17.2.2026 – Ob die Befragten „Ihre Lebenserwartung unterschätzten” ist doch sehr fraglich. Richtig ist zunächst nur, dass sie ihre eigene Lebenserwartung auf einen Wert unterhalb des statistischen Durchschnitts der Bevölkerung schätzten. Und damit können sie durchaus richtiger liegen, als wenn jeder Einzelne individuell für sich einfach vom Bevölkerungsdurchschnitt ausgeht.
Untersuchungen zeigen, dass die individuelle Lebenserwartung nicht nur von Gesundheitszustand und Einkommen, sondern auch vom Bildungsstand abhängt, und sehr wohl auch genetisch mitbedingt ist. Wie auch die Disposition zu Krankheiten, die die Lebenserwartung beeinflussen.
Es ist ganz sicher ein Fehlschluss, anzunehmen, dass eine individuell gegenüber dem Bevölkerungsdurchschnitt niedriger eingeschätzte Lebenserwartung falsch eingeschätzt sein muss – der Einzelne kann es besser wissen. Auf die Lebensdauer der nächsten bereits gestorbenen Verwandten zu schauen kann daher durchaus zielführend sein, um die persönliche Lebenserwartung besser einzuschätzen. Nicht nur wegen einer Vererbung von Genen, sondern auch wegen erhaltener Bildung und des Einflusses der Eltern auf Berufsausbildung und Einkommen.
Aber selbst wer mit einer längeren Lebenserwartung rechnet, kann es vorziehen, noch fast zwei Jahrzehnte ab Rentenbeginn besser zu leben und dann der Sozialhilfe zur Last zu fallen, statt lebenslang ab Rentenbeginn knausern zu müssen. Und sehr wahrscheinlich dann doch im Pflegefall Sozialhilfe beantragen zu müssen.
Peter Schramm
zum Artikel: „Altersvorsorgereform: Bürger würden sich mehrheitlich gegen lebenslange Rente entscheiden”.




