Altersvorsorge von Müttern: Immer nur ein bisschen

6.12.2018 – Frauen mit Kindern fürchten Altersarmut. Die bestimmenden Faktoren für diese Angst sind Brüche in der eigenen Erwerbstätigkeit. Trotzdem nimmt nur eine Minderheit das Thema Altersvorsorge eigenverantwortlich in Angriff. Das zeigt eine aktuelle Umfrage von Canada Life.

Gerade Mütter in Deutschland haben Angst vor Altersarmut. Als Gründe geben sie Ausfälle durch Erziehungszeiten und Erwerbstätigkeit in Teilzeit an.

Das ergab eine repräsentative Umfrage im Oktober und November des Lebensversicherers Canada Life Assurance Europe plc (CLE), Niederlassung für Deutschland über das Marktforschungspanel Toluna Group Limited. Das Panel befragte 1.002 Frauen im Alter von 34 bis 46 Jahren in Deutschland mit mindestens einem Kind unter 18 Jahren, das im gemeinsamen Haushalt lebt.

Frauen haben höhere Armutsrisiken

„Frauen beziehen in Deutschland im Alter rund 40 Prozent weniger gesetzliche Rente als Männer“, so Canada Life in seiner Mitteilung zur Umfrage. Der Versicherer zitiert hier Angaben des Berlin Institut für Bevölkerung und Entwicklung.

Frauen haben über alle Altersstufen hinweg größere Armuts- und Ausgrenzungsrisiken als Männer. So gelten in der Gruppe der über 65-jährigen 17 Prozent als armutsgefährdet. Bei Frauen liegt der Anteil allerdings bei 19 Prozent und bei Männern bei 14,9 Prozent, zeigen auch aktuelle Berechnungen des Statistischen Bundesamtes 2017 (VersicherungsJournal 1.11.2018).

Die von Canada Life befragten Frauen sind sich der möglichen Altersarmut bewusst: 80 Prozent fürchten, durch Erziehungszeiten und/oder Teilzeitarbeit im Alter finanziell abgehängt zu werden. Und das, obwohl mehr als 75 Prozent von ihnen berufstätig sind.

Mehr als die Hälfte gab bei der Umfrage an, auch deswegen zu arbeiten, um im Alter nicht arm zu sein. Knapp 80 Prozent ist berufstätig, um zum Haushaltseinkommen beizutragen.

Umfrage Altersvorsorge Mütter Canada Life (Bild: Hefer)

Nur eine Minderheit packt Altersvorsorge selbst an

Von den befragten Müttern leben 85 Prozent mit einem Partner zusammen. 15 Prozent sind alleinstehend.

Trotz der Angst vor Altersarmut scheint die eigenständige Vorsorge bei Müttern in einer Partnerschaft noch nicht weit verbreitet. Knapp die Hälfte der befragten Frauen organisiert die Altersvorsorge gemeinsam mit dem Partner. Nur knapp 24 Prozent der Befragten nimmt die eigene Vorsorge selber in die Hand. Sechs Prozent vertrauen die eigene Vorsorge dem Partner an.

Die Lebens- und Familiensituation von Müttern hat großen Einfluss auf ihr Vorsorge-Verhalten.

Markus Drews, Hauptbevollmächtigter der Canada Life.

Alleinerziehenden Frauen fehlt oft das Geld

Von den alleinerziehenden Frauen haben 32 Prozent in Eigenregie finanziell für das Alter vorgesorgt. Insgesamt 68 Prozent der Alleinerziehenden haben bislang noch keine Vorkehrungen für den Ruhestand getroffen.

Das hat verschiedene Gründe: Knapp 15 Prozent haben sich mit ihrer Vorsorge zwar schon beschäftigt, müssen aber noch konkret was unternehmen. 41 Prozent der Befragten gab an, dass sie sich der Thematik sehr bewusst sind, ihnen aktuell aber das Geld fehle.

„Die Lebens- und Familiensituation von Müttern hat großen Einfluss auf ihr Vorsorge-Verhalten“, erklärt Markus Drews, Hauptbevollmächtigter der Canada Life. „Aber es gibt eine Gemeinsamkeit: Fast alle haben großen Respekt vor der möglichen Altersarmut.“

Leserbriefe zum Artikel:

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Gabiele Fenner - Asozialer Wohnungsmarkt . mehr ...

Rolf Kischkat - Es muss nicht gleich eine Schrott-Immobilie sein. mehr ...

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Thomas Oelmann - Der Arme gehört nicht zu Eigentum, das ihn zum Erhalt verpflichtet. mehr ...

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Altersarmut · Altersvorsorge · Marktforschung · Rente
 
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