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Polizeistatistik ist keine echte Ursachenstatistik

22.7.2020 – Ist Geschwindigkeit wirklich die Ursache? Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes basieren auf der Polizeistatistik. Diese Statistik weist eine Reihe von Mängeln auf, die im Grunde eine Suche nach Ursachen nicht möglich macht.

Dies ist darin begründet, dass die Polizei im Grunde eine Strichliste führt. Hierbei ist sie gezwungen, das Geschehen Tatbeständen nach Straf- beziehungsweise Ordnungswidrigkeiten-Recht zuzuordnen. Nicht angepasste Geschwindigkeit passt deshalb immer dann, wenn kein passendere Tatbestand zur Verfügung steht.

Beispiel: Bei einer Vollbremsung eines Pkw fahren fünf der folgenden Fahrzeuge auf. Hierbei wird der Fahrer des dritten Fahrzeugs getötet. Für die Zählweise der Polizei sind dies vier Unfallgeschehen. Da die Fahrzeuge auffuhren, war die Geschwindigkeit nicht angepasst. Dass die Vollbremsung eventuell willkürlich und ohne Grund durchgeführt wurde, spielt plötzlich keine Rolle mehr.

Deshalb wissen wir seit langer Zeit, dass die Polizeistatistik keine echte Ursachenstatistik ist. Sie bietet lediglich eine Zählung von Unfallhergängen, denen ein Tatbestand zugeordnet wurde. Diese Hinweise auf die Polizeistatistik machen es häufig schwer, echte Ursachen im Rahmen eines Multifaktorgeschehens zu suchen und für Verbesserung zu sorgen.

Rainer Stieber

rainer.stieber@mindtrace.de

zum Artikel: „Die meisten Verkehrstoten durch hohes Tempo”.

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