehr als zwei Dutzend Bilanzkennzahlen (Geschäftsjahr 2020) von bis zu 35 Anbietern.

Das Heft bietet auch Einzelübersichten mit acht ausgewählten Kennzahlen in der Zeitreihe von 2009 bis 2020 zu 28 Gesellschaften. Es ist als E-Paper ab 305 Euro netto über die Bestellseite von Franke und Bornberg erhältlich.

 
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