301 Katastrophen verursachten Rekordschäden

11.4.2018 – 2017 haben Natur- und von Menschen verursachte Katastrophen 337 Milliarden Dollar an wirtschaftlichem Schaden hinterlassen. Das besagen jüngste Daten des Rückversicherers Swiss Re. Mehr als die Hälfte davon war nicht versichert. Dennoch erreichten die versicherten Schäden mit 144 Milliarden Euro den „bisher höchsten in einem einzelnen Jahr registrierten Wert“.

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301 Natur- und von Menschen verursachte Katastrophen zählte das Swiss Re Institute im Jahr 2017 (2016: 329). Dies geht aus dem am Dienstag veröffentlichten „Sigma“-Report des Rückversicherers hervor.

„Mehr als 11.000 Menschen verloren im letzten Jahr infolge von Katastrophen ihr Leben oder gelten seither als vermisst, Millionen verloren ihr Obdach. Insgesamt kamen über 8.000 Menschen bei Naturkatastrophen ums Leben“, fasst Swiss Re das menschliche Leid zusammen.

Mehr als eine Viertelmilliarde Euro an wirtschaftlichem Schaden

Auch der wirtschaftliche Schaden war groß. Die Swiss-Re-Fachleute beziffern ihn mit 337 Milliarden US-Dollar, umgerechnet rund 273 Milliarden Euro (Kurs per 10. April 2018). Damit war die Schadensumme fast doppelt so hoch wie 2016 (VersicherungsJournal 29.3.2017) und „der zweithöchste je verzeichnete weltweite Gesamtschaden“.

Ein Großteil der Schäden war laut Bericht auf die drei Hurrikans „Harvey“, „Irma“ und „Maria“ (kurz: „HIM“) zurückzuführen, die die USA und die Karibik heimsuchten. Der wirtschaftliche Schaden: 217 Milliarden Dollar (rund 176 Milliarden Euro).

Wirtschaftliche Schäden weltweit*

Art

2017

2016

Durchschnitt letzte zehn Jahre

Naturkatastrophen

330 (267,8)

171 (138,8)

178 (144,4)

von Menschen verursacht

7 (5,7)

10 (8,1)

12 (9,7)

Summe

337 (273,5)

180** (146,1)

190 (154,2)

Versicherte Schäden auf neuem Höchstwert

Die versicherten Schäden infolge von Katastrophenereignissen gibt Swiss Re mit 144 Milliarden Dollar (rund 117 Milliarden Euro) an, „dem bisher höchsten in einem einzelnen Jahr registrierten Wert“. „Somit bestand 2017 eine weltweite Deckungslücke für Katastrophenereignisse von rund 193 Milliarden US-Dollar“ (rund 157 Milliarden Euro).

Hauptursache für die hohen versicherten Schäden waren wiederum die Hurrikans im Nordatlantik: Der versicherte Schaden belief sich dem Bericht zufolge auf etwa 92 Milliarden Dollar (rund 75 Milliarden Euro). „Damit war 2017 nach 2005 die zweitteuerste Hurrikansaison.“ Maria, Irma und Harvey hinterließen denn auch die drei mit Abstand teuersten versicherten Schäden des Jahres 2017, in Höhe von jeweils etwa 30 Milliarden Dollar.

Der Nordatlantik scheine sich weiterhin in einer aktiven Hurrikanphase zu befinden, heißt es weiter von Swiss Re. Somit bestehe nach wie vor eine erhöhte Gefahr, dass sich schwere Wirbelstürme bilden und später auf Land treffen.

Europa scheint in der Liste der 20 teuersten versicherten Schäden nur einmal auf, und zwar auf Platz 16. Im April schlugen Frostschäden in Folge einer Kältewelle mit 930 Millionen Dollar (rund 755 Millionen Euro) zu Buche.

Versicherte Schäden weltweit*

Art

2017

2016

Durchschnitt letzte zehn Jahre

Naturkatastrophen

138 (112)

48 (39)

50 (40,6)

von Menschen verursacht

6 (4,9)

8 (6,5)

7 (5,7)

Summe

144 (116,8)

56 (45,4)

58** (47,1)

Höchstjahreswert bei Waldbrandschäden

Auch in Bezug auf Waldbrände spricht Swiss Re von einem „Jahr der Rekorde“. Großflächige Waldbrände führten demnach zu versicherten Schäden im Ausmaß von 14 Milliarden Dollar (etwa 11,4 Milliarden Euro) – „dem höchsten bisher in einem einzelnen Jahr registrierten Wert“.

Der größte Anteil entfiel auf Waldbrände in Nord- und Südkalifornien im Oktober und Dezember mit 13 Milliarden Dollar. Neben längeren und wärmeren Sommern erhöhe hier auch eine „rasch wachsende Exposition“ das Brandrisiko.

So schreite die Erschließung von Bauland an der Schnittstelle von Wald und Siedlungsraum schnell voran. Seit 1990 seien 60 Prozent der neuen Häuser in den USA in solchen Gebieten errichtet worden.

Kanada und Europa waren ebenfalls von großen Waldbränden betroffen. „In Portugal schafften Hitze und starke Winde die Voraussetzungen für unkontrollierbare Waldbrände. Von Jahresanfang bis Ende Oktober verbrannten 53-mal mehr Hektar Land als im Durchschnitt der vorangegangenen zehn Jahre.“

Überschwemmungsschäden

In verschiedenen Regionen der Welt kam es auch zu heftigen Regenfällen, berichtet Swiss Re weiter. „Die schweren Niederschläge verdeutlichten abermals, wie anfällig unsere zunehmend urbanisierte Welt für Überschwemmungen ist.“

In China beispielsweise „trat der Jangtse-Fluss nach heftigen Regenfällen über die Ufer und sorgte gemeinsam mit dem anhaltenden Regen für Überflutungen in elf Provinzen, in deren Folge mehr als 400.000 Häuser unter Wasser standen“.

Deutschland von großen Naturkatastrophen verschont

In Deutschland verursachten Naturereignisse wie Stürme, Hagel oder Starkregen laut Naturgefahrenbilanz des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) rund zwei Milliarden Euro an Sachschäden an Häusern, Hausrat, Gewerbe- und Industriebetrieben – Kfz-Schäden nicht eingeschlossen.

Die Schadensumme falle damit unterdurchschnittlich aus. Zumeist habe es sich um wenige, regionale Unwetter gehandelt. Zwar sei es dadurch zu hohen Schäden gekommen, von großen Naturkatastrophen sei man aber verschont geblieben (VersicherungsJournal 8.1.2018).

Der Sigma-Report „Natur- und Man-made-Katastrophen im Jahr 2017: Ein Jahr der Rekordverluste“ kann von der Swiss-Re-Website als PDF-Dokument heruntergeladen werden.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Elementarschaden · Unwetter
 
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