28.5.2025 – Welche Lebensversicherung ist gemeint? Meines Erachtens ist der Terminus „Leben-Policen mit Überschussbeteiligung“ nicht geeignet, um die hier betrachtete Produktgattung zu beschreiben.
Nahezu jede Lebensversicherungskalkulation basiert maßgeblich auf Überschüssen. In Biometrie (zum Beispiel Risikoleben oder Berufsunfähigkeit) führen sie erheblich zur Reduzierung des Zahlbeitrags. Die Pflegerente auf Basis der Lebensversicherung gilt ebenso als Risikoversicherung, ihr Deckungskapital profitiert stark von (Zins-)Überschüssen des Sicherungsvermögens (früher Deckungsstock) des Versicherers.
Nach mehrfachem Lesen des Artikels vermute ich, dass es sich bei der Betrachtung um kapitalbildende, konventionell verzinste Lebensversicherungen handeln soll. Aber gerade die Abgrenzung zu Index- oder Fondspolice ist fachlich nicht haltbar.
Indexpolicen sind kalkulatorisch konventionelle Rentenversicherungen, deren Überschüsse (!) dazu verwendet werden, eine Indexpartizaption (also den wesentlichen Renditehebel) zu finanzieren. Sogar reine Fondspolicenkalkulationen ohne Garantiekomponente basieren maßgeblich auf der Zuteilung von Kostenüberschüssen, Risikoüberschüssen und nicht zuletzt, oft leider sogar sehr maßgeblich, von Überschüssen aus Rückvergütungen der Fondsgesellschaften (Kickbacks).
Mirko Hübinger
zum Artikel: „Leben-Policen mit Überschussbeteiligung: Dies sind die größten Anbieter”.




