Die gesetzliche Rente ist keineswegs am Limit

2.7.2025 – Ich begrüße die geplante Festschreibung des Rentenniveaus auf 48 Prozent ausdrücklich. Als Finanzberater erlebe ich täglich, wie stark das Vertrauen in die gesetzliche Rente durch mediale Zuspitzung und interessengeleitete Beratung untergraben wird. Dabei ist die Rente keineswegs am Limit – weder finanziell noch strukturell.

Der oft kritisierte Bundeszuschuss liegt im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung heute niedriger als vor 20 Jahren. Und das Umlageverfahren funktioniert – solange wir eine produktive, gerechte Wirtschaft erhalten und ausbauen.

Auch die geplante Ausweitung der Mütterrente halte ich für überfällig. Frauen, insbesondere Mütter, tragen ein überproportionales Risiko für Altersarmut. Wer diesen Missstand anerkennt, muss bereit sein, ihn auch finanziell auszugleichen – alles andere wäre Symbolpolitik.

Natürlich kostet das Geld. Aber es ist gut investiertes Geld. Soziale Stabilität entsteht nicht durch Renditeversprechen, sondern durch Verlässlichkeit. Und genau die wird mit diesem Reformpaket gestärkt.

Die größte Gefahr für die Rente ist nicht ihre Finanzierung – sondern der Vertrauensverlust. Wer diesen verhindern will, muss Mut zur Ehrlichkeit haben – auch gegenüber all jenen, die von der Verunsicherung profitieren.

Dominik Nolden

hallo@finanzhebel.de

zum Artikel: „Arbeitsministerin legt Entwurf für erste Rentenreform vor”.

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