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bAV-Studie: Nachfrage bei Mitarbeitern verhalten

28.11.2019 – Die Mehrheit der Unternehmen offeriert ihrer Belegschaft Optionen, um für den Ruhestand vorzusorgen. Favorit ist dabei immer noch die Direktversicherung als beliebtester Durchführungsweg. Dennoch halten sich die Arbeitnehmer weiter zurück, ihre Möglichkeiten auch zu nutzen. Das zeigt eine aktuelle Studie von Willis Towers Watson.

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Mittlerweile sind Angebote der Arbeitgeber für eine betriebliche Altersversorgung (bAV) etabliert. 88 Prozent der Personalabteilungen bieten Möglichkeiten zur Umwandlung von Entgelt in Altersvorsorge-Ansprüche. Dennoch beteiligen sich die Belegschaften nicht flächendeckend: Nur in einem Drittel der Unternehmen nutzen über 50 Prozent der Arbeitnehmer die Offerten.

Zu diesen Ergebnissen kommt die Studie „Die Marktpraxis zur Entgeltumwandlung in der bAV“ der Willis Towers Watson GmbH (WTW). Der Report ist auf Anfrage bei der Unternehmensberatung erhältlich. Er soll zeigen, wie sich Angebot und Nachfrage nach der Einführung des Betriebsrenten-Stärkungsgesetzes (BRSG) verändert haben und wie stark neuere Vorsorgeprodukte genutzt werden.

Auf Basis eines Online-Fragebogens kontaktierten die Autoren der Auswertung im Juli 2019 bAV-Verantwortliche in Unternehmen, 86 von ihnen nahmen teil. Diese Firmen sind „unterschiedlicher Größenordnung und Branchenzugehörigkeit“, so WTW in den Studienunterlagen.

Direktversicherung bevorzugt

Als Durchführungsweg liegt in den Unternehmen die Direktversicherung vorne (75 Prozent), gefolgt von der Direktzusage (54 Prozent). Ein Drittel der Arbeitgeber, die Direktzusagen oder Unterstützungskassen anbieten, nutzen zur Finanzierung Versicherungen.

Nur knapp ein Fünftel der Teilnehmer beschränkt ihr Angebot an die Belegschaft auf nur einen Durchführungsweg. Die Mehrheit setzt dagegen auf mehrere Optionen, „um ihren Führungskräften ein attraktives Angebot für die Entgeltumwandlung zu unterbreiten“, so die Autoren der Studie.

„Kritische Distanz“ stellen die Berater „eher in kleinen Unternehmen“ fest: Als Gründe nennen sie das Haftungsrisiko, die Komplexität der Angebote und „das fehlende Interesse der Mitarbeiter“.

Klassische Versicherungsprodukte liegen vorne

75 Prozent der Teilnehmer sehen für ihr Personal Wahlmöglichkeiten vor. 68 Prozent der Mitarbeiter wünschen sich „flexible Auszahlungsoptionen“.

Mehr als die Hälfte der Befragten (58 Prozent) bieten noch klassische Versicherungsprodukte mit garantiertem Rechnungszins an. In 40 Prozent der Firmen gibt es bereits neuere Versicherungsprodukte mit Garantie der eingezahlten Beiträge.

Kapitalmarktorientierte Versicherungsprodukte finden sich bei 30 Prozent und in zwölf Prozent der Betriebe besteht auch die Möglichkeit, eine über den Kapitalmarkt finanzierte Direktzusage zu nutzen.

Die durch das BRSG überarbeitete Riester-Förderung findet dagegen nur wenig Zustimmung: 13 Prozent der Befragten bieten entsprechende Angebote an.

Studie Entgeltumwandlung (Bild: Willis Towers Watson)
Studie Entgeltumwandlung (Bild: Willis Towers Watson)

Opting-out-Modelle in der Minderheit

Gut zwei Drittel der Arbeitgeber findet Offerten einer Entgeltumwandlung für die Arbeiter und Angestellten „wichtig bis sehr wichtig“, erklären die Autoren in den Unterlagen. Und dass, obwohl nur ein Drittel der Firmen eine Mehrheit (über 50 Prozent) der Mitarbeiter von einer Entgeltumwandlung überzeugen können.

Eine automatische Teilnahme der Arbeitnehmer an der Entgeltumwandlung mit Widerspruchsoption (Opting-out) haben zehn Prozent der Befragten eingeführt. „Die Mehrheit erreicht dadurch „Teilnahmequoten über 50 Prozent“, so WTW. Dennoch stehe die Mehrheit der Manager dieser Regelung skeptisch gegenüber.

Das BRSG hat die Notwendigkeit einer bAV nun noch einmal stärker in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt – aber Mitarbeiter lassen darauf noch keine Taten folgen.

Heiko Gradehandt, Director bei der Willis Towers Watson GmbH

Mitarbeiter weiter zurückhaltend

Laut Studienergebnissen bezuschussen 63 Prozent der Gewerbetreibenden die Beiträge der Mitarbeiter zu ihrer Altersversorgung, mehrheitlich über das gesetzlich geforderte Maß hinaus.

„Das BRSG hat die Notwendigkeit einer bAV nun noch einmal stärker in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt – aber Mitarbeiter lassen darauf noch keine Taten folgen“, erklärt Heiko Gradehandt, Director bei WTW, dazu. 83 Prozent der Unternehmen registrierten keine Veränderung. Nur in 15 Prozent der Firmen sei die Nachfrage nach Eigenvorsorge-Möglichkeiten gestiegen.

Auf die Frage: „Was hindert Mitarbeiter aus Sicht der Arbeitgeber an einer Entgeltumwandlung teilzunehmen?“ nennen die Befragten folgende Antworten (Mehrfachnennungen möglich):

  • Sie kennen ihren Versorgungsbedarf nicht.
  • Beschäftigte haben kein Einkommen zur Verfügung.
  • Arbeitnehmer verstehen die Offerten der Anbieter nicht.
  • Mitarbeiter sind grundsätzlich skeptisch gegenüber Versicherungsangeboten.

Einfache Kommunikation erforderlich

Nach Einschätzung von WTW-Manager Gradehandt hapert es bei der Akzeptanz der bAV noch an der richtigen Kommunikation gegenüber der Belegschaft.

Unternehmen sollten „die Angebote häufiger, einfacher und ansprechender kommunizieren“, empfiehlt der Experte. „Unternehmen lassen trotz schwieriger Arbeitsmärkte hier viel Potenzial zur Mitarbeiterbindung und -gewinnung liegen“, so Gradehandt.

Bei 49 Prozent der Personalabteilungen scheint dieser Hinweis angekommen zu sein: Sie planen laut den Studienergebnissen, ihre Informationsmaßnahmen künftig zu intensivieren.

Lesetipp: Dossier „Aufbruch in die neue bAV-Welt
Dossier Ausbruch bAV (Bild: VersicherungsJournal )

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Des Weiteren wird ein Blick auf die Favoriten der Versicherungsvermittler unter den Anbietern betrieblicher Vorsorgelösungen geworfen. Zudem berichten bAV-Experten über die Herausforderungen durch die Digitalisierung und geben ihre Einschätzung zu den Perspektiven des Geschäfts ab.

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