Im Zeichen der Sicherheit

11.6.2018 – In der neuen Übersicht zum Aufsichtsregime Solvency II wird ein Einblick in die angewendeten Modelle und Maßnahmen gegeben. Für den Vergleich der SCR-Bedeckungsquoten kamen verschiedene Varianten zum Einsatz.

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Am 12. Juni erscheint zum zweiten Mal die Untersuchung zum neuen Solvency-II-Regime. Das Heft „Solvabilität im Vergleich 2008 bis 2017“ basiert auf den SFCR-Berichten der deutschen Lebens- und Krankenversicherer.

Zum 7. Mai 2018 waren die Versicherer zum zweiten Mal dazu aufgerufen, ihre Solvabilitätsberichte auf den Internetseiten zu veröffentlichen. Mit Ausnahme der Barmenia veröffentlichten alle Lebens- und Krankenversicherer die Berichte zum Stichtag, so dass wir einen nahezu vollständigen Marktüberblick bieten können.

Vergleich mit Hindernissen

Die einfache Verwendung von aufsichtsrechtlich relevanten Solvency-II-Quoten, also inklusive aller angewendeten Übergangsmaßnahmen, als Instrument im vertrieblichen Wettbewerb der Unternehmen ist denkbar ungeeignet. Hier werden Äpfel mit Birnen verglichen.

In den Gesamtübersichten aller Anbieter werden deshalb unterschiedliche Quoten abgebildet. Die Solvabilitätsquote wird dabei sowohl mit Volatilitätsanpassung und Übergangsmaßnahmen als auch ohne jegliche Hilfsmaßnahmen abgebildet.

Die Beurteilung eines Unternehmens sollte aber nicht an einer einzelnen Kennzahl festgemacht werden. So teilen wir die Auffassung der Bafin, dass einerseits die Solidität eines Unternehmens nicht allein von seiner finanziellen Ausstattung, sondern auch von der Qualität seiner Geschäftsorganisation und seines internen Risikokontrollsystems abhängig ist. Andererseits führen, wie schon unter Solvency I, unterschiedliche Geschäftsmodelle zu unterschiedlichen Ergebnissen bei den Kennzahlen.

Neben der Größe des Unternehmens und der Marktlage im jeweiligen Segment ist auch das individuelle Risikoprofil zu berücksichtigen. Individualisierungsmöglichkeiten, wie die Nutzung von unternehmensspezifischen Parametern oder internen Modellen, wirkten sich dabei ebenfalls auf die Höhe der Bedeckung aus.

Map-Report 902 (Bild: VersicherungsJournal Verlag)
Quelle: Map-Report 902 (Bild: VersicherungsJournal-Verlag)

Basisquoten unter 100 Prozent

Bedeckungsquoten von unter 100 Prozent sollten nicht überbewertet werden. Denn genau für diese Situation wurden die Hilfsmaßnahmen erarbeitet, um den Gesellschaften den Übergang vom alten ins neue Aufsichtsregime zu erleichtern. Jedoch ist auch hierbei zu beachten, dass die Übergangsmaßnahmen nur für Verträge gelten, die bereits zum 31.12.2015 im Bestand waren. Danach abgeschlossene Verträge sind ohne Übergangsmaßnahmen zu bewerten.

Die Volatilitätsanpassung hingegen ist eine auf Dauer angelegte Modellanpassung im Reglement von Solvency II. Zudem müssen diese Versicherer gegenüber der Aufsicht erläutern, mit welchen Maßnahmen sie bis zum Ende des 16-jährigen Übergangszeitraums im Jahr 2031 die einhundertprozentige Bedeckung ohne Hilfsmittel überschreiten können.

Auf das Wesentliche reduziert

Mit den SFCR-Berichten sollen der Öffentlichkeit Einblicke in die finanzielle Lage der Versicherer gegeben werden. Im Zuge ihrer Offenlegungspflichten müssen seit 2017 alle Anbieter einmal im Jahr einen Solvenzbericht veröffentlichen. Neben den Solvenzquoten beinhalten die Berichte auch Themen wie Risikoprofil, Geschäftsleistung, Governance und Kapitalmanagement.

Bei jedem Map-Report stellt sich für uns natürlich die Frage, was unsere Leser zu dem jeweils untersuchten Thema am meisten interessiert. Zu den SFCR-Berichten, die bereits durch die gesetzlichen Vorgaben an Unternehmens-spezifischen Informationen eine Flut an Daten bieten, waren das die SCR-Bedeckungsquoten.

In den Einzelauswertungen der Jahre 2008 bis 2017 wurden alle Versicherer berücksichtigt, die sich in den vergangenen Jahren an unseren Solva-Umfragen beteiligten oder deren Daten aus den Geschäftsberichten rückwirkend vollständig zu entnehmen waren. Diese Grafiken sollen dabei keineswegs einen Vergleich der Solva I (2008 bis 2015) mit den Solva-II-Werten (ab 2016) darstellen. Ziel ist es vielmehr, zu veranschaulichen, wie sich die Bedeckungsquoten der einzelnen Anbieter in den vergangenen zehn Jahren im Verhältnis zum Marktdurchschnitt entwickelten.

Aus den Grafiken wird dabei jeweils ersichtlich, ob und welche Übergangsmaßnahmen zur Berechnung der SCR-Bedeckung angewendet wurden. Zudem wird bei dem Übergang von dem Jahr 2015 zu 2016 veranschaulicht, wie sich die Bedeckungsquoten mit und ohne Übergangshilfen unterscheiden.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Geschäftsbericht · Mapreport · Marktforschung · Solvabilität · Versicherungsaufsicht
 
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