28.8.2013 – Das Statement von Karel Van Hulle ist schon beim Durchlesen von hoher theoretischer Problematik und einem künstlich herbeigeführtem Paragraphendschungel gekennzeichnet. Mit einer kundenorientierten Beratung hat die nicht nachvollziehbare, aber in Aussicht gestellte Demontage der Maklerschaft nichts zu tun.
Wer vollzieht hier den von Van Hulle angeführten Druck auf die EU beziehungsweise die Gesetzgebung? Kein einziger meiner Mandanten beschwert sich, dass ich eine vordiskontierte Courtage erhalte. Viele wären jedoch nicht bereit, nur bei mir von der bisherigen Regelung der Vergütung abzuweichen und meine Dienste im Gegenzug zu einem Bankvertrieb oder einem Gesellschaftsvertrieb direkt und sofort an mich zu honorieren.
Die fünfjährige Stornofrist und vom GDV ja kürzlich selbstanbietend eine zehnjährige Stornofrist, sind schon ein Unding innerhalb einer angeblich privaten Volkswirtschaft. Auch der Pflege-Bahr mit einer Begrenzung des Verdienstes für die mit Abstand aufwendigste Dienstleistung der Vermittlung, nämlich der Beratung, stellt ein nicht akzeptables Novum auf dem Versicherungsmarkt dar.
Wenn aber Politik und die Gesetzgebung ausnahmslos von Theoretikern und Juristen ohne Fachbezug erbracht wird, muss man sich über Unsinniges nicht wundern. Wir haben die Köpfe ja zum Teil selbst gewählt. Es wundert demnach nicht, dass die Branche keinen Nachwuchs mehr für den Vertrieb findet und ich persönlich kann auch keinem jungen Menschen empfehlen, im Versicherungsvertrieb seine Zukunft zu suchen.
Hans-Jürgen Kaschak
zum Artikel: „Verzögerungen bei IMD II: Für Makler mehr Risiko als Chance?”.




