Zu glauben, das sei ein totgeborenes Kind, wäre fatal

20.12.2017 – Man sollte einen solchen Marktauftritt wahrlich nicht unterschätzen. Amazon hat bei den Kunden, die bereits jahrelang auf diese Plattform zurückgreifen, derartig viele Daten sammeln können, dass eine Risikobeurteilung für diverse Versicherungsparten den bisher tätigen Versicherern haushoch überlegen ist.

Allein aus Art von Käufen und dem Kaufverhalten, wie Rückgaben, Reklamationen und Bewertungen, kann Amazon ein sehr durchsichtiges Kundenprofil erstellen. Entweder werden Kunden, die hier in der Vergangenheit auffällig waren, nicht versichert, oder eben mit einem Risikozuschlag versehen. Wobei ich die Nichtversicherung für das wahrscheinlichere Szenario halte.

Auch das Kaufverhalten, hochwertig oder ausschließlich preislich orientiert, bietet durchaus Ansatzpunkte für die Risikobeurteilung und das Pricing. Nehmen wir einmal als Beispiel die Hausratversicherung. Jeder größere Einkauf, zum Beispiel ein hochwertiger Fernseher und eine passende Stereoanlage, führt zu einer Summenerhöhung, die Amazon sofort bekannt ist. Ob das beitragstechnisch Auswirkungen hat, bleibt dann dem Versicherer aufgrund der Kundenbeurteilung überlassen.

Möglicherweise führt auch ein Kauf von Sicherungssystemen, nach Einbaunachweis, zu einer sofortigen Beitragsreduzierung. Amazon hat wieder etwas verkauft, profitiert hier von der Provision und reduziert gleichzeitig das Risiko. Und das funktioniert vermutlich bei fast Versicherungssparten. Hier zu glauben, dass das ein totgeborenes Kind ist, wäre fatal.

Rainer Weckbacher

rweckbacher@aol.com

zum Artikel: „Amazon kommt: „Game over“ für die Versicherungswirtschaft?”.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Beschwerde · Hausratversicherung · Provision · Verkauf
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