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Assekurata: Beitragsgarantie in Leben kaum mehr darstellbar

14.2.2020 – Für die Deklarationen gab es nur eine kurze Atempause: 2020 sinken sie wieder auf breiter Front. Die Geschäftsaussichten werden dennoch erneut positiver eingeschätzt. Assekurata hat ihre Marktuntersuchung zu den Überschussbeteiligungen und Garantien nochmals erweitert. Detaillierte Berichte über das Abschneiden von Indexpolicen und Neuer Klassik veröffentlicht das VersicherungsJournal in den nächsten Tagen.

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Sinkt der Höchstrechnungszins von 0,9 auf 0,5 Prozent, wie von der Deutschen Aktuarsvereinigung e.V. kürzlich vorgeschlagen (VersicherungsJournal 11.12.2019), hat dies für die Beitragskalkulation besondere Brisanz. Die erklärte Lars Heermann, Bereichsleiter der Assekurata Assekuranz Rating-Agentur GmbH, am Donnerstag bei der Vorstellung der neuen Marktstudie des Analysehauses.

 Lars Heermann (Bild: Lier)
Lars Heermann (Bild: Lier)

Die Beitragsrendite lasse sich für den Mustervertrag der Assekurata (private Rente mit garantierter Ausübung des Kapitalwahlrechts von 50.000 Euro, 25 Jahre Beitragszahlung und unter anderem Todesfallschutz) dann nämlich nicht mehr darstellen. Im Durchschnitt der Branche würde das Garantiekapital nach Kosten nur 49.356 Euro betragen statt durchschnittlich 51.899 Euro.

Beitragsrendite kaum darstellbar

Bei unveränderten Kosten und 25 Jahren Laufzeit liege der kritische Zins bei 0,74 Prozent. Natürlich gebe es Anbieter, die auch 0,5 Prozent Zins schafften, aber die wären „sehr rar“. Bei einer Absenkung auf 0,3 Prozent „wäre es höchstwahrscheinlich gar keinem mehr möglich“ – vorausgesetzt, es geht nicht um Laufzeiten von 40 oder 50 Jahren, so Heermann.

Als Folge der jüngsten Zinsverschärfung komme man also nicht umhin, die Beitragsgarantien in Frage zu stellen, so Assekurata-Geschäftsführer Dr. Reiner Will. Die Diskussion um die neue Zinshöhe werde zu einem Politikum, gehe es doch insbesondere darum, die Zinsgarantien auf geförderte Produkte noch darstellen zu können (4.2.2020, 6.2.2020).

Garantiezinsen sinken nur sehr langsam

Die Bestände der Lebensversicherer haben im arithmetischen Durchschnitt einen Garantiezins von 2,73 Prozent. Als Folge der seit 2011 zu bildenden Zinszusatzreserve (ZZR) ist diese Garantieverpflichtung auf 1,77 Prozent gesunken, liegt damit aber immer noch über dem Höchstrechnungszins im Neugeschäft.

Reiner Will (Bild: Lier)
Reiner Will (Bild: Lier)

Die Lebensversicherer haben bereits 80 Prozent ihrer Bestände nachreserviert – und es ist kein Ende absehbar. Selbst wenn sich die Zinssituation nicht weiter verschlechtert, müssen spätestens 2024 die Bestände mit 1,25 Prozent Höchstrechnungszins und 2028 die mit 0,9 Prozent nachreserviert werden.

Dies ergibt sich aus der Berechnungsmethode mit langfristigen Durchschnitten. „Man bekommt keine richtige Umkehr hin. Das müsste schon ein extrem positive Zinsszenario sein, aber dies ist mit Blick auf die Verwerfungen in der Kapitalanlage auch nicht das, was sich die Branche wünscht“, so Will.

Senkung auf breiter Front

Nach Assekurata-Berechnungen müssen die Lebensversicherer für 2019 der ZZR 9,5 (Vorjahr: sechs; 8.2.2019) Milliarden Euro zuführen; dies entspricht etwa einem Prozent Nettozins. Die ZZR dürfte auf 75 Milliarden Euro steigen, was knapp neun Prozent der Branchen-Deckungsrückstellung sind. Für 2020 erwartet Assekurata eine Zuführung zur ZZR von neun bis elf Milliarden.

An der Studie haben 47 (54) Unternehmen mit einem Marktanteil von 79 (78) Prozent teilgenommen; angefragt worden waren 81 (82) Gesellschaften. Von den 30 (32) Gesellschaften mit klassischer Rentenversicherungen mit einem Höchstrechnungszins haben der Studie zufolge 21 die laufende Verzinsung abgesenkt.

Laufende Verzinsung (Bild: Assekurata)
Durchschnittliche laufende Verzinsung. Zum Vergrößern Bild klicken
(Bild: Assekurata)

Neun halten sie konstant, darunter die Ideal Lebensversicherung a.G., die mit 3,30 Prozent weiterhin marktweit die höchste laufende Verzinsung gewährt. Über alle Tarifgenerationen und klassischen Produktarten hinweg sinkt die laufende Verzinsung im arithmetischen Mittel der Studie zufolge für 2020 auf 2,74 (2,83) Prozent beziehungsweise im gewichteten Durchschnitt auf 2,79 (2,92) Prozent.

Dieser Trend hatte sich bei den Unternehmensmeldungen zur Deklaration bereits abgezeichnet (9.1.2020). Die Deklarationsangaben der Unternehmen sind selten eindeutig und kaum miteinander vergleichbar; meist beinhalten sie Angaben zum kompletten Geschäft.

Mehr Neue Klassik als alte

Klassisches Neugeschäft schreiben nur noch 24 Unternehmen im Neugeschäft. Der Studie zufolge vertreiben inzwischen 28 Marktteilnehmer Produkte der Neuen Klassik, über deren Deklarationen hier in Kürze gesondert berichtet wird.

Berechnet wurde wiederum auch die illustrierte Beitragsrendite. Dieser Rechnung liegt der Mustervertrag einer privaten Rentenversicherung mit 25-jährige Ansparzeit zugrunde. Mit 2,07 (2,20) Prozent liegt diese Verzinsungskennziffer über der Inflationsrate von 1,40 Prozent.

Nur zwei Anbieter – die Signal Iduna Vereinigte Lebensversicherung a.G. und die Condor Lebensversicherungs-AG – bleiben unter 1,40 Prozent und können somit keine positive Realverzinsung in Aussicht stellen. Die garantierte Beitragsrendite – also der Garantiewert nach Kosten – macht 0,15 (0,14) Prozent aus.

Stimmung wird erneut besser

Die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage und die Erwartungen werden von den Unternehmen erneut günstiger eingeschätzt. Negative Werte haben nur die klassischen Produkte und die Pflegeversicherung. Besonders günstig werden die Aussichten für Produkte zur Absicherung der Arbeitskraft und der betrieblichen Altersversorgung eingeschätzt.

Die Chance für Fondsgebundene ohne Garantie, die sich in der Vergangenheit nur mäßig verkauften, so Will, werden dabei erstaunlicherweise besser eingeschätzt als die von Fondspolicen mit Garantien.

Wer keine Daten geliefert hat

Nicht teilgenommen haben: Aachen Münchener Lebensversicherung AG, Athora Lebensversicherung AG, Basler Lebensversicherungs-AG, Bayerische Beamten Lebensversicherung a. G., Credit Life AG, Delta Direkt Lebensversicherung AG München, Deutsche Lebensversicherungs-AG, Dialog Lebensversicherungs-AG, Direkte Leben Versicherung AG, Entis Lebensversicherung AG, Ergo Lebensversicherung AG, Frankfurter Lebensversicherung AG, Frankfurter Münchener Lebensversicherung AG, Generali Lebensversicherung AG, Heidelberger Lebensversicherung AG, Itzehoer Lebensversicherungs-AG, Karlsruher Lebensversicherung AG, Landeslebenshilfe VVaG, Lebensversicherung von 1871 a.G. München, My Life Lebensversicherung AG, Münchener Verein Lebensversicherung a.G., Nürnberger Beamten Lebensversicherung AG, Öffentliche Lebensversicherung Berlin Brandenburg AG, Öffentliche Lebensversicherung Sachsen-Anhalt, Plus Lebensversicherungs AG, Rheinland Lebensversicherung AG, Saarland Lebensversicherung AG, Skandia Lebensversicherung AG, Süddeutsche Lebensversicherung a.G., Universa Lebensversicherung a.G., Victoria Lebensversicherung AG, VPV Lebensversicherungs-AG, WWK Lebensversicherung a.G. und Zurich Deutscher Herold Lebensversicherung AG.

Die „Marktstudie 2020: Überschussbeteiligungen und Garantien in der Lebensversicherung – ‚Und täglich grüßt das Murmeltier‘“ kann unter diesem Link bei Assekurata ab 1.389,93 (inklusive Mehrwertsteuer) Euro bestellt werden.

 
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