Versicherungssystem ist nicht für Solidaritätszwecke gemacht

18.2.2020 – Die Kritikpunkte von PKV-Verband und NAG an der IGES-Studie sind fundiert und zeigen, dass die Ergebnisse zwar schlagzeilenträchtig, aber wissenschaftlich dünn sind.

Analysiert man die Studie genauer, dann findet man sehr viele Annahmen, die für die Ergebnisse zentral sind, die aber nicht hinterfragt werden.

Aber auch, wenn man den Ergebnissen traut (vielleicht heben sich ja im Mittel die Fehler bei den Annahmen auf, wie in der Statistik gerne vermutet wird), ist eine der Schlussfolgerungen politisch opportun, aber wissenschaftlich höchst fragwürdig: der Hinweis auf das Solidaritätsprinzip. Das heißt, dass über das Krankenversicherungssystem Höherverdienende die Geringverdiener solidarisch unterstützen sollen.

Solidarität ist selbstverständlich richtig und wichtig, aber für Umverteilung ist das Steuersystem da und nicht die Krankenversicherung!

Bedürftige – egal in welchem Lebensbereich – müssen unterstützt werden und Höherverdienende müssen dafür ihren finanziellen Beitrag leisten. Ein Versicherungssystem soll aber Risiken abdecken – und das möglichst effizient und effektiv.

Es ist für Solidaritäts- und damit Umverteilungszwecke weder gemacht, noch sinnvoll.

Hans Jürgen Ott

hans@hans-ott.de

zum Artikel: „Bertelsmann-Stiftung will private Krankenversicherung abschaffen”.

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